Leibnitz Aktuell Online

Ernähren wir uns schon morgen von Laborfleisch?

Ernähren wir uns schon morgen von Laborfleisch?
März 13
12:32 2019

LEIBNITZ. Die Smart City Leibnitz möchte ein Netzwerk aufbauen, um gemeinsam vorbeugende Maßnahmen zu planen und rasch umzusetzen, damit die Lebensqualität der Bewohner der Stadt gesichert wird. Dieses Ziel soll mit der Bildungsreihe „Leibnitz 2030“ erreicht werden. Für Ernährungsinteressierte organisierte die Stadtgemeinde Leibnitz (Foto v.l. Christian Sametz, Vizebgm. Helga Sams, Hanni Rützler und Bgm. Helmut Leitenberger) im Kulturzentrum Leibnitz einen Vortrag zum Thema „Was essen wir morgen?“. Ernährungswissenschaftlerin Hanni Rützler erörterte Fragen wie: Wie ernähren sich die Menschen künftig? Wie wird unser Essen produziert werden? Werden sich alternative Lebensmittel wie Insekten und Algen durchsetzen? Die Trendforscherin und Herausgeberin des „Food Reports“ brachte eine nicht immer appetittliche kulinarische Zukunft auf die Bühne des Hugo-Wolf-Saales und blickte in die kulinarische Zukunft.
Die aus Bregenz stammende Wissenschaftlerin spürt in ihren Forschungen dem Wandel der Konsumkultur nach und erklärte in ihrem wissenschaftlichen Vortrag in Leibnitz, wohin die Ernährungs-Reise gehen wird.
„Ein neuer Trend vereint vorherige Widersprüche und neue Entwicklungen. Aus den Trends zum Vegetarier und zu Küchen anderer Länder sowie anderer Kulturkreise sowie dem Megatrend Gesundheit entstand der Veganismus, der alle Nahrungsmittel tierischen Ursprungs meidet oder die Verwertung tierischen Ursprungs generell ablehnt“, erläuterte die Trendforscherin. Als Reaktion darauf folgte der so genannte Peak Meat, der wandelnde Fleischkonsum. Der „Peak Meat“, der Gipfel des Pro-Kopf-Fleischkonsums, ist nahezu weltweit erreicht, weil immer mehr Menschen weniger und gezielter Fleisch essen.
Als neue Entwicklung kam der Fleisch- und Milchersatz, der neue Fleischqualität (Bio, Dry Aged, besondere Rassen) zur Folge hatte. Die neueste Entwicklung ist das für uns vielfach noch recht unappetitliche, alles andere als schmackhafte und sehr teure In-Vitro-Fleisch, auch kultiviertes Fleisch oder umgangssprachlich Laborfleisch bezeichnet. Es ist das Ergebnis von Gewebezüchtung mit dem Ziel, Fleisch zum menschlichen Verzehr im industriellen Maßstab synthetisch herzustellen. Es wird lebenden Tieren aus den Muskeln entnommen. Es klingt wie eine Science-Fiction Geschichte, könnte bald aber schon auf unseren Tellern landen. Die Rede ist von so genanntem In-Vitro-Fleisch, das im Bioreagenzglas hergestellt wird. Dabei dienen Stammzellen, vorwiegend von Rindern entnommen, als Grundlage, die im Labor mittels eines Serums, das aus Kälber-Föten gewonnen wird, herangezogen wird. Klingt alles andere als schmackhaft. In der Tat könnte In-Vitro-Fleisch aber dazu beitragen, eine künstliche Alternative zu konventionell hergestelltem Fleisch zu bieten.
Der gesellschaftliche Wandel, neuartige Lebensmitteltechnologien, der wachsender Druck in den globalen Märkten, stets anspruchsvollere Konsumenten und die stärker werdenden Forderungen nach einer nachhaltigen und sozial gerechten Lebensmittelproduktion sind in diesem Spannungsfeld die zentralen Herausforderungen.

Ähnliche Artikel

Stoarker Betrieb

Wir san a stoarker Betrieb

Newsletter




Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen