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Kater Morli

Zur Info: Der Artikel „Kater Morli“ ist eine Satire und  unabhängig von der allgemeinen Berichterstattung in Leibnitz Aktuell zu betrachten. Wikipedia definiert eine Satire wie folgt: „Satire ist eine Spottdichtung, die mangelhafte Tugend oder gesellschaftliche Missstände anklagt.

 

Die Satire bedient sich häufig der Übertreibung (Hyperbel), kontrastiert Widersprüche und Wertvorstellungen in übertriebener Weise (Bathos), verzerrt Sachverhalte, vergleicht sie spöttisch mit einem Idealzustand (Antiphrasis) und gibt ihren Gegenstand der Lächerlichkeit preis.


Kaum genesen (über meinen Unfall im Rathaus habe ich letztens ja berichtet, als es mich, wie man auf gut Steirisch so schön sagt, auf die Papp’n prackte), geht es mir gesundheitlich schon wieder schlecht. Dieses Mal bin ich aber unschuldig. Denn wie es der Gattung der Felidae entspricht, streunte ich durch unser wunderschönes Städtchen Leibnitz.  Sagte ich wunderschön? Da muss ich mich wohl berichtigen. Denn um ehrlich zu sein: Weite Teile der Grünflächen in der Stadt sind so ungepflegt, dass ich ganz zerkratzt, verwanzt und verlaust nach Hause gekommen bin. Hätte ich für jede Maus, die mir über den Weg gelaufen ist, einen Euro bekommen, wäre mein neues Herrl jetzt reich. So war er angesichts meines Aussehens aber nur grantig und hat mich unter die Dusche gesteckt. Igitt! Auch auf die Gefahr hin, eine ganz alte Platte zu spielen: Früher, unter dem Hans war das nicht so, da waren alle Grünflächen in Leibnitz noch gepflegt, und wenn ich Appetit auf eine Maus hatte, dann musste ich auf die Felder der Nachbargemeinden ausweichen.


Ausgezahlt hat sich mein Streifzug trotzdem. Denn was ich da gesehen (und gehört) habe, das stellt ja fast schon einen Treppenwitz der Militärgeschichte dar. Statt dass man von der Kaserne aus Streitigkeiten schlichtet - dafür wäre das Bundesheer ja zuständig -, ist jetzt die Kaserne bzw. ihre Nachnutzung selbst heiß umkämpft. Die Schwarzen haben mit ihrem Guido den Masterplan samt Architekten an Land gezogen, der gerade entwickelt wird. Und die Roten? Die schmücken sich jetzt mit fremden Federn und lassen sich überall für ihre tollen Ideen feiern. Weil das bei einigen anderen Projekten genauso passiert ist wie bei der familienfreundlichen Gemeinde - was die umweltbewußte Margit besonders erzürnt - sind die Schwarzen stinksauer und fragen sich, wie man in dieser Stadt sinnvoll zusammenarbeiten kann. Arbeitsteilung auf gut Leibnitzerisch offensichtlich: Die einen denken nach, die anderen kassieren die Lorbeeren … Und noch etwas fürchten die Schwarzen wie der Teufel das Weihwasser. Dass bei der Auftragsvergabe für das Kasernengelände ein handverlesener Kreis von Geldgebern  zum Zug kommen könnte. Denn es sollen bei der Entwicklung des Masterplans angeblich bereits jetzt Investoren miteinbezogen werden. Auftragsvergabe unter der Hand? Das würde ein fatales Bild auf die Stadt Leibnitz werfen und nicht gerade den Glauben an die hohe Politik stärken. Das kommt für die Schwarzen nicht in Frage, wie mir eine Maus verklickert hat, die ich im Dickicht von Leibnitz getroffen habe.  


Obwohl als Angehöriger der Gattung Felidae an Selbständigkeit gewöhnt, ist man als Kater auch ein bisschen von den Vorlieben seines Herrls abhängig. Waren es früher hauptsächlich Kneipen und Spelunken, in denen ich mich im Gefolge meines Herrn und Meisters herumgetrieben habe (Teufel Alkohol!), so zieht es mich - besser gesagt meine größere Hälfte - bevorzugt auf den Fußballplatz. „More sports“ statt „no sports“ sozusagen, und ich weiß wirklich nicht, was besser ist. Im Kaindorfer Pappelstadion traf mein neues Herrl auf  „Spengler Erich“, einst gefeierter Fußball-Held bei  der gefürchteten Kaindorfer Hobby-Bergmannschaft „Die Reblaus“. Vielen Freunden der gepflegten Volksmusik ist er mit Sicherheit auch noch als Leadsänger der „Babys“ bekannt. Die „Spenglerei“ kam aus dem Schwärmen über vergangene Fußballzeiten nicht  hinaus.  Den Stamm der „Rebläuse“ bildeten Hubsi Legat, Adi Held (von dem der legendäre Gewerke Assmann einst meinte, „Herr Held, Sie sind kein Held, sondern Sie heißen nur Held“) oder Horst Hehl, der die Drehscheibe im Mittelfeld war. Wenn Horstl mit seinem legendären linken Haken zum Schuss ansetzte, hörte man von den Zuseherrängen rufen: „Horstl, lass die Taubennester in Ruh!“ Auch die „Spenglerei“ war ein umsichtiger Libero und sorgte gemeinsam mit Tormann „Porky“ für entsprechenden Druck von hinten.


In dieser Zeit kam es zu den legendären Duellen bei Hobby-Turnieren gegen „Schraube“, die Ritz-Partie aus Kaindorf (Verwandte unseres jetzigen Gemeinderates). Da blieb kein Auge (und keine Kehle) trocken! Bei einem Turnier soll es sich zugetragen haben, dass der Schiri, dessen Name dem eines Rexglases ähnelt, wegen des Konsums zu viel südsteirischen Weines kurzfristig ausfiel. So musste das Finale die „Spenglerei“ pfeifen. Nicht ohne Tipps von außen. Der weinselige Schiri schrie von der Bank: „Pfeif auf ein Unentschieden! Wir wollen ein Elfmeterschießen sehen.“ Worauf die „Spenglerei“ entgegnete, dass er mit seinem Rausch ohnehin keine elf Meter weit mehr sehen könne. Bei einer anderen legendären Begegnung zwischen „Schraube“ und „Reblaus“ fiel bei erstgenannter Mannschaft der Tormann aus - Horst Hehl stellte sich in den Kasten, und die „Spenglerei“ schoss den Horstl samt Ball ins Tor, sodass es ihm einen roten Fleck auf der Brust aufzog. Das und ähnliches hörte ich mir als treue Gefolgschaft meines Herrls am Platz an und wunderte mich nur, warum man nicht jedem der 22 Spieler einen Ball zur Verfügung stellte. Dann hätten sie sich die ganze schweißtreibende Rennerei sparen können.


Und als ich endlich nach Hause gehen wollte, da fing mein Herrl mit dem daneben weilenden „Terrier“ an, was sich am Fußball-Transfermarkt aktuell tut. Wäre es nicht so spannend gewesen, hätte ich mich längst verdrückt, aber da wird angeblich hinter vorgehaltener Hand allerhand getuschelt: dass Top-Scorer Markus Reinegger aus Heimschuh mit Gamlitz geheim verhandelt hätte, letztendlich aber bei Kalsdorf in der Landesliga gelandet ist. Oder dass Mettersdorf Gerhard Bussnik von St. Veit um einen sagenhafte fünfstelligen Euro-Betrag haben wollte, er aber bei St. Veit bleibt. Und dass der vormalige Ragnitz-Trainer angeblich von seinem eigenen Schwager abgeschossen wurde. Auch nicht immer eine reine Charaktersache, die Fußballspielerei, sondern eine Frage des Geldes. Apropos Charakter.  Wohl wissend, dass Interna und hinterfotzige Streitigkeiten die geneigte Leserschaft kaum interessieren werden, muss es endlich einmal gesagt werden: Jeder kann seine Katze nennen, wie er will. Und wenn sich mein altes Herrl einen neuen Kater anschaffen zu müssen glaubt, dann soll er dies tun. Er soll ihn meinetwegen auch Morli nennen. Ich weine ihm keine Träne nach …

 


Kaum zu glauben, obwohl ich als euer streunender Kater eindeutig zur Familie der Katzen (lateinisch Felidae) gehöre, also zu jener begnadeten Gattung, die Gott am achten Tag und damit eindeutig nach dem Menschen erschaffen hat und die infolgedessen dem Menschengeschlecht, sowohl was das Aussehen als auch die feinen Fertigkeiten betrifft, haushoch überlegen ist, obwohl ich also als Katze klettern und springen kann wie ihr Menschen in euren kühnsten Träumen nicht, ist mir statt elegant KATZENhaftem etwas derb SAUdummes passiert: Beim Runterkraxeln von einem Aktenregal im ehrwürdigen Leibnitzer Rathaus in finsterster Nacht hat es mich aufgrund einer kurzen Unachtsamkeit - ich wollte nur mal schnell die letzten Gemeinderatsbeschlüsse durchstöbern, viel war’s ja nicht außer dem Beschluss eines Masterplans fürs Kasernengelände auf den die Kohlensäcke mächtig stolz sind -  so richtig runtergeprackt. Aus voller Höhe! Und entgegen der typischen Angewohnheit von uns Felidae, auch aus allerhöchster Höhe auf den vier Pfoten zu landen, schlug ich mit meinem kleinen Katzenköpfchen hart am Rathausboden auf und fiel kurzerhand in Ohnmacht. Wenn ich also einiges wirres Zeug miauen sollte, dann mag das eventuell daran liegen. Manche behaupten ja, ich würde ohnehin immer nur wirres Zeug von mir geben - aber das ist eine andere Geschichte, und die wird sich ändern!


Seit diesem bösen Sturz habe ich mein Herrchen aus den Augen verloren. Teufel Alkohol! Manche meinen, ein vergrämter Weidmann hätte ihm  beim Gasthof zum dreckigen Löffel geriebene Fuchsleber, also die Leber eines Rotfuchses, in die Suppe gestreut. Die Fuchsleber galt seit jeher als probates Abführmittel. Förster, Heger und Jäger machten sich immer wieder einen Spaß daraus, wenn „rein aus Versehen“ Fuchsleber in einen Teil irgend eines Jagdessens geriet. In der kommenden Nacht war dann für reichliche Bewegung und wenig Schlaf gesorgt. Teufel Alkohol! Es gibt aber auch Stimmen, die behaupten, mein Herrchen hätte eine Reise an die türkische Riviera all inklusive  für gute Dienste eingelöst. Oder ist er gar bei Hasipeter im Solarium verbrannt? Nein liebe Leute, ich glaube all diesen Gerüchten nicht. Vielmehr weist alles darauf hin, dass er auf Pilgerreise nach Santiago de Compostella ist. Eine Jakobusbruderschaft wird sich wohl um sein seelisches und leibliches Wohl sorgen. Teufel Alkohol!


Doch genug der Schwätzerei. Die Suche nach meinem Herrchen führte mich in die Gegend an der südsteirischen Weinstraße, wo ich interessantes erfahren habe. Dass Ortskaiser beispielsweise nicht nur in Wien unumschränkt herrschen zu können glauben. So fühlen sich auch im südsteirischen Gamlitz einige in die Zeit Kaiser Karls, also in die ausgehende k. u. k. Monarchie, zurückversetzt. Wobei - einen Unterschied gibt es schon. Während der eine Kaiser Karl das riesige Habsburgerreich in der Bedeutungslosigkeit versenkte, gelang es dem anderen, sein kleines Reich Gamlitz zur Blüte zu führen und zu einem echten Tourismuszentrum zu machen. Jüngst gab’s aber einen argen Dämpfer. Denn bei der soeben ins Leben gerufenen „Kleinregion Südsteirische Weinstraße“ sucht man den Namen Gamlitz vergeblich. Spielfeld, Ratsch, Berghausen, Sulztal, Ehrenhausen und Retznei nutzen das Bündnis, um Geld durch Synergien, wie es so schön auf Neukatzendeutsch heißt, zu sparen und Förderungen vom Land in Anspruch zu nehmen. Und wo bleibt Gamlitz? Draußen vor der Tür! Auch bei  der gemeinsamen Werbeplattform ARGE Südsteirische Weinstraße ist Gamlitz als Trotzreaktion nun nicht mehr dabei. Das kam so, raunte mir eine fesche Mieze zu, mit der ich unter einem Buschenschanktisch bei der Jazz-Gitti ein paar Achterl leerte: Die Bürgermeister der Umlandgemeinden, allen voran der Sauvignon-Hannes, hätten den Kaiser Karl ja gerne in ihrer Mitte gehabt. Dafür hätten aber ein paar G’schichterln aus der Vergangenheit einer - wie man so schön sagt - gütlichen Lösung zugeführt werden müssen. Beispielsweise die Sache mit dem Landschaftsteich, wo die Ehrenhausner Gemeinde einige tausend Euro Stromkosten zu bezahlen hatte, obwohl 80 Prozent des Teichs auf dem Grund von Gamlitz liegen. Die Kommunalsteuer durften die Ehrenhausner dem Kaiser abliefern. Der Stromverbrauch wurde aber - angeblich wegen eines Fehlers der Baubezirksleitung - zur Gänze den Ehrenhausenern zugeschlagen und dementsprechend verrechnet.


Oder die sogar ans Land zu aller-höchster Stelle vorgetragene Angelegenheit mit dem Standesamtsverband Gamlitz/Sulztal/Ratsch. Da ist der Sauvignon-Hannes an Kaiser Karl mit der Bitte herangetreten, ein eigenes Standesamt in Ratsch führen zu dürfen, weil man die malerische und mit eigenen Händen erbaute Urbani-Kirche künftig als „Hochzeitskirche“ positionieren wollte.  Auch sei der Anteil an Abgaben für Ratsch zu hoch. Zuerst erklärte sich Kaiser Karl angeblich damit einverstanden, doch nachdem sich die Amtsleiterin von Ratsch zur Standesbeamtin ausbilden hatte lassen, sagte Karl Gerüchten zufolge plötzlich Nein.


Geschichten gibt es da noch viele, die man am und unterhalb vom Weinberg hört und die zeigen, dass in Gamlitz die Uhren ein wenig anders gehen. Beispielsweise die, wonach man beim sogenannten Welschlauf den Ehrenhausenern verbieten wollte, den Hauptplatz zu sperren, weil zu dieser Zeit andernfalls die Touristen nicht bis Gamlitz durchkämen … Ist halt ein heiß umkämpftes Pflaster, der Tourismus in der Südsteiermark, bei dem jeder mitnaschen möchte und sich so mancher sein eigenes Süppchen kocht, statt gemeinsam eine große Suppe zu brauen. Als Kater verstehe ich ja einen gewissen Hang zum Einzelgängertum - typisch Felidae eben -, aber dass jetzt auch die Menschen dazu neigen, verwundert mich schon ein bisschen. Wo doch die ureigenste Aufgabe des Tourismus darin besteht, Menschen zusammenzuführen …


Dieses und noch viel mehr raunte mir Mieze ins Ohr, während wir uns am Weine gütlich labten und die herrliche Weinbergkulisse genossen.  Ob die Gamlitzer Geschichten wohl alle stimmen und warum das so sei, wollte ich von meiner Mieze unter dem Buschenschanktisch bei der Jazz Gitti wissen, doch die schien die ganze Kommunalpolitik überhaupt nicht mehr zu interessieren. Sie wollte nur mehr das eine, wozu ich aber leider nicht mehr fähig war - Teufel Alkohol!


Euer Kater Morli

 

 


Liebe Leute, Freunde der Fastenzeit und Liebhaber von Palmwedeln und Osterbrot!
Lasset mich beichten. Euer Kater hat Unrecht getan. Erweckte er doch im Rahmen seiner Betrachtungen zum Wesen der Kunst im allgemeinen und künstlerischer Ereignisse wie etwa Vernissagen im Besonderen den Eindruck, die Künstler seien an der misslichen Lage, in die sie sich bei ihren Veranstaltungen bringen, selbst schuld. Dem ist freilich nicht so, und es bereut Euer Kater daher, den bemühten Künstler U. in diesem Zusammenhang namentlich gestreift zu haben. Denn freilich liegt das Verhalten vieler Ausstellungsbesucher, die sich mehr für das Buffet und kleinliches Getratsche interessieren, nicht an dessen Kunst, sondern am mangelnden Kunstverständnis der Besucher. Auf nichts anderes wollte ich hinweisen und leiste folgerichtig Abbitte.

So, genug bereut, schließlich ist ja auch die Fastenzeit vorbei und wir können der Völlerei wieder ohne schlechtes Gewissen frönen.


Dies wird auch passieren, wenn demnächst - freilich unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit - ein sogenannter Award (sprich: „Äwoad“) zu Ehren des steirischen Weines vergeben wird. Dieser aber, so höre ich auf meinen Streifzügen durch das fast schon frühsommerliche südsteirische Weinland, trifft bei den wackeren Produzenten des edlen Tropfens auf wenig Gegenliebe. Während sich die Winzer mit rauen Händen an den zarten Trieben der Rebstöcke zu schaffen machen, mault so manch einer laut vor sich hin und will kein gutes Haar an eben jenem Award lassen, der den Namen „Weinstiel“ oder ähnlich - ich verstand das aufgebrachte Gemurmel nicht recht - verpasst bekam.


Schon zum zweiten Mal wird dieser Award in den ehemaligen katholischen Folterkellern des Schlosses Seggau vergeben.


Und in wohlinformierten Kreisen der Weinstadt munkelt man darüber, wer denn der Organisator dieses sogenannten Events sei, bei dem der edle steirische Tropfen mit kulturlosen Wiener C-Promis in Zusammenhang gebracht wird.


Der Organisator also, ein Herr E., wirkte bis zu seinem Hinauswurf, der ihm mit sehr viel Geld versüßt wurde, als bemühter Manager der Steiermark-Werbung, wird erzählt. Danach übte er sich im Texten von Liedchen. Allerdings eher erfolglos - ein von ihm erdachter Song schaffte es dennoch beim Songcontest auf einen herausragenden Platz, nämlich den letzten.


Dafür organisiert er für ebenfalls viel Geld jetzt den  „Catwalk“ (das sind aneinandergereihte Kisten, auf denen magersüchtige Blondinen irgendwelche Fetzchen vorführen) im Rahmen jenes „Weinstiel“-Events.


Dabei hat er als Stargast für den „Catwalk“ leider an den einzigen und originalen satirischen Kater der Region nicht gedacht.


Dafür aber an eine Sekretärin der als Krawallblatt verschrienenTageszeitung, die unlängst - also 2003 - von einigen spätpubertären Herren in einem Casino zur „Miss Austria“ gewählt worden war. Ein Jahr später hing sie ihre Model-Karriere an den Nagel, weil sie mit den in dieser Zeit für ein paar Auftritte lukrierten 5000 Euro nicht reich geworden ist. Für den erfolglosen Songtexter E. aber ist sie ein Top-VIP.
Ebenso wie das angebliche Top-Model Carmen K., welches 2006 ihren letzten Auftritt in einer Kampagne der Österreich-Werbung hatte.


Mehr als gealtert ist wohl auch das auf der sogenannten VIP-Liste erstgenannte Model: eine Schwedin mit 60 Jahren, die ihre Haarfarbe ehrlich als grau angibt. Na, das ist doch wenigstens ehrlich und für sich kurios. Nur schade, dass die Dame mit so vielen gescheiterten Nobodys auf dem „Catwalk“ der Weinstiele herumlaufen muss.


Kein Wunder, dass sich heuer so mancher Besucher der vorjährigen Premierenveranstaltung dort nicht mehr blicken lassen will. Lamentieren doch feinsinnige Menschen darüber, dass der noble und edle südsteirische Wein mit einer solchen Veranstaltung auf TetraPack-Niveau gezerrt werde.


Freilich aber ist die Gefahr, dass von derlei Peinlichkeiten etwas an die breitere Öffentlichkeit dringt, gering. Krähte doch schon im Vorjahr kein Hahn außerhalb der Hörweite des Schlosses nach dieser Veranstaltung.


Dies ist das, was man als Schadensbegrenzung bezeichnen könnte.


Selbige freilich hat der Leibnitzer Fremdenverkehrsverband zur Zeit auch notwendig, wie in wohlinformierten Kreisen, welche sich derzeit vorzugsweise in den Gastgärten des Hauptplatzes sonnen, gemunkelt wird.


Befasste man doch jüngst den ohnehin vielbeschäftigten und im übrigen geradezu ehrwürdigen Leibnitzer Gemeinderat mit einer recht persönlichen Angelegenheit: Da wurde nämlich begehrt, die Parkgebühr zu erlassen, quasi als kleine Entschädigung für unermüdliches Wirken im Interesse der Leibnitzer Tourismusgebührenzahler, welches es auch notwendig macht, dass neben dem Besuch des Tourismusbüros auch diverse Gaststätten aufgesucht werden müssen, was zu einer Überschreitung der Gratis-Stunde und somit zur geradezu ruinösen Gebührenpflicht in Höhe von 60 Cent pro Stunde führen würde.


Nun erscheint es dem einen oder anderen kleinlich, wegen ein paar Cent für einen Parkschein den ehrwürdigen Gemeinderat zu befassen, schon gar, wenn man selbst nicht gerade am Hungertuch nagt.


Doch es geht in dieser Angelegenheit ganz offensichtlich ums Prinzip und so sind nach dem Affront, dass der städtische Weisenrat dieses Ansinnen brüsk zurückgewiesen hat, im Hintergrund weitere Bemühungen im Gange, doch noch zum begehrten Gratisparken zu kommen.


Ein Privileg übrigens, das auch diverse Mitglieder des Stadt- und Gemeinderates genießen sollen. Da existiere nämlich beim zuständigen Parkwächter eine ominöse Liste, auf der die geheimen Freiparker verzeichnet sind, wurde mir jüngst in einer übel beleumundeten Spelunke von Rathaus-Insidern berichtet. Und auf dieser Liste, so geht das Gerücht weiter, seien sogar ehemalige Gemeinde- und Stadträte wie auch -innen verzeichnet.


Die Moral aus der Geschicht‘: So klein kann ein Vorteil gar nicht sein, dass man in entsprechender Position nicht dennoch versucht, ihn sich zu erschleichen.
Doch weiter zu einem meiner Lieblingsthemen - der heimischen Gastronomie. Da stehen ja Änderungen bevor, wie allerorten berichtet wird. Draußen beim Seppl in Linden kocht die Gerüchteküche ganz im Gegensatz zu seinen Suppen ebenso über wie drinnen beim Guido. Die Frage aller Fragen lautet, wer denn in nächster Zukunft als neuer Betreiber des Bierdepots an der zur Zeit zur Baustelle umfunktionierten Bahnübersetzung fungieren wird. Dieses treffliche Etablissement nämlich, welches ich entgegen anders lautender Gerüchte niemals mit dem üblen Gasthaus zum Dreckigen Löffel in Verbindung bringen würde, verliert ja dieser Tage seine Betreiberinnen. Doch bei allem Interesse an einem Ortswechsel, der hie wie da angeblich vorhanden sein soll, wichen die hoffnungsfrohen neuen Bahnhofs-Wirten doch vor den Geschäftspraktiken der allmächtigen Brauherren zurück. „Die suchen keinen Pächter, die suchen einen Sklaven“ ließ sich einer, der es wissen muss, jüngst vernehmen und so steht zu befürchten, dass ein Juwel der Leibnitzer Gastronomie noch lange wenn nicht gar für immer leer stehen und dem Verfall preisgegeben wird.


Dies, liebe Leute, also zur Lage des Weinlandes und der Weinstadt, welche ja dieser Tage auch in so manchem Parteigremium diskutiert wird. Bei den seit der letzten Wahl fast allmächtigen Roten etwa, wo sich allerdings leichter Unmut zu regen beginnt. Vor allem die neuen Gemeinderäte, so heißt es, hätten sich mehr erwartet und kritisierten jüngst an einem Samstag Vormittag den Stillstand. Doch wo kein Geld, da spielt auch keine Musi, da kann die Mehrheit noch s groß sein, weiß


Euer Kater Morli

 


Liebe fastende Leute, der Fasching ist vorbei. Nachdem so mancher beim Heringsschmaus am strengen Aschermittwoch bis zum Erbrechen gefastet hat, sind nun die Mühen der Ebene erreicht, die der eine durch den Verzicht auf Nikotin, der andere gar durch das Ablassen vom Alkohol würdig zu durchschreiten versucht. Es gibt sogar Menschen, die in dieser heiligen Fastenzeit den fleischlichen Genüssen vollends entsagen, doch höre ich, dass diese noble Haltung eher mit dem eigenen Unvermögen, die dafür notwendigen Positionen zu erreichen, zu tun hat als mit religiösem Eifer. Für mich als gezwickten Kater sind ja jene fleischlichen Genüsse ohnehin unerreichbar, was mich aber auch in die bequeme Position bringt, sexuell nicht erpressbar zu sein, wie dies auch auf einen aus Funk und Fernsehen bekannten lieben Freund meines Herrchens zutrifft. Zumindest behauptet jener dies wenig glaubwürdig von sich.


Wie immer aber geht in den Etablissements, Spelunken und Tränken dieser Region - vom „Gasthaus zum Dreckigen Löffel“ bis hin zu noblen Haubenlokalen an der Weinstraße, wo man beim Servieren der niedlichen Speisen meint, das Küchenpersonal hätte bloß vergessen, die Reste der Voressenden vom Teller zu entfernen - in all diesen gastronomischen Institutionen also geht der Fasching weiter. Man muss nur genau genug zuhören, wozu mich meine feinen Katzenöhrchen ja befähigen.


Und so schreite ich also zu meinem Bericht, welcher mit dem runden Jubiläum einer weiteren Institution unserer Bezirkshauptstadt beginnen soll. War das eine Aufregung, als der greise Otto drüben beim Guido im Kulturzentrum gleich halb Leibnitz zu den ausufernden Feierlichkeiten anlässlich seines schon bald 100. Geburtstags lud. Halb Leibnitz war auch wirklich gekommen und ganz Leibnitz gratulierte. So las man es zumindest auf einem vor dem Kulturzentrum affichierten Plakat. Ganz Leibnitz? Nein, eine kleine Schar Aufrechter weigerte sich. Sie gratulierten nicht und erschienen auch nicht zum pompösen Fest. Es handelte sich dabei allerdings nicht um die sattsam bekannten Gallier A. und O., sondern um ein wesentlich weniger gewalttätiges Grüppchen, die Überreste der einst allzu stolzen Leibnitzer Kohlensäcke nämlich. Die tragen dem vormals schwarzen Otto immer noch nach, dass er sich einst um den Preis des Vizebürgermeisteramts vom Beppo kaufen hat lassen und so Leibnitz „umgefärbt“ und die Kohlensäcke in die Bedeutungslosigkeit gestoßen hat. An der Theke beim Guido interessierte dieser abgestandene Kaffee freilich keinen mehr, und so kamen angesichts all jener, die gekommen waren, bloß jene zur Sprache, die sich geweigert hatten. Auch eine Methode, um ins Gespräch zu kommen…


Ins Gespräch kommen wollen auch immer wieder Künstler oder solche, die sich dafür halten. Sie führen zu diesem Zwecke sogenannte Vernissagen durch, im Rahmen derer sie viele alte und ein paar neue Werke präsentieren. Jene, die kommen, tun dies, um gesehen zu werden, zu plaudern und sich am Buffet zu laben. Der eine oder andere wirft auch einen Blick auf die Kunstwerke. Zumindest höflichkeitshalber. Weder aus Höflichkeit noch aus künstlerischem Interesse verschlug es mich zu zwei solcher Veranstaltungen, und was ich dort zu hören bekam, versetzte mich in Entzücken. Allein die Aussage eines Besuchers, welcher die ausgestellten Malereien aus Langeweile gemustert hatte, die Werke des vormaligen Schulinspektors U. seien von „Uringelb“ dominiert, machten die Veranstaltung für mich zu einem Erfolg. Fast noch schöner war die Vorlesung des hier schon länger nicht mehr erwähnten Heli P. (wir kommen das nächste Mal darauf zu sprechen, warum der liebe Heli trotz des bald vorgelegten Rechnungsabschlusses P. genannt werden muss) zu Ehren des anwesenden und jubilierenden autodidaktischen Künstlers. Da fand nämlich auch der Maler Tintorello Erwähnung, was insofern bemerkenswert ist, als es diesen gar nie gab. Wahrscheinlich war der Pinselartist Tintoretto gemeint, der vor vielen Jahren in Venedig wirkte, wie ich dem mir inzwischen vertrauten Internetz entnahm. Aber auch diesen hätte der Heli P. ohne Ghostwriter - und ich glaube auch diesen zu kennen - wahrscheinlich nicht gekannt.


Dies aber ist auch nicht seine Aufgabe und so wollen wir ihm nicht böse sein. Als aber bei der nächsten Vernissage der bemühte Schuldirektor H. in der von ihm intendierten Galerie angesichts der Präsentation von Skulpturen darauf hinwies, dass das Bemerkenswerte an den Plastiken des Künstlers ihre Dreidimensionalität sei, mussten viele lachen. Denn, liebe Leute, eine Plastik, der die Dreidimensionalität fehlt, muss zuvor unter eine Straßenwalze gerutscht sein.


Zufrieden also trottete ich aus der Leibnitzer Innenstadt Richtung Heimat und wäre dort schon fast wieder auf der mir in den Wintermonaten so vertrauten Ofenbank gelandet, hätte ich nicht bei der Herta draußen in Kaindorf noch ein Lichtchen erblickt. Zwischen fliegenden Dartpfeilen und donnernden Kugeln auf der Kegelbahn machte ich es mir so gemütlich wie möglich, wollte angesichts des dramatischen Fehlbestands an kulinarischen Genüssen schon wieder gehen, um schließlich noch ein Weilchen zu verharren, weil ich ein interessantes Gespräch aufschnappte. Da ging’s nämlich um den drolligen Fredl, seines Zeichens Ortsvorsteher im Weiler T., und den gutmütigen Erwin, der ihm dort als Vize dient. Die beiden haben im Gemeindevorstand wieder einen bedeutenden Beschluss gefasst: Sie verweigerten hochoffiziell einem Bürger die Ausgabe von Holzstipfeln, welcher dieser zur besseren Abgrenzung seines Grundstücks von der Gemeindestraße höchstselbst ins Erdreich rammen wollte. Dass solche Stipfeln zu Hunderten im gemeindeeigenen Wirtschaftshof lagern tut nichts zu Sache, vielleicht aber das Faktum, dass der Antragsteller ein ungeliebter Nachbar des drolligen Fredl ist. Der Beschluss ist fast so bedeutend wie die Ablehnung einer minimalen Grenzänderung draußen in Neutillmitsch, wo sich die Gemeindeoberen von T. standhaft weigerten, eine Böschung der Nachbargemeinde zu übertragen, weil sonst „die Entwicklung in diesem Ortsteil gefährdet“ sei. Dass sich die beiden Herren draußen bei der Herta gefragt haben, ob die hochbezahlte Tillmitscher Gemeindeführung keine anderen Sorgen hätte, nimmt einen da nicht wunder.


Weiter große Sorgen bestehen indes innerhalb der Gemeinschaft vom grünen Rocke, wie ich in meiner Eigenschaft als ausgewiesener Experte für Fragen der Jagd im Allgemeinen und der inneren Verfasstheit des südsteirischen Jägers im Besonderen erfahren durfte.
Denn mancherorts ist die Zeit der Jagdvergaben angebrochen. So auch drunten in Aflenz, wo darob große Aufregung herrscht. Wollen doch aufmüpfige Jungjäger ebenfalls am seit langem an eine Gruppe ehrwürdiger Grünröcke vergebenen Jagdglück teilhaben. Als ihnen dies mit der Begründung verweigert wurde, sie seien zu unerfahren, bewarben sie sich selbst bei den Grundeigentümern um die Jagdvergabe. Es darf dazu angemerkt werden, dass einer der Jungjäger, namentlich der Handwerker P., dem edlen Weidwerk bereits seit 27 Jahren nachgeht. Dies mag für viele als eine lange Zeit erscheinen, um hegend, pflegend und jagend durch die Aflenzer Flure zu streifen, dürften es wohl um ein paar Jährchen zu wenig sein.
In wenigen Tagen wird es nun zur Entscheidung kommen, ob die alten oder die neuen Jäger im Aflenzer Revier ihrem zeitweise blutigen Handwerk nachgehen dürfen.
Frieden wird im beschaulichen Flecken aber wohl keiner einziehen, wie beim traditionsreichen Wirt drunten an der Sulm gemunkelt wird. Die weisen Alten dort verweisen auf das Beispiel Leitring: Dort streiten zwei Brüder noch sechs Jahre nach der Jagdvergabe um deren Rechtmäßigkeit.
So bin ich am Ende meines Berichtes angelangt und schon voller Vorfreude auf die warme Jahreszeit, wo ich auch wieder weiter entfernte Stätten aufsuchen kann, auf dass ich meiner treuen Leserschaft wieder heitere Episoden aus dem Südsteirischen  berichten kann.
  
Bis zum nächsten Mal
Euer Kater Morli


Liebe Leute, die Farbe Braun hat nichts Erhabenes. Ungeliebt ist sie, eine schmutzige Mischkulanz aus verschiedensten Tönen, die in keinster Weise mit dem heiteren Gelb, dem edlen Blau, dem reinen Weiß oder dem beherrschenden Rot, auch nicht mit der Erhabenheit dunkelster Schwärze konkurrieren kann.
Braun ist einfach nur schmutzig, auch wenn die Erde, die uns seit Jahrtausenden ernährt, aus unerfindlichen Gründen diese Farbe angenommen hat.
Dies also, geschätzter Leser, zur Farbenlehre Eures treuen Katers, die ich in meinem Winterquartier auf der Ofenbank entworfen habe. Freilich mit einem Hintergrund, inspirierte mich doch mein gelegentliches Streunen an den wenigen Sonnentagen zu diesen Überlegungen.
Denn eines Tages verschlug es mich in das an dieser Stelle bereits zu Ehren gekommene Gasthaus zum Dreckigen Löffel, wo ich normalerweise nicht verkehre, doch überwand ich meine Abscheu gegen Staub und Schmutz, um zu hören, was der blaue Hans dort mit seinem Freunde Toni zu besprechen hatte. Gar wild gestikulierte der krawattenlose Hans, seine Baggerschaufeln gleichen Hände wirbelten durch die verrauchte Luft der verruchten Spelunke, sodass es dem Toni seinen Strohhut, den er auch im Winter von Zeit zu Zeit zu tragen pflegt, vom Haupte wehte.
So erregt war der Hans, dass ihm eine nicht nur für meine feinen Katzenohren hörbare Flatulenz entwich, welche er aber glücklicherweise mit seiner Stimme übertönte. Der Grund für seine Erregung: Soeben hatte man ihn aus jener Partei, der er seit Jahrzehnten treuest diente, ausgeschlossen. Und das am Höhepunkt seiner politischen Laufbahn!
Mit großer Mehrheit war der Hans schon vor der verwichenen Gemeinderatswahl zum blauen Fähnleinführer gewählt worden, und bereits damals regte sich Widerstand. Der junge Daniel nämlich, welcher jahrelang als Mehrheitsbeschaffer der Stadtroten einen Platz im Leibnitzer Gemeinderat versaß, wollte vor dem blauen Urgestein nicht weichen. Und marschierte bei jenem Stadtparteitag gleich mit einigen seiner aus dem ganzen Bezirk zusammengekarrten alten Recken auf, welche neben ihrem fortgeschrittenen Alter vor allem eines gemeinsam hatten: ihre Sympathie für die Waffen-SS, welche der eine oder andere auch durch eine Mitgliedschaft in der berüchtigten „Kameradschaft IV“ zum Ausdruck brachte. Diese Vereinigung Ewiggestriger hat auch die Sympathie des jungen Daniel. Doch das schadet bei den heimischen Blauen nicht, wie man weiß, vor allem seit dort ein Hinterzimmer-Historiker am Ruder ist. Der ist nämlich auch bei der „Kameradschaft IV“ und verteidigt das damit, dass er dort „auch anständige Leute kennengelernt hat“. Die Frage ist, ob wir daraus schließen können, dass die Mitglieder der „K IV“ in der Regel unanständig sind.
Doch zurück zur von Flatulenzen unterstrichenen Erregung des nun vormals blauen Hans im Wirtshause zum Dreckigen Löffel.
Er ortet nämlich eine Intrige des Kitzecker-Seppl, welcher nicht mit dem Etablissement-Betreiber gleichen Spitznamens verwechselt werden sollte. Seit nämlich der Kitzecker-Seppl bei den südsteirischen Blauen das Sagen habe, versuche er, sich die Leibnitzer Stadtorganisation einzuverleiben. Mit der Berufung des Kitzeckers in den Nationalrat dieser Republik sei dies alles noch schlimmer geworden.
Im Vordergrund steht wie immer das liebe Geld, welches vom vormals blauen Hans mit Nachdruck verlangt wurde. Jenes nämlich, das er beim Glühweinstand der Leibnitzer Blauen in der vorgeblich besinnlichen Adventzeit eingenommen hat. Als er sich weigerte, dieses in die Parteikasse des Kitzeckers abzuliefern, und es stattdessen spendete, eskalierte die Situation. Die Ablehnung von Subventionen für den putzigen „Alpenländischen Kulturverband Südmark“ des jungen Daniel brachte das Fass zum Überlaufen: Sogleich belegte man den guten Hans mit einem Funktionsverbot, alsbald schloss man ihn auch aus der Partei aus. „Parteischädigend“ sei sein Verhalten, schäumten die Oberblauen, und der Hans blieb ihnen in seiner Verteidigungsrede nichts schuldig: Schließlich ist mit einer vormaligen Grazer Spitzenkandidatin ja ein Vorstandsmitglied schon verurteilt, der Parteiobmann selbst wurde wegen eines „blöden Computerspiels“, wie sich der Hans ereiferte, ebenfalls vor den Kadi gezerrt. Ob nicht auch dies parteischädigend sei, fragte der Hans die erlauchte Runde droben in Graz, worauf sie ihn hochkant hinauswarfen.
So wird er eben jetzt als „wilder“ Gemeinderat noch die nächsten vier Jahre im Leibnitzer Rathaus wirken.
Und die Moral von der Geschicht‘: Da hat die braune Flut einen mitgerissen.
Jetzt können die geschätzten Leser auch zumindest teilweise verstehen, warum ich auf meiner Ofenbank eine spezielle Farbenlehre unter besonderer Berücksichtigung der Farbe Braun entworfen habe.
Gänzlich verstehen kann es der, der sich auch mein nächstes Geschichtchen zu Gemüte führt. Auf jenes stieß ich nämlich auf meinem Heimweg vom Wirtshause zum Dreckigen Löffel, als ich in ein Kanalgitter gestopft einige Dokumente fand. Und darin ging es um eine braune Flut ganz anderer Art.
Nämlich um jene, die von Alt und Jung, Männlein und Weiblein, Roten, Schwarzen, Blauen und gar Grünen Tag für Tag in den Abort gelassen wird und sich hernach in unserem Kanalnetz wiederfindet.
Diese braune Flut will sachgerecht behandelt werden und so kümmert sich schon seit mehreren Jahren ein Abwasserverband unter der Obhut des gemütlichen Kanal-Willis um deren Entsorgung und Säuberung.
Freilich sind für diese unappetitliche Aufgabe auch gewisse Hilfsmittel notwendig, darunter ein Kanalspülwagen, welcher Verstopfungen und somit ein Ergießen der Fäkalien auf unsere blitzsauberen Rinnsteine und blankgeputzten Straßen verhindert.
Wie nun aus den von mir entdeckten Papieren hervorgeht, gibt es einen solchen Kanalspülwagen bereits seit 1978. Mehr als zwei Jahrzehnte nach Anschaffen dieses ersten Fahrzeugs wurde überlegt, ob es nicht Zeit für ein neues wäre. Das war - und der geneigte Leser möge sich dieses Datum merken - 1999. Und noch bevor diese Überlegungen abgeschlossen waren, kaufte man einmal ein neues Fahrgestell.
Dieses ruhte drei Jahre lang in Frieden auf dem Gelände des Abwasserverbandes, während sich die chemischen Kräfte der Oxidation an seinen zahlreichen Metallteilen zu schaffen machten.
Nach dieser Nachdenkphase, also im Jahre 2002, überlegte man im Vorstand jenes Schlammverbandes, ob es nicht doch klüger wäre, eine Firma mit der Kanalreinigung zu beauftragen. Die Überlegungen verliefen dahingehend im Sande, dass beide Varianten gleich teuer wären.
So zogen wieder vier Jahre ins Land, in denen die Oxidation ihr Werk tat, das segensbringende Element Eisen mit dem ebenso segensbringenden Sauerstoffe anreicherte und so zu wenig segensbringendem Rost führte.
Nun war aber der alte Kanalspülwagen endgültig in einem methusalemischen Alter angelangt und wurde außer Dienst gestellt.  Ende des Jahres 2006 entschloss man sich daher, das vom Rost zerfressene alte Fahrgestell, das verflixte sieben Jahre zuvor angeschafft worden war, gegen ein neues einzutauschen.
Wieder ein Jahr später wurde dieses geliefert und ein weiteres Jahr später - wir schreiben nun das Jahr 2008 - auch mit einer Fahrerkabine versehen.
Den für die Kanalspülung unumgänglichen Aufbau aber gibt es noch immer nicht; schon wieder sind drei Jahre ins Land gezogen und mittlerweile wissen wir aus Erfahrung, wie es um die Wechselwirkung zwischen Eisen und Sauerstoff bestellt ist.
Auch da gibt es also offensichtlich einen braunen Sumpf, der aber mangels Kanalspülwagen nicht abgepumpt werden kann.


So danke ich dem treuen Leser für seine Aufmerksamkeit, entschuldige mich für die zum Teil unumgängliche Fäkalsprache und wünsche noch einen heiteren Fasching.
Dazu ein kleiner Tipp: In unseren gesetzgebenden und beratenden Stuben wie dem Parlament, dem Landtag oder auch dem Gemeinderat ist fast immer Fasching und der Eintritt ist im Gegensatz zu den vielen vergnüglichen Faschingssitzungen unserer Region  auch noch kostenlos.
Nutzet dieses Angebot!


Euer Kater Morli

 


Kater Morli
... hat sich mit Schweinen herumgetrieben


Nun, liebe Leute, willkommen im neuen Jahr. Wer meint, dass sich gegenüber dem alten Jahr etwas gebessert hätte, ist durch den Neujahrsempfang der Bundesregierung eines Besseren belehrt worden. Ausschnitte davon durfte ich ja von meinem Winterplatzerl vor dem Ofen aus im Fernsehen verfolgen und konnte daraus erkennen, dass die Bundesregierung unter der Führung des lustigen Trachtenpärchens Werner und Seppl ihren Arbeitsauftrag heuer genauso ernst nimmt wie im Vorjahr. Sie werden nämlich wohl mangels Ideen am besten gar nichts tun. Dabei - so hörte ich kürzlich ein prominentes ehemaliges Mitglied der Bundesregierung sagen - ist es für das Land ohnehin besser, wenn die beiden gar nichts tun. Weil außer Unsinn  haben sie ja nichts weitergebracht.
So hat mich also das Fernsehen nicht belehrt - nicht einmal eines Besseren, haben doch meine feinen Katzenohren schon von so vielen Untaten gehört, dass mich nichts mehr zu erschüttern vermag.
Worauf ich beschloss, die ersten trügerischen Sonnenstrahlen zu nutzen, um dem vermeintlichen Frühling zu begegnen. Und ich machte mich auf nach Altenmarkt, wo nebst dem Hasipeter und dem grausamen, aber gerechten Scharfrichter P. auch der selbstgekrönte Schweinebaron H. sein Anwesen hat.
Und wenn ich dort Schweine getroffen habe, so hat dies nichts mit den handelnden Personen zu tun, sondern vielmehr mit den dort tatsächlich ansässigen Schweinen.
Gerade jene aber machte sich der angehende Schweinebaron H. auf, zu vertreiben. Gerade einmal ein Dutzend der herzigen Tierchen, mit denen ich sofort Freundschaft geschlossen habe - ganz ohne schlechtes Gewissen, ist doch Ente mein Leibgericht, wie meine treuen Leser wissen -, gerade einmal ein Dutzend Schweinchen also hausen dort in einer niedlichen Stallung und erwarten in familiärer Atmosphäre ihre Schlachtung.
Gerade diesen ruhigen Lebensabend will ihnen der Schweine-Peter, wie ich jenen angehenden Schweinebaron H. nämlich in Anlehnung an den herzigen Ziegen-Peter von der Heidi nennen möchte, nicht gönnen.
Just am Weihnachtstage flatterte den Besitzern besagter Säue, welche sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schweine-Peter und seiner Josefine befinden, auf die wir später noch zu sprechen kommen, nämlich ein Bescheid der Stadtgemeinde Leibnitz ins Haus, wonach ihnen jede Nutztierhaltung verboten sei. Nicht einmal die armseligen Hühner, welche zweimal in der Woche noch ein Frühstücksei
legen, wollte der Schweine-Peter in seiner Nachbarschaft dulden, auch nicht die herzigen Häslein, die dereinst als Sonntagsbraten, vielleicht aber auch als Spielzeug für die Enkelkinderlein hätten dienen sollen.
Wollte der Schweine-Peter etwa nichts, aber auch schon gar nichts, was den Geruch lebender Tiere ausstrahlt, in seiner Nähe dulden? Oder standen tierschützerische Überlegungen bei der Verhinderungsaktion Pate?
Es war übrigens auch kurz vorm Christfeste, als die betuliche Stadträtin Margit ein anwaltliches Schreiben des Schweine-Peters zugestellt bekam, in dem sie aufgefordert wurde, energiepolitische Aussagen zu unterlassen. 
Da ist es natürlich von besonderem Interesse, was der Walter, der noch bis vor kurzem über unser Wasser herrschte, kürzlich draußen beim trefflichen Baumwirte erzählte: Dass nämlich just jener Schweine-Peter gleich zehntausende Ferkerln in der Gralliger Au züchten will. Also weit genug weg von seinem Altenberger Domizil. Und so wird er ja auch vom Gestanke, den diese Wesen ganz ohne ihr Wollen und Wissen ausdünsten, nicht belästigt. Da erspart er sich dann auch die Klage.
Die hat einer seiner Kollegen im Geiste hingegen dem Walter zustellen lassen. Weil der eine Werbetafel gegen den grauslichen Saustall aufgestellt hat.
Die Herren Schweinebauern haben‘s also mit den Klagen und Anwaltsbriefen.
Vor allem der Schweine-Peter, der höchst interessante juristische Beziehungen zu den Mitgliedern seiner erweiterten Familie unterhält.
Diese besteht ja auch aus Landwirten, welche sich aber mittlerweile ihrer ursprünglichen Profession nur mehr eingeschränkt widmen und stattdessen im „Big Business“, wie der Lucky Joe aus St. Nikolai es ebenso nennt wie unser aller Governator, aktiv sind.
Dummerweise aber kommen sich die Geschwister und Cousins der weitverzweigten Familie H. immer wieder im selben Gewerbe ins Gehege. Dem Bauwesen nämlich.
Und so hat sich im Laufe der Zeit eine rechte Konkurrenz vor allem zwischen dem Schweine-Peter und seinem Cousin FJ entwickelt. Schließlich kaufen beide im großen Umfang Grundstücke, um darauf Wohnungen und Häuser zu errichten.
Anfangs war das unproblematisch, Cousin FJ war im Hause des Schweine-Peters und seiner Josefine gar ein gern gesehener Gast, der viele notwendige Arbeiten unentgeltlich erledigte.
Nicht nur Küsschen auf die Wange, sondern sogar ganze Torten erhielt FJ dafür von der ihm verwandtschaftlich verbundenen Josefine.
Bald aber war der Spaß vorbei: Da hatte FJ nämlich mehr Häuser als der Schweine-Peter und sollte daher vom Cousin in die Schranken gewiesen werden.
Dies geht in diesen Kreisen am einfachsten unter Zuhilfenahme eines Advokaten.
Letzterer forderte FJ auf, es zu unterlassen, sein Unternehmen unter dem ihm von Geburt an gegebenen Namen H. zu führen, schließlich tue dies auch sein Klient, und das schon länger.
Seltsamerweise erwies sich das Argument des beklagten FJ, auch er heiße H. und könne sein Unternehmen daher so benennen, vor dem gestrengen Richter als so schlagkräftig, dass sich dieser weigerte, den skurrilen Fall überhaupt zu verhandeln.
Um ein weiteres Sahnehäubchen auf diese pikante Leibnitzer Familiengeschichte zu setzen: Der Anwalt des Beklagten FJ war just der Bruder des Klägers, also des hier schon mehrfach benannten Schweine-Peters. Dieser aber entzog sich dem Verfahren schließlich, indem er die Firma offiziell seiner angetrauten Josefine überschrieb, wonach sich diese mit ihrem einst mit Küssen und Törtchen überhäuften Schwiegercousin FJ herumschlagen durfte.
Hätte die Posse nach einigen tausend Euro Kosten und reicher gewordenen Advokaten nicht in einem Vergleich geendet, würden die beiden Cousins wohl heute noch darüber streiten, wer sich rechtmäßigerweise als Bauherr H. bezeichnen darf.
Dies also dazu, was ich von den Schweinen am Hofe in Altenberg erfahren habe, und ich darf hinzufügen, dass eines dieser possierlichen Tierchen mittlerweile bereits als Weihnachtsbraten geendet hat. Aber als glückliche Sau, schließlich ist ihre Bestimmung ja der Römertopf.
Soviel also zu den echten Sauereien, welche hier in der Südsteiermark passieren und die ich von meinen neu gewonnenen, aber kurzlebigen Freunden im Saustall zu Altenmarkt erfahren durfte.
Nun könnte ich noch dies oder jenes aus der örtlichen Politik anmerken, was mir im Zuge der diversen Neujahrsempfänge der regierenden Bürgermeister zugeflüstert wurde, doch reicht hiefür der Platz nicht aus.
Zu spannend war die Geschichte vom Schweine-Peter und seinen juristischen Eskapaden, deren Genesis ich in Schweineställen und örtlichen Wirtshäusern nachvollziehen durfte.
Vielleicht gibt es ja nach diesem Text deren weitere.

 


Euer Kater Morli

 


Kater Morrli sitzt stets am längeren Ast

Liebe Leute, vor allem auch liebe Freunde der Flecksuppe. Es wird Euch verwundern, warum ich so kurz vor dem herandräuenden scheinheiligen Abend ein derart profanes, um nicht zu sagen vulgäres Gericht erwähne, doch muss es in Erinnerung gerufen werden, weil ich ein kleines Schüsselchen davon abbekam, als ich mein Herrchen nach draußen vor die Stadt begleitete. Es war im Wirtshause G. im Marktflecken W., wo ich mit meinem Freund Strolchi, einem trefflichen Hündchen, den manche als Promenadenmischung bezeichnen würden, mich an den Abfällen der dem Wirtshause G. zu W. angeschlossenen Fleischhauerei zu schaffen machte, während oben am Tisch sich die Herren die Flecksuppe schmecken ließen. Darunter auch mein Herrchen, der das Gericht sehr lobte, was diesem zur Ehre gereicht, ist mein Herrchen doch allseits als herausragender Koch und Küchenvirtuose bekannt. Dazu ist zudem zu sagen, dass mein lieber Freund Strolchi so viele Rassen in sich beherbergt, dass er schon wieder als reinrassig betrachtet werden könnte. Zumindest ist er in seiner Mischkulanz einzigartig.
Dies aber nur nebenbei und zur höheren Ehre der Flecksuppe, eines ebenso unterschätzten Gerichtes, wie es dem Bluttommerl, der Magerlsuppe und der Brein- oder Blutwurst geschieht, die allerdings in den kommenden Wochen zumindest hier in unserer Weinstadt wieder ein Comeback feiern sollen.

Viel wichtiger ist, was an diesem Tische, unter dem ich mit meinem lieben Freund Strolchi die Flecksuppe schlabberte, besprochen wurde. Es wird den Leser nicht verwundern, dass ich den Spuren der Jägersleut’ folgte, von denen einige gegen mich sind, viele aber in sympathischen Worten ihre Unterstützung kundtaten und davon abließen, auf mich als streunenden Kater zu zielen geschweige denn zu schießen. Sie verweigerten sozusagen den Exekutionsbefehl, den ihr oberster Herr, der Geldverleiher G., ihnen erteilt hatte.


Seine Autorität nämlich beginnt zu schwinden. Nicht weil er einen nicht einmal lustigen Leserbrief in diesem Blatte erzwungen hat, in dem er mein Herrchen als üblen Tschecheranten beschimpft. Auch nicht deswegen, weil er in einer nicht abgedruckten Version dieses Leserbriefs sich verbal gar am Töchterchen meines Herrchens, dem lieben, aber armen  Hannerl vergriff. All dies wären Gründe für Euren Kater Morli, den Geldverleiher G. bis an sein Lebensende zu verfolgen. Doch glücklicherweise nehmen andere mir diese Arbeit ab. Und Euer treuer Kater wäre nicht der, der er ist, würde er von dergleichen Unbill nicht erfahren.

So sei also dies berichtet, getreu der Darstellung, wie sie mir im Gasthause G. im Marktflecken W. zu Ohren gekommen ist: Der gierige Geldverleiher und Oberjäger G. wollte aus unerfindlichen Gründen ein Abschussverbot für Fasanhennen durchsetzen. Dies im Rahmen einer landesweiten Sitzung der Jägerschaft. Nun fehlt es Eurem treuen Kater an jeglichem Wissen über die Jagd, so dass ich diesen Vorschlag nicht beurteilen kann. Ich kann nur sagen, dass Fasanhennen nicht zu meiner Lieblingsbeute zählen und ein Abschussverbot daher mich als streunendes Raubtier nicht berührt. Im Übrigen werde ich derzeit in zahlreichen gastronomischen Institutionen so gut gefüttert, dass die freie Wildbahn mich nicht reizt. Dies nebenbei. Interessant ist freilich, dass der oberste Jäger und Industrielle F. - ebenfalls aus dem Südsteirischen stammend - das Ansinnen des Geldverleihers G. brüsk ablehnte und auch sämtliche andere Bezirksjägermeister mit seinem Vorschlag nichts anfangen konnten. Verwundert runzelten sie die Stirn und fällten schließlich das Urteil: Der Vorschlag wird abgelehnt, der Antragsteller sei offensichtlich jagdlich inkompetent. Blöd nur, dass der Groscherlzähler und Geldverleiher G. lokaler Oberjäger ist. Da tut solch ein Urteil weh.
Vielleicht aber helfen die innigen Beziehungen von G. zum Tierschutzverein darüber hinweg - sollte er wirklich abgewählt werden, könnte er ja Asyl im Adamhof, wo so viele meiner Artgenossen ihr Dasein fristen, erhalten. Freilich ohne Schießgewehr. Sein Schießgewehr an den Nagel hängen könnte übrigens auch bald ein anderer, wie mir beim ehemals „Wilden Mann“ droben in Wildon zugeflüstert wurde: Der Oberbauer Sepp aus Allerheiligen, welcher neben der einen oder anderen Kuh auch schon einen Fasan geschossen haben soll. Damit befindet er sich übrigens in guter Gesellschaft: Altlandeshautpmann K. soll seinerzeit einen dumpfen Haflinger statt eines edlen Rehs erlegt haben, was in seiner Entourage zu Verlegenheit, in Jägerkreisen aber zu großer Erheiterung geführt haben soll.


Der gute alte Seppl nämlich war Objekt einer Probeabstimmung über die neue Jägerführung im Wildoner Distrikt. Und siehe da, seine Popularität war endenwollend, erhielt er doch von rund 400 Jägern genau eine Stimme. Manche wollen wissen, dass es seine eigene war. Da kann er sich den Traum vom Landesjägermeisterstellvertreter wohl abschminken.


Damit wollen wir das Kapitel über die Grünröcke schließen, es hat sich erschöpft. Was Euer treuer Kater als Scherz begann, hat sich ausgeweitet und wird Ende Jänner sein Ende finden. Für den Geldverleiher G. vielleicht sein wohlverdientes, denn merket auf, Leserinnen und Leser, vor allem aber ihr Betroffenen, die ihr immer wieder vom Kater erwähnt werdet: Ihr könnt Euch gegen meine Enthüllungen wehren, ihr könnt Entgegnungen veröffentlichen lassen, ihr könnt mein Herrchen diffamieren. Nur eines könnt ihr nicht: Verhindern, dass euch in der nächsten Ausgabe noch Schlimmeres widerfährt, so wie dem Geldverleiher G. somit geschehen. Nehmet dies als warnendes Beispiel: Der Kater sitzt stets am längeren Ast.


Nun, meines Herrchens lieber Freund Bruder Thomas, der zumindest in unserem klugen Blatte die Geschehnisse im Südsteirischen aus seiner Klosterzelle im fernen Vorarlberg weiter verfolgt, würde mich darob wohl der Sünde der Selbstgefälligkeit zeihen, doch ist dem entgegenzuhalten: Ehre wem Ehre gebührt, und vor allem: Viel Feind, viel Ehr!
So darf ich also noch das eine oder andere winzige Kapitel aus meinem Sammelsurium an aufgeschnappten Informationen öffnen und preisgeben, dass auch in der Stadtorganisation der Leibnitzer Roten nicht alles zum Besten steht.
Zwar übt sich die Isa brav im Fotografieren und bereichert auch via Facebook die einschlägige Parteiszene mit mehr oder weniger interessanten Fotos.
Wenn es aber an die wahre Arbeit geht, ist Unterstützung dünn gesät, wird hinter vorgehaltener Hand geklagt.
So erreichte mich jüngst anlässlich der Weihnachtsfeier des SPÖ-eigenen Fußballvereins draußen in Linden die Klage, dass gerade Junggemeinderäte aus Linden nicht bereit seien, am legendären Glühweinstand der Leibnitzer Roten mitzuhelfen.
Aber, so die Drohung eines altgedienten Funktionärs, der tagtäglich am Hauptplatz Dienst versieht: Die werden schon noch merken, was sie davon haben! Ob da der Junggemeinderat K. nicht aufpassen sollte?
Interessant auch, was bei den Schwarzen vorgeht: Die Christine, die ich nicht Christl nennen darf, gibt‘s praktisch nicht mehr. Der Heli - nicht der Heli, den ich nun P. nenne - hat ihren Part übernommen - auch ein Geldverleiher übrigens. Er gräbt sich nun durch die dicken Aktenordner der Stadtfinanzen und sucht nach Ungereimtheiten. Hoffentlich erzählt er mir einmal davon.
Und noch was Heiteres zum Schluss: Wurde da doch der Kaindorfer Oberkurtl gesichtet, als er rund um das Zelt der in Grottenhof ansässigen Astrologin schlich? Was will er über die Zukunft wissen? Soll er lieber mich fragen.

 

 Euer Kater Morli


Kater Morli wohnte der Besiegelung eines ungewöhnlichen Paktes bei

 

Tja, liebe Leute. Man sollte sich halt überlegen, mit wem man sich anlegt. Das erspart einem im Nachhinein Probleme. Denn während die meisten meine Schnacken, Schnurren und Possen geduldig hinnehmen, sind insbesondere persönlich Betroffene da meist etwas weniger tolerant. Da rede ich jetzt nicht vom Beppo. Der hat immer gelacht, solange er nicht selbst betroffen war. Oder vom Heli (den ich bekanntermaßen nicht mehr H., sondern P. nenne). Der ist ja etwas dünnhäutig. Schon gar nicht von der lieben Isi, die sich immer freut, wenn sie in der Zeitung vorkommt. Egal, ob mit oder ohne Foto. Und auch nicht vom Herrn Tsch., welcher bekanntlich ebenso wie der schrullige Detlef zur Erhellung der Landstube beiträgt.


Aber die Jäger, die sind da etwas sensibler. Manche zumindest, und weiter unten wird man vielleicht sogar den Grund für ihre Wehleidigkeit entdecken können. Die verehrte Jägerschaft nämlich zeigte sich angesichts meiner Überlegungen zu ihrem Berufsbild milde ausgedrückt etwas indigniert. Anstatt aber die heitere Seite der Sache zu sehen, gingen sie zum bewaffneten Angriff über und fielen nicht nur über mein Herrchen, sondern auch dessen Brotherrn, den trachtigen Guido, her. Freilich ohne einen Schuss abzugeben, sei zur Ehrenrettung der Oberjäger gesagt. Dabei hätten sie ihre Energie doch viel besser einsetzen und sich an der Entwicklung des von mir vorgeschlagenen, zwischen Hund und Herrchen austauschbaren Eierwärmers beteiligen können. Um wie viel länger könnte man - die notwendige Menge Hochprozentiges im Flachmann vorausgesetzt - so auf einem Hochstande ausharren und des unschuldigen Opfers harren, dem man sodann eine wohlgezielte Kugel verpassen kann.


Wie man hört, hat aber die heimische Oberjägerschaft zur Stunde unglücklicherweise ohnehin andere Probleme als sich mit renitenten Katzen oder der Entwicklung des Eierwärmers zu beschäftigen. Schließlich werden sie ja in ihren eigenen Reihen ob ihres herrschaftlichen Führungsstils stark kritisiert und führen ein Rückzugsgefecht, um ihre Pfründe zu sichern.


Vorgesehen wäre nämlich, dass die Oberjäger von ihren Unterjägern gewählt werden. Zumindest alle paar Jahre einmal. In Leibnitz hat man das nicht so genau genommen und so läuft der eine oder andere Oberjäger kommandierend durchs Revier, ohne zu solcher Machtausübung durch eine Wahl legitimiert zu sein.


Aufrechte Jäger haben dies nun zum Anlass genommen, eine solche Wahl zu verlangen und damit eine regelrechte Revolution ausgelöst. Der alte Seppl aus Allerheiligen, selbst ein begnadeter Weidmann, hat nun alle Hände voll zu tun, um die Wogen zu glätten und die Flammen zu löschen.


Dies also zu den vielen Herren und vereinzelten Damen im grünen Rock, welche sich durch meine humorvollen Anmerkungen in der letzten Ausgabe gekränkt gefühlt haben.
Gekränkt gefühlt haben sich auch noch andere. Bezirkspolitiker etwa, die sogar höchste Emissäre ausschwirren ließen, um meinem Herrchen dringend nahezulegen, sein Kätzchen, also mich, an die Kandare zu legen. Dies aber ist bisher weder meinem Herrchen noch dem Guido gelungen.


Der Guido also, ein schönes Stichwort. Immer mehr ist von ihm ja in dieser und jener Spelunke unserer Bezirksstadt zu hören, seit er das würdige Amt eines Vizebürgermeisters angetreten hat. Zwar sei dies - so heißt es vor allem in den vor allem von Snobs oder solchen, die es noch werden wollen, besuchten Räumlichkeiten eines Leibnitzer Cafés, wo es folgerichtig auch kein Krügerl gibt - dies sei also ein Titel ohne Mittel. Wenn man von der Aufwandsentschädigung absieht. Ein Titel ohne Mittel aber insoferne, als ja die traurigen Reste der Leibnitzer Kohlensäcke über keine wirkliche Macht im Gemeinderat verfügen. Sie können Ja oder Nein sagen, sich auf den Kopf stellen, auf den Tischen tanzen oder - was der Herr verhüten möge - sich gar entblößen: Gegen die absolute Mehrheit von Beppos Gnaden können sie nichts ausrichten.


Doch in der Stunde der Not säuft der Teufel Weihwasser.
Und so ist - höre ich bei der Christa, welche aufgrund ihres grandiosen Gulaschsafterls immer wieder illustre Gäste aller Fraktionen beherbergt - eine gar seltsame Runde entstanden, die sich der absoluten roten Macht entgegenstellen will: Neben dem Guido traf es dort auch der blaue Hans und der einstmals grüne Walter ein. Letzterer war verständlicherweise vom Gulaschsafterl nicht so beeindruckt und sehnte sich nach geräucherter Entenbrust, die er aber erst später nebst einem Humpen Arachon bei der Juli einnehmen konnte. Jedenfalls haben die drei auch kulinarisch sehr unterschiedlichen Herren - während der Guido am stillen Mineral-Zitron würgte, kippte der Hans ein Krügerl und der Walter sah versonnen in sein Junkerglas - dort einen kleinen Pakt geschmiedet. Gemeinsam nämlich würde es ihnen gelingen - so schworen sie wie einst die Ritter an Arthurs Tafelrunde -, zumindest die Zweidrittelmehrheit des Heli P. zu brechen. Als Chef der größten Fraktion beglich nach begangener Tat der Guido die Rechnung über drei Mineral-Zitron, vier Krügerl und fünf Achterl Junker nebst zwei Gulasch und acht Semmeln (von denen der Guido nur zwei gegessen hatte). Die Summe erhielt er trotz einer Gegenstimme aus der Parteikasse ersetzt.
Und schon bei der ersten Gemeinderatssitzung in der neuen Konstellation zeigte sich, dass die schwarz-blau-blassgrüne Koalition funktioniert. Die erste ihrer Art in Österreich! Da braucht der Fiaker-Michl in Wien nicht mit seiner Griechenland-Connection zu protzen und kann wieder auf einen spritzigen Wachauer umsteigen.
Zum Dank wird nun wohl der Walter dem Hans eine seiner Krawatten schenken, denn die ausgeborgte musste der Hans seinem vormaligen Chef schon länger wieder zurückgeben.


Eine wirkliche Premiere also, und das mitten in der südsteirischen Provinz. Und was gibt es Schöneres für mich als streunenden Kater als bei der Besiegelung dieses Paktes unter dem Tisch bei der Christa dabei sein zu dürfen.


Weniger lustig war es ja einige Tage zuvor, als ich - die warme Spätherbstsonne ausnutzend - durch die bunten Weinberge ganz im Süden streunte.

Da begegnete mir der Sauvignon-Hannes, welcher wild gestikulierend auf sein Mobiltelefon einredete. Also wahrscheinlich redete er auf den am anderen Ende der drahtlosen Leitung ein, aber das konnte ich ja nicht sehen.


Trotzdem aber sehr viel erfahren: Als Bürgermeister des kleinen Fleckens R. hat der Sauvignon-Hannes auch die würdige Aufgabe, einige andere Weiler drunten in den Weinbergen als Präsident der Kleinregion zu vertreten.


Und da ärgert es ihn halt, dass just einer mit ihm nichts zu tun haben will: der mächtige Karl nämlich, welcher sich noch nie von irgendjemandem außer sich selbst etwas sagen hat lassen.


So auch nicht hier. Wo kämen wir hin, wenn sein prächtiger Marktflecken plötzlich unter den Einfluss von nur aus ein paar Kellerstöckln bestehenden Dörfern in der Umgegend kommen würde.


Und so bleibt der Karl alleine. Wie einst Majestix in Gallien. Als einziges Gemeindeoberhaupt weigert er sich, mit anderen zusammenzuarbeiten.
Das erbost den Hannes natürlich ebenso wie den Tini, und sogar der Detlef regt sich auf.


Doch es nutzt nichts: Beim Geld hört sich die Freundschaft auf und bei der Eitelkeit sowieso.


Drum wird wohl auch der Karl mit seinen Weinbürgern alleine ins neue Jahr steuern und dem Hannes nicht die Freude gönnen, als sein Vorgesetzter auftreten zu können.
So hoffe ich, wieder ausführlich über so manches aktuelle Geschehnis in unserem schönen Weinlande berichtet zu haben und verbleibe mit den besten Wünschen für einen friedlichen Advent. 


 Euer Kater Morli


 


Kater Morli macht sich Gedanken über das Wesen des Jägers

 

Sie ist geschlagen. Die Wahl. Und wie in diesem klugen Blatte vorausgesagt blieb alles, wie es ist. Es ging um nichts und es änderte sich nichts. Es wird sich auch nichts ändern. Was natürlich auch in so mancher Gastwirtschaft des Bezirkes die teils angetrunkenen Stammgäste zur Ankündigung verleitete, nie mehr wieder wählen gehen zu wollen. Wer könnte es ihnen verdenken, steht doch nach der Wahl die rot-schwarze Phalanx ebenso wie vor der Wahl. Und dass irgendwo etwas reformiert werden würde, kann wohl nur jener glauben, der die Meinung vertritt, dass Politiker das Wohl des Volkes im Auge hätten.
Das Gegenteil ist der Fall. Wie viele Glastüren, fragte kürzlich der Harry beim Hasipeter, wieviele Glastüren also müsse es in der Grazer Burg geben, gegen die der Ober-Kohlensack Hermann gelaufen ist, um für seinen verspäteten Zieleinlauf auch noch Jubelchöre organisieren zu lassen?


Und was hat den  Landes-Franzl animiert, sich unbändig über den Verlust von tausenden Wählerstimmen zu freuen? Wohl nur die Tatsache, dass er weiter Erster ist.
Ansonsten macht die Politik Pause. Das wiederum gibt auch dem Beppo die Gelegenheit, sich mit den Eigenheiten seines neuen Autos vertraut zu machen. Spottbillig hat er ja seinen Protz-BMW erstanden, und so mancher jahrzehntelanger BMW-Kunde des Bezirkes fragt sich, warum er nicht in den Genuss gekommen ist, mehr als ein Drittel des Neupreises von den Anschaffungskosten abziehen zu können. Nun, Beppo konnte das. Wie auch alle anderen Parlamentarier. Wobei der Werbeexperte G. jüngst darauf aufmerksam machte, dass Politiker nicht unbedingt als Werbeträger für hochwertige Kraftfahrzeuge taugen. Ich meine, George Clooney im BMW 1er - das reißt die Weiber vom Hocker. Aber der Beppo im 6er? Wer soll damit angezogen werden?
Sei es, wie es sei, wir Katzerln sind ja nicht dafür zuständig, die Marketingstrategien internationaler Konzerne zu kommentieren.


Das tut übrigens auch die ÖVP nicht. Sie verhält sich im Bezirke weiterhin staatstragend und ist um Kontinuität bemüht. Eine schöne Wendung, wenn damit gemeint ist, dass bloß alles beim Alten bleibt. Mit einem Wort: Der Abgeordnete Tsch. wird sich nach der Wahl ebenso wenig aus dem Fenster lehnen wie vor der Wahl. Und sollte er sein Amt einmal zurücklegen, würde gar niemand wissen, dass er es je innegehabt hat, wurde kürzlich bei der Christa in der Bahnhofstraße erzählt. Gemein, gemein, aber, liebe Politiker und -innen, so sind die Bürger eben. Sie halten von Euch Armleuchtern nur wenig bis nichts, und das vielleicht sogar zu Recht.
So will ich also meine Betrachtungen über das Wesen der Politik im Allgemeinen und die Situation nach der Wahl im Speziellen beenden, schließlich ging es um nichts und es hat sich auch nichts geändert.


Geändert aber, liebe Leute, hat sich sehr wohl etwas bei einer völlig unpolitischen Gruppierung, nämlich der Jägerschaft.

Hier herrscht Aufregung.

Denn bisher war der Tagesablauf des Jägers ja streng geregelt: Frühmorgens ging er zum Ansitzen auf den Hochsitz, von wo aus er dösend die erwachende Natur verfolgte. Mit Tagesanbruch folgte der Gang zum Wirte seines Vertrauens. Schließlich stellt ja die Verbindung zwischen Jägerschaft und Gastwirten eine ökonomische Symbiose dar: Der Jäger wankt ausgeruht vom erholsamen Schlaf am Hochsitz zum Wirten, welcher ihm unaufgefordert auch frühmorgens ein Krügerl serviert. Schnaps gibt‘s erst ab elf, aber den hat der Jäger ja schon in den Schlafpausen am Hochsitz aus seinem Flachmann konsumiert.


Sollte sich die Gelegenheit ergeben, wurde später eine sogenannte Treibjagd ausgerufen, die darin bestand, dass Federwild aus einem Käfig freigelassen wurde und kurz danach, von den gezielten Kugeln der lauernden Jäger getroffen, zu Boden fiel.
Nun aber ist die Aufregung groß: Seit geraumer Zeit nämlich ist es verboten, unmittelbar aus einem vorher aufgestellten Käfig entfliehende Fasane mit mehr oder weniger gezielten Schüssen flugs zu erlegen, um so ein leichtes Jagdglück einzuheimsen.


Vielmehr sollten die Fasane schon Wochen vor der geplanten „Massenvernichtungsaktion“ am Orte des Geschehens ausgesetzt werden. Offenbar, um ihnen noch einige geruhsame Tage in der Natur zu ermöglichen, bevor sie die tödliche Salve des hegenden Jägers trifft, welcher selbstverständlich nur am Erhalt des Ökosystems und des natürlichen Gleichgewichts interessiert ist.


Liebe Leute, wir Katzen sehen dies natürlich etwas anders. Sind doch auch wir den Launen des Jägers ausgesetzt. Unlängst wurde meine Cousine Opfer eines Weidmanns, welcher sie für einen Hasen hielt und mit mehreren Schüssen versuchte, dieses vermeintliche Wildbret zu erlegen. Glücklicherweise hatte sich besagter Jäger aber vorher beim Wirten seines Vertrauen gestärkt und fügte meiner lieben Freundin und Cousine Bella daher nur eine leichte, wenn auch schmerzhafte Schussverletzung am Schwanze zu. Dass der Jäger, welcher übrigens zu einem der prominentesten Vertreter der Zunft im Bezirke gehört, dafür vier Patronen opferte, zeugt von seiner Zielsicherheit.


Es darf im Übrigen angemerkt werden, dass es sich bei Teilen der Jägerschaft um eine Spezies von Weicheiern handeln könnte. Dies beweist ein Blick auf diverse Jagdutensilien, die im Internetz feilgeboten werden. Ich darf solcher Dinge ja ansichtig werden, seit mein neuer Chef Guido mir ein sogenanntes Smartphone mit katzengerechter Tastatur zur Verfügung gestellt hat, mit Hilfe dessen ich die Abgründe des World Wide Webs erkunden kann.


Und so fand ich dort diverse Wärmematerialien für den Hochstand. Diese reichen von speziellen Handschuhen über - unfein übersetzt - Arschwärmer bis hin zu speziellen Thermosocken, die das Ansitzen gemütlicher werden lassen. Da fehlt ja nur noch der Eierwärmer, den der Jäger ökonomischerweise mit seinem Hund tauschen kann.
Wir Katzen würden derlei nie benötigen. Ich ohnehin nicht, ließ mich meine strenge Herrin doch kastrieren, sodass ein Eierwärmer bei mir seine Funktion vollständig verfehlen würde. Soweit also zum Wesen des Jägers, welcher jetzt Hochsaison hat.
Hochsaison hat übrigens jetzt auch die Frage der Finanzen, wird doch in Bund, Land und Gemeinden ums Geld gerungen. Wie dies vonstatten geht, berichte ich nächstes Mal.


 Euer Kater Morli

 


Kater Morli entschwand im Urlaub seines Herrchens nach Graz

 

Während sich mein Herrchen in den vergangenen Wochen einen ausgedehnten Urlaub bei den ganz zu Unrecht so bezeichneten „Katzelmachern“ gönnte, dem ich auf Anweisung meiner strengen Herrin nicht beiwohnen durfte - grollt sie mir doch wegen meiner liederlichen Aussagen und meines scheinbar ziellosen Herumstreunens durch gut, schlecht und schrecklich beleumundete Gastronomiebetriebe der Region -, während dieses Urlaubs also, den Herrchen, Herrin und der Kinder beinahe siebenköpfiger Schar in südlichen Gefilden verbrachten, kam mir, während ich mich, eine Maus verspeisend, auf der Terrasse aalte, ein Gedanke.


Auch der Kater könnte ja seine angestammte Heimat für eine Weile verlassen, um in der landesfürstlichen Residenzstadt nach dem Rechten zu sehen. Dies ist ja umso schwieriger, als dort jetzt Linke regieren und auch der besondere Flair des Landesfürstentums, den ein Josef K. etwa noch ausgestrahlt hat, ja bereits mit dem Einzug der Mami in die Burg ein jähes Ende fand und mit dem Kommunistensprössling Franz V., welcher jüngst einem ausländischen Unternehmer ganz unprätentiös empfahl „Nimm a Cola und schleich di“, vollends aus den historischen Räumlichkeiten gegenüber des Grazer Doms verschwunden ist.


Und so machte ich mich auf den Weg gen Norden, holte in Wildon noch meinen alten Freund Sunny ab - das ist der ironischerweise rote Kater des schwarzen Landrates Christian, welcher auch als jener mit den leeren Taschen bezeichnet wird.
Sunny, fauler und fetter als ich - schließlich ist sein Herrchen ja Politiker -, kennt sich aufgrund der Profession seines Herrchens droben in der großen Stadt ja ganz gut aus. Portiere und Chauffeure stecken ihm ebenso regelmäßig Essbares zu wie Schreibkräfte in den ausufernden Büros der Regierung unseres schönen Landes.
Und so führte uns der erste Weg hinauf zum Fuße des Schlossbergs, wo seit urdenklichen Zeiten die hohe Volkspartei über das Wohlergehen des Steirervolks wacht. Linde und Gudrun, zwei nette Damen, welche schon lange im Solde der Kohlensäcke stehen, fütterten uns mit Leckereien und wir konnten so einiges über die Wertschätzung, die in der Zentrale dem südsteirischen Bodenpersonal entgegengebracht wird, erfahren.


Da war etwa vom Peter die Rede, und manch einer trauerte in diesem Zusammenhang gar dem alten Sepp aus Allerheiligen nach, welcher vor Jahren mit sehr bodenständigen Kenntnissen der deutschen Hochsprache zu später Stunde zufällig noch anwesende Abgeordnete in der Landstube erheiterte. Selbst der Sauvignon-Hannes wurde rückblickend noch wohlwollend erwähnt - zumindest im Vergleich zu den derzeitigen Zuständen in der südsteirischen Kohlensack-Partie. Auch vom Hans war viel die Rede, und bewundernd verklärte man den Stil mit dem er die Weinstadt regierte. So was gebe es heute nur noch in Weißrussland, erklärte ein besonders belesener Funktionär, um gleich die Verbindung mit Kuba herzustellen, ohne allerdings den guten Heli (welchen ich ja mittlerweile P... und nicht mehr H... nenne) auf eine Stufe mit dem Commandante Fidel zu stellen.


Ja, liebe Leute, so respektlos spricht man droben in der Parteizentrale von jenen emsigen Parteisoldaten, die „draußen bei den Menschen“, wie es im Funktionärsjargon heißt, die Stellung halten und unermüdlich von  einem Feuerwehrauto zum nächsten eilen.


Und während die Wahl noch gar nicht geschlagen ist, sinniert man schon über Nachfolger für vermeintlich amtsmüde Abgeordnete. Im Falle des Abgeordneten Tsch. etwa stach da den in der schwarzen Parteizentrale tätigen Männern vor allem die süße Tamara ins Auge. Sie hätte ja neben den Vorteilen, hübsch und klug zu sein, auch jenen, dass sie einen recht passablen Tropfen zu machen versteht. Weibliche Eifersucht allerdings führt dazu, dass sich diese eher auf ein g‘standenes Mannsbild verständigen könnten: Der Kernöl-Franz aus Lebring würde der Gudrun und der Linde gefallen.


So nicht nur gestärkt, sondern auch bestens informiert, zogen wir weiter, um im Büro des einer Kommunistenfamilie entsprungenen nachmaligen Generaldirektors und nunmehrigen Landeshäuptlings vorzusprechen.


René, ein Katzenfreund und in seiner Funktion Nachfolger des heute noch berüchtigten, aber in der Versenkung verschwundenen, weil in Ungnade gefallenen Herwig, empfing uns und wusste aus seiner reichen Medienerfahrung von meiner Liebe zu Entenfleisch, welches er Sunny und mir in ausreichendem Maße kredenzte.


Glücklicherweise fand in Abwesenheit des Landeshäuptlings gerade eine Zusammenrottung roter Funktionäre statt, welche - wie könnte es anders sein - auch die Lage drunten im Weinland zum Inhalt hatte.


Während nämlich vor wenigen Monaten bei den Bürgermeisterwahlen die Roten überall gar arg geprügelt wurden, fuhr man in der Weinstadt und rundherum sensationelle Erfolge ein.


Wer nun glaubt, dass dies bei den roten Kapazundern zu Dankbarkeit und Ehrerbietung gegenüber Beppo und seinen Genossen führte, ist auf dem Holzweg.
Die finden den Beppo nämlich lästig, wie ich erfahren musste. Und wie ich aus vielen Gesprächen an den Theken und in den Hinterzimmern der südsteirischen Gastronomie erfahren durfte, findet der Beppo seine Landespolitiker mindestens ebenso lästig.
Und schert sich daher den Teufel darum, was diese wollen oder zu beschließen gedenken.


Der Beppo hat daher nicht hinter vorgehaltener Hand, sondern ganz offiziell seinen eigenen Landtagskandidaten. Schließlich hat er mit dem drolligen Detlef welcher öfter als sein Landeshäuptling zur Gitarre greift, nicht viel am Hut. Also eigentlich gar nichts. Vielmehr hat er ihn, um es in der Sprache der Waidmänner auszudrücken, zum Abschuss freigegeben.


Sagte man zumindest in Abwesenheit des gitarrespielenden Franzl an seinem Besprechungstisch im ersten Stock der Grazer Burg.


Ein klares Zeichen dafür: Auch dieses kluge Blatt ziert eine von Beppo veranlasste Einschaltung, welche das Wahlvolk aufruft, dem eifrigen Bürgermeister Peter den Einzug in den Landtag und die Runde der dort tagenden Armleuchter per Vorzugsstimme zu ermöglichen. Eifrig unterstützt wird dieses Ansinnen offenkundig von einem weiteren Säulenheiligen der hiesigen Sozialdemokratie, nämlich dem heiligen Hubert aus dem Weiler G., der ja höchstselbst schon Gelüste gezeigt hat, einen weichen und gut bezahlten Sessel im frisch renovierten Landtagssitzungssaal einzunehmen.


Wie aber kam es nun dazu, dass auf gegenständlicher bezahlter Einschaltung zwar anstandshalber ein Foto des Landeshauptmannes prangt, der sich offiziell seiner Wiederwahl stellende Landtagsabgeordnete aber gänzlich fehlt?


Nun, nach den Interpretationen, die Sunny und ich aus dem Besprechungszimmer des Landeshäuptlings mitnehmen durften, ist dafür die Drolligkeit des guten Detlef und keineswegs die Böswilligkeit des Beppo verantwortlich. Da der Fotograf nämlich erkrankt war, als sich die Herren zum Stelldichein trafen, erbot sich jener drollige Detlef, das Foto zu machen.


Was er dabei nicht bedacht zu haben scheint: Wer fotografiert, fehlt selbst auf der Abbildung. Und so sei hiermit nachgereicht, was sonst zu böswilligen Spekulationen führen könnte: Der Detlef war beim Fotografieren dabei. Aber halt leider nur hinter der Kamera.


Soweit also mein Bericht von einem vergnüglichen Ausflug in unsere weiland landesfürstliche Residenzstadt. Ich freue mich schon auf den südsteirischen Weinherbst. Nicht aber meiner Vorliebe für Wein wegen, sondern weil der Wein bekanntlich die Zunge löst, was wohl meine Beobachtungen im Anschluss an die Landtagswahl noch erheblich gehaltvoller machen wird.
 Euer Kater Morli


Kater Morli wurde wegen Kirchenkritik mit dem Tode bedroht

 

Liebe Leute und ich betone extra, liebe Pfäfflein und Pfaffen, liebe Gefolgsleute der Gottesmänner und ihrer gar nicht so vereinzelten Gespielinnen, liebe Freunde, der ihr mir in den letzten schweren Wochen den Rücken gestärkt habt.


Gerne würde ich euch alle in mein Abendgebet einschließen - wahlweise auch jenes am Morgen - glücklicherweise pflege ich diesen Brauch aber nicht und bin daher von dieser Verpflichtung entbunden.


Wenigstens aber habe ich ve-rsucht, mich fromm zu zeigen. Keusch bin ich ja sowieso. Gezwungenermaßen, ließ meine strenge Herrin mich doch kastrieren.
So bin ich ein fauler und stoischer Kater und das kam mir zugute, als Anwürfe aller Art auf mich einprasselten. Wäre ich ein christlicher Kater, hätte man mich schon exkommuniziert und es ist noch gar nicht lange her, da wäre ich auf Geheiß und unter der An-leitung eines gütigen Priesters vor dem Gejohle der Menge am Scheiterhaufen verbrannt worden.


So viel also vorerst zu nur einer der nicht lässlichen Sünden der Kirche, die zu leugnen auch unter Strafe gestellt werden könnte.


Doch, liebe Pfäfflein und Pfaffen, dieser Ausdruck war lange gebräuchlich, wie mir mein Kollege „Kitzeck“ verriet, welcher in den Gemäuern des Leibnitzer Klosters lebt und dort in den alten Schriften wühlte. Pfaffe kommt von lateinisch „Papa“, also „Vater“ und war im Gegensatz zum Mönch die Bezeichnung für einen Weltpriester. Erst die Umtriebe der katholischen Würdenträger in früheren Jahrhunderten, welche nur durch ihre Unwürde auf sich aufmerksam machten, ließen das Wort „Pfaffe“ zum Schimpfwort geraten.


Dies nur zur Klarstellung, da ja dieses kluge Blatt, wie schon mehrfach betont, auch eine volksbildende Aufgabe hat, der ich hiermit nachgekommen bin.
Nicht nur der Volksbildung, sondern jedweder Bildung aber scheinen sich so manche Brachialkatholiken entzogen zu haben, die meine streng neutralen Anmerkungen zu einer der ungefähr 10.218 existierenden Religionen und Glaubensrichtungen dieser Welt als Kampfansage gegen die 10.217 dieser Anschauungen ansahen. Kein Politiker oder sonst hier Kritisierter wäre je auf die Idee gekommen, mir Drohbriefe zu schicken. Dies blieb den selbsternannten Vertretern der sogenannten christlichen Nächstenliebe vorbehalten. Sie stellen sich damit - und da bin ich einer Meinung mit meinem muslimischen Freund „Omar“, der sich als Hauskatze in einem schlichten Kebap-Laden verdingt - auf eine Stufe mit jenen seltsamen Leuten, die im Namen des Glaubens nicht nur Schwangere steinigen und Gliedmaßen abschlagen, sondern auch den Terror zum Gebot erhoben haben. Klassische Untermenschen also, die zumindest ein bis zwei kulturelle Entwicklungsstufe hin zum Menschsein verschlafen haben oder zu wenig Gehirnwindungen haben, um diese Entwicklung mitmachen zu können.


Zur Illustration der drastischsten Reaktionen auf meine netten Worte zu Pfaffen und Pfäfflein dieses Bezirkes ist auf diesen Seiten ein recht netter - natürlich anonymer - Leserbrief zu sehen, der die Primitivität dieser südsteirisch-katholischen Taliban auf der Jagd nach dem vermeintlichen Kirchenhasser Kater Morli deutlich illustriert.
Freilich wird sich Euer Kater aber davon nicht ins Bockshorn jagen lassen, ebensowenig davon, dass seine Anmerkungen auch regelmäßig Thema der lichtvollen Zurufe des Bürgermeisters (das ist jener Heli, den ich nicht mehr Heli H.... nenne) an seine Leibnitzerinnen und Leibnitzer im von der Stadt - im übrigen viel zu teuer - bezahlten Mitteilungsblatt sind. Wahrscheinlich schreibt diese Zurufe jener genießerische Schreiber, der für seine aufopfernde Rolle im Dienste der Weinstadt monatlich ein erkleckliches Sümmchen auf sein Konto überwiesen erhält. Wie auch immer, wir danken für die Werbung.


Kommen wir aber nun zur Politik und nachdem wir nur monatlich erscheinen, hinken wir etwas hinten nach. Was also schon zum vorhergehenden Vollmond berichtet hätte werden müssen, kann anlässlich des aktuellen Vollmonds nur mehr nachgereicht werden. Der Guido, das ist der, der gerne Lederhosen trägt, Volkslieder pfeift und vor den alten Weiblein Trachtentücher schwenkt - dies alles nur zu geschäftlichem Zwecke, tanzte er doch erst kürzlich zu den Klängen eines sogenannten DJs namens Guetta ab - jener volkstümliche, von Hornknöpfen beseelte Guido also, wird nächster Vizebürgermeister von Leibnitz, während sich der Hans endgültig auf sein Schinakl vertschüsst. Ganz im Vertrauen: Es sollte zwischendurch ein größeres Schinakl sein, auf dem der Hans im südsteirischen Weinherbst die Weiten des Pazifiks und der Südsee erkunden wollte. Seinen runden Geburtstag anlässlich der Stadt-Ananaslese von Papeete - dies ist die Hauptstadt von Tahiti - zu feiern, schien dem Hans dann aber doch zu exotisch.  Vor allem, weil es heuer in Papeete wohl schon die vierte Ananas-Lese ist. Die wachsen dort ja wie bei uns die Schwammerln im feuchten August.
Dass diese Tatsache - nämlich nicht jene vom Ananas-Lese-Fest, sondern jene von Guidos Avancement - schon vorab in einem anderen fast so klugen Blättchen wie diesem zu lesen war, sorgte bei der örtlichen Belegschaft der Kohlensack-Partei naturgemäß für Aufsehen. Waren sie doch gar nicht gefragt worden. Der Deal sei, so sagen böse Zungen, weit nach Mitternacht im Zuge einer geradezu als Orgie zu bezeichnenden Zusammenkunft auf einem Dache hoch über Leibnitz zum Verdrusse der alten und neuen Kohlensack-Damen Margit und Christl, aber zum Gaudium besagten Guidos und seiner Kumpane abgeschlossen worden.


Die haben in ihrer Euphorie aber nur eines nicht bedacht: Den Rudi, welchen so mancher auch als Rudi Ratlos bezeichnet, wollten sie als billigen Wasserträger und Laufburschen auch mit im Boot haben, wird dieser doch ab 1. Oktober seine zwar wohlverdiente aber eigentlich grauslich erlittene Pension genießen.


Hier setzt nun die süße Rache der Christine K. ein: Sie überzeugte ihre Busenfreundin C., welche im Weiler T. das ehrenwerte Amt eines Schuldirektors bekleidet, keinesfalls auf ihren Listenplatz zu verzichten und somit statt des guten Rudi in den Gemeinderat einzuziehen. Dem kann nur mehr der Pyramiden-Maggi einen Riegel vorschieben, den der steht vor der Frau Direktor auf der Liste. Was dem Rudi auch nicht hilft und so manchen an der Weisheit der vom alten Hans in trauter Einsamkeit hoch über den Dächern von Leibnitz zusammengezimmerten Liste zweifeln lässt.

Jetzt realisieren die unerfahrenen Jung-Kohlensäcke die viertbeste Lösung: Weder die Frau Direktor noch der Pyramidenmann und schon gar nicht der rat- und rastlose Rudi ziehen in den Gemeinderat ein, sondern ein stadtbekannter Dealer legaler Drogen und Berauschungsmittel. Dass der gute Martin für das Gemeindegeschäft weder Talent noch Interesse zeigt, scheint dabei zweitrangig. Hauptsache, die Claudia bleibt draußen in ihrem Weiler.

Viel mehr habe ich über die Politik nicht zu berichten, dafür aber tut sich in der Wirtschaft das eine oder andere. Familienfehden nämlich ebenso wie Skandale, Skandälchen und ähnliches, wie ich auf meinem jüngsten Streifzug durch die südsteirischen Weinberge feststellen durfte.


So ist zwar schon längst bekannt, dass der Arkaden-Buschenschenker seine Frau verlassen hat - wir wollen über so private Dinge ja auch nicht ausufernd berichten - nunmehr aber glaubt man in der Region auch das Warum zu kennen. Ein Teil soll im Geschäftlichen liegen, wähnte sich die Arkaden-Buschenschenkerin doch als größte Gastronomin in den Weinbergen und passte ihre Preise zum Unwillen des heimischen und auswärtigen Publikums entsprechend an. Ganze neun Euro sind jetzt für eine aus einigen Fleischblättchen bestehende Brettljause zu zahlen, das Brot ist mit 40 europäischen Cents pro Stück ebenfalls wohlfeil. Nun, so lange der Wucher noch gut geht, werden sich die Euronen bei der Arkadenwirtin ja stapeln, aber bald schon könnte ein Exodus der Gäste stattfinden, der in Masse und Geschwindigkeit seinem bibilischen Vorbild alle Ehre machen würde.

Geradezu biblisch mutet auch der Bruderstreit im Hause N. an, welcher schon die Dimensionen der mittlerweile historischen Auseinandersetzung zwischen Kain und Abel erreicht hat. Wollen wir hoffen, dass sie nicht auch ein derart gewaltsames Ende finden.


Die Geschichte ist leicht erzählt: Der eine Bruder, welcher sich mit dem Vertscheppern von Baugeräten mehr recht als schlecht über Wasser hält, führte einst ein Grabungsunternehmen, in dem sein Bruder beschäftigt war. Dieser dankte es ihm dadurch, dass er seine familiäre Rolle im Unternehmen mehr als betonte und so auch missbräuchlich interpretierte. Zum Dank schenkte ihm der Bruder, der seit Jahrzehnten mit den Baggerschaufeln klimpert, seinen Erbanteil, welcher aus einem Anwesen mit einem Teich voller fetter Fische bestand.


Mit diesen Fischen aber will sich Bruder N., der jüngere, nicht zufriedengeben. Vielmehr zieht es ihn tagtäglich mit seinem schnittige Sportwagen, dessen Herkunft auf den Automobilpionier Ferdinand P. zurückgeht, in die Bezirksstadt, wo er den goldenen Fischen beim Schwimmen zusieht. Oftmals ersaufen diese aber - ganz im Gegensatz zur natürlichen Gewohnheit ihrer fleischlichen Artgenossen, die nicht in elektronischen Maschinen eingesperrt sind - und müssen dann mit barem Geld ausgelöst werden.
Bruder N., der Ältere, jener mit den Baggerschaufeln, sieht dies mit großen Missfallen, vor allem angesichts der Tatsache, dass ihm sein Bruder nunmehr Haus und Hof verboten hat und auch sonst erzählt, er habe seinen geschäftlichen Erolg mit den Baggerschaufeln nur ihm, dem Fischwassersäuberer, zu danken.


Warten wir also ab, ob es alsbald auf freiem Felde zwischen Tillmitsch und St. Hans zu einem Titanenkampf zwischen einem Schreitbagger und einem schnittigen Sportwagen kommt, der diesen Bruderkrieg entscheiden könnte.


Als kluger Mann einen Krieg von Anfang an vermeiden, vor allem aber das unvermeidliche Getuschel nicht nur der alten und jungen Weiblein, sondern auch der der Versuchung des Tratsches erlegenen Männerwelt hintanhalten wollte in seinen geschlechtlichen Beziehungen hingegen jener Weinhauer, der ser gut weiß wie viel drei mal sieben ist.


Anlässlich des Auszuges aus dem ehelichen Bette und ebensolchem Hause nämlich teilte er Freunden, Feinden und solchen, die sich für eines von beiden halten, gleich brieflich mit, dass er sich eine andere gesucht und diese auch gefunden habe. Noch bevor also der rufzersetzende Tratsch einsetzen konnte, hatte der Weinhauer und -trinker damit jedwedem ausufernden Gerücht ein jähes Ende gesetzt. Wahrlich mutig, wiewohl das Verlassen der Ehefrau nun nicht als heroische Tat betrachtet werden darf, wie die molarisierende Seite Eures Katers nicht vergisst, hinzuzusetzen. Ich verabschiede mich bis zum September, sofern mich die Katholen-Taliban am Leben lassen. 

 

Euer Kater Morli


Kater Morli überlegte, Buße zu tun und ging in die Kirche


Liebe Leute, mit dem Glauben ist das so eine Sache. Man glaubt ja viel, bevor man von der Wirklichkeit überrollt wird. Manche glaubten etwa, Österreich werde bei der Fußballweltmeisterschaft teilnehmen. Und wurden schnell eines besseren belehrt. Die brave Margit glaubte, sie werde in der Politik groß rauskommen. Und wurde eines besseren belehrt. Und der Heli, welchen ich hinfort nicht mehr H... nennen werde, glaubte, dass meine Beobachtungen aus dem Leibnitzer Stadtrat ohnehin jeder für einen Scherz halten würde. Und wurde eines schlechteren belehrt.


Drum sind jetzt alle böse auf mich. Aber das bin ich ja schon gewohnt. Dennoch scheint es mir etwas übertrieben, dass der gute Heli, welchen ich nicht mehr Heli H... nennen werde, nicht einmal mehr als Bild in diesem klugen, weil auch volksbildenden Blatt vorzukommen wünscht.


Schließlich sieht es ganz danach aus, als ob sich die gesamte Redaktion, angeführt von meinem Herrchen, gegen jenen Heli, den ich - wie schon mehrfach erwähnt - nicht mehr mit dem Beinamen H.... schmücken werde - verschworen habe. Auweia, auweia. Zum Glück hatte mein Herrchen da eine gute Idee: Er empfahl mir, den Heli (der angeblich nicht h.... ist), künftig nicht mehr als H....., sondern als „P...“ zu bezeichnen.
Eine köstliche Idee, vor der ich derzeit nur deswegen Abstand nehme, weil die Höhe des heurigen Defizits der Weinstadt noch nicht endgültig bekannt ist.
Wer allerdings glaubt, dass es niedriger ausfallen wird, als vorhergesagt, muss wohl als Träumer gelten und so sind wir wieder bei einem wichtigen Aspekt des Glaubens angelangt.


Nie hätte sich etwa Euer Kater träumen lassen, dass das Interesse der lesenden Bevölkerung an bürokratischen Akten so groß sein kann, schon gar, wenn kein wirklicher Akt involviert ist.


Und so machte ich mich auf, um Buße zu tun und betrat eine Kirche.
Dies freilich war eine vom Standpunkte der heimischen Staatskirche aus schlechte Entscheidung. Denn was musste ich hören, als ich das postmoderne Kirchengebäude der Gemeinde W. betrat, welche hier aus Gründen der Vertraulichkeit nicht vollständig ausgeschrieben wird!


„Lebt denn der olte Hulzmichl nou?“ schallte es aus den Lautsprechern. Eine angesichts des gerade heraustransportierten Leichnams höchst eigentümliche Frage, welche wohl theologisch nicht ganz korrekt noch durch den Refrain „Jo er lebt!“ beantwortet wurde, in der anschließenden Versenkung des Sarges in angeblich heiliger Erde allerdings dann auf einen gewissen Widerspruch stieß. Dieser Refrain scheint auch eine gewisse Konkurrenz des armen Verstorbenen mit dem vormals rund um Jerusalem tätigen J. aus N. anzudeuten, bei welchem es immerhin drei Tage dauerte, bis so mancher zweifelsfrei sagen zu können glaubte, dass dieser noch oder wieder lebe.
Das brave Pfäfflein von W. hingegen, dem diese etwas absonderliche Art der Begräbnisfeierlichkeit eingefallen war, ließ sich von derlei theologischen Hirngespinsten nicht beirren, genehmigte sich beim der Frau F. gehörenden Wirtshaus zur „H.“ die eine oder andere Mischung und begab sich nach Hause, wo ihn wärmende Hände erwarteten.


Wärmend sollen auch jene hochprozentigen Getränke polnischer Provenienz sein, die im Großraum Leibnitz so manche bei schönen, wenn auch teils gealterten Maiden gesehen haben wollen, welche allerdings aus meist ähnlich gelagerten, wenn auch nicht immer ganz identen Gründen über die genaue Herkunft der Schnapserln nichts sagen wollen.

Auch ich will hier ganz diskret sein, um nicht den Tratsch der Stadt mit jenem vom Lande zu vermischen und so der intellektuellen Pantscherei bezichtigt zu werden.
Mein Erlebnis in der Kirche von W. allerdings bewog mich, meine Streifzüge in den Christentempeln des Weinlandes fortzusetzen und dem einen oder anderen Pfäfflein auf den Zahn zu fühlen.


Gar rasch wurde ich fündig in Sankt Vitus, wo seit Urzeiten der Pfaffe T. sein Unwesen treibt. Dieser ist, nebenbei gesagt, ja auch ein Protektor der nun mit hochgehaltenem Kreuze statt wehenden Fahnen ins Politlager gewechselten südsteirischen Madonnenausgabe, welche praktischerweise auch Maria heißt.
Jener T. also zeigte beim Begräbnis eines friedlich Entschlummerten größtes Mitgefühl mit den engsten Angehörigen, indem er ihnen vor versammelter Trauergemeinde ausrichten ließ, sie mögen das Weinen einstellen, schließlich hätten sie sich zu Lebzeiten auch keinen Deut um den im Sarge schon Erkalteten bemüht.
Es darf angenommen werden, dass sich die Hinterbliebenen für derlei geistigen Beistand dankbar zeigten und psychisch gestärkt die Trauerfeierlichkeiten verließen.
Auch sonst zeigt sich der gestrenge Pfaffe T. ganz im Gegensatz zum Pfäfflein aus W. nämlich von der harten Seite. Während letzterer sich im Rahmen der Erstkommunion nämlich über den Zölibat beschwerte, was den anwesenden unschuldigen Kinderchen wohl nur fragende Blicke entlockt haben dürfte, nutzte Pfaffe T. Firmungsfeierlichkeiten, um seine Meinung über den Islam kund zu tun.


Die im Tempel zu St. Vitus aufgelegten Schriften wiederum rufen geradezu nach einem Verbotsgesetz, das die Leugnung katholischer Verbrechen unter Strafe stellt.
Fürwahr ein buntes Völkchen also, die Pfaffen und Pfäfflein im Weinland, auch wenn ihrer immer weniger werden und der Anteil der Gastarbeiter zunimmt.


Doch viele von ihnen gesellen sich ja gerne zum Volk, manche auch inkognito, wie einst der große Kalif Alun-Raschid und sei es nur, um in Ruhe ein Vierterl zu leeren. So trifft dies etwa auf den lustigen Gottesmann aus K. zu, welchen mein Herrchen erst kürzlich in einer wenn schon nicht übel, so doch äußerst mäßig beleumundeten Spelunke  in der Weinstadt antraf. Sein dortiges Referat über den Sinn des Rosenkranzgebetes („lassen wir das den alten Mutterln, dort g‘hörts hin“) traf ganz den Geschmack meines Herrchens.


Soweit also ein Streifzug durch die Pfarreien hier bei uns im Süden, eine kleine oberflächliche Analyse zum Zustand des verbliebenen Christenvolkes und ihrer Hirten.
Und wie von vielen Stellen erbeten, habe ich nur die lässlichen Sünden der Pfaffen, Pfäfflein und Gottesmänner aufgezählt, denn der Sommer stimmt mich milde.
In diesem Sinne verbleibt 

 


Euer Kater Morli


Kater Morli schrieb ein kleines Theaterstück

 

Liebe Leute, die Situation ist schlimm. Nur wenige Menschen erzählen mir noch etwas. Und wenn, dann nur Unbrauchbares. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass nichts passiert. Es gibt nichts Berichtenswertes für mich.
Außer etwa die Tatsache, dass der örtliche Hohepriester, Bruder Th., meinem Herrchen eröffnet hatte, sie hätten viel gemeinsam. Selbstverständlich wehrt sich mein Herrchen mit Händen und Füßen gegen diese Unterstellung, auch wenn er den Bruder Th. für einen kommoden Kerl hält. Obwohl dieser als Hohepriester der Staatsreligion fungiert.
Doch dann eröffnete sich mir die Chance, einer Sitzung des Leibnitzer Stadtrates beiwohnen zu dürfen. Und ich hielt es für angemessen, daraus ein Dramolett, ein kleines Theaterstück also, zu konstruieren.

Im Leibnitzer Rathaus treffen sich die Mitglieder des Stadtrates: Heli Hilflos, der Fredi mit den leeren Taschen, der Viertelhans, die liebe Margit, die herzige Isa. Mit dabei der Oberbürokrat Werner.

(Alle haben sich gesetzt, Heli Hilflos kramt in seinen Unterlagen)
Heli Hilflos: Ich darf die Sitzung des Stadtrats eröffnen…
Isi: Darf ich ein Foto machen?
Heli Hilflos: Fragen wir den Werner.
Werner: Das ist laut Gemeindeordnung nicht erlaubt.
Margit: Aber ein Foto wär schon lieb…
Viertelhans: Wär i doch nur auf mei Schinakl g‘fahrn.
Fredi: Des miass ma sicha zohln und i hob ka Geld.
Heli Hilflos: Wie is das jetzt mit dem Foto?
Werner: Herr Bürgermeister, die Entscheidung liegt bei Ihnen.
Heli Hilflos: I mog nix entscheiden.
Isi: Bitte, Heli, bitte. I stell‘s nur auf Facebook, wird eh net veröffentlicht.
Viertelhans: Is‘ de wirklich so bled?
Margit: Geh, Hans.
Viertelhans: Ja, is scho guat, Margit. Di hob i jo a g‘holt.
Margit: Dafür hol‘ i uns auch mit dem Familienthema die Mehrheit.
Heli Hilflos: Die Mehrheit holt‘s ihr nie mehr. I ruaf glei den Beppo an.
Margit: Super, an den hätt‘ i eh a Frage.
Viertelhans: Sei amol ruhig, Margit. Wär i doch nur auf mei Schinakl g‘fahrn.
Heli Hilflos: Der erste Tagesordnungspunkt…
Viertelhans: Loss es, Heli. Wenn i no Bürgermaster wär‘…
Heli Hilflos: Bist aber nimmer. I hob jetzt des Sagen!
Viertelhans: Wieso sagst dann nix?
Heli Hilflos: I wollt ja. Aber ihr redets immer zwischen.
Viertelhans: Bei mir hätt‘ nie wer zwischeng‘redt.
Heli Hilflos: D‘rum hängst als Bürgermeister nur mehr an der Wand.
Fredi (murmelt): I mecht net wiss‘n, wos uns dei Porträt kostet, wenn‘st amol gehst.
Heli Hilflos: Wos?
Fredi: Ah, nix. I hob nur ka Geld.
Viertelhans: Jo, wal‘s ihr meins aussig‘schmissn hobt‘s. Millionen worn do!
Fredi: I hob nie Millionen g‘sehn.
Viertelhans: Ka Wunder, beim Pleitenberger.
Heli Hilflos: Also bitte, du host die Millionen am Hauptplatz vergrob‘n.
Viertelhans: Dann suach‘s!
Margit: Es wäre nur wegen der Familien. Da brauchen wir das Budget, damit wir Gutes tun können.
Viertelhans (murmelt): Wär i doch nur auf mei Schinakl g‘fahrn.
Isi: …a schnelles Foto…
Heli Hilflos: Bitte, Isi!
Werner: Ich muss Sie auf die Gemeindeordnung aufmerksam machen, Frau Vizebürgermeister!
Heli Hilflos: Was is‘ jetzt mit der Tagesordnung?
Werner: Ich hab schon eine Überstunde.
Fredi: Und ich kein Geld zum Finanzieren…
Isi: Nur ein Foto, das brauch ich für mei Pinnwand auf Facebook.
Heli Hilflos: Lass dei Foto, dann hammas in LEIBNITZ AKTUELL. Und der Sax schreibt an Bildtext.
Isi: Der schreibt eh so liab.
Margit, Heli Hilflos im Chor: Bist deppat?
Margit: Übrigens soll ich fragen, ob das Städtische Bad in LEIBNITZ AKTUELL inseriert.
Heli Hilflos: San mir deppat?
Margit: Es wär ja nur, weil die lesen ja viele. Viel mehr als die anderen Zeitungen.
Heli Hilflos: Aber die anderen schreiben besser über uns.
Margit: Ja, mich haben‘s auch nicht gut behandelt.
Fredi: Siehst, obwohl dein Parteifreund der Chef ist. Aber ich hab eh kein Geld. Also außer für die anderen.
Viertelhans: Gebt‘s ihnen was, san meine Mieter.
Heli Hilflos: Das steht gar nicht auf der Tagesordnung.
Isi: Aber die täten meine Fotos vielleicht nehmen.
Heli Hilflos: Geh mit deine Fotos zu Facebook!
Isi: Super, Heli. Dann mach ich gleich eins.
Viertelhans: Wär i doch nur auf mei Schinakl g‘fahrn.
Werner: Frau Vizebürgermeister, ich muss Sie noch einmal aufmerksam machen…
Heli Hilflos: Wir haben mit der Tagesordnung noch nicht begonnen.
Isi: Geht‘s nicht um die Menschen? Was brauchen wir eine Tagesordnung?
Viertelhans: Recht hat sie. I fahr jetzt auf mei Schinakl.
(steht auf und geht)
Heli Hilflos: Also, die Tagesordnung. Erster Punkt wäre…
Isi: Heli, lächeln!
Heli Hilflos:  Isi, tua dei Kamera weg!
Margit: Hast da mehr als acht Megapixel?
Isi: I hob kane Pixel, i bin jo net in da Pubertät.
Fredi (vergräbt sein Gesicht in seinen Händen): Sogar i hätt‘ g‘wusst, was Pixel san.
Margit: Für mei Familieng‘schicht brauchen wir nämlich a guate Digitalkamera.
Heli Hilflos:  Die Stadt will aber nicht deine Kinderfotos finanzieren.
Margit: Es wär ja wegen dem Projekt…
Heli Hilflos:  Welchem Projekt?
Margit: Das Familienaudit. Das darf ich machen, weil ich zugestimmt habe, dass es mehr Ausschüsse gibt.
Heli Hilflos:  Des muass a Deal mit dem Beppo g‘wesen sein.
Margit: Ja, aber ich habe gedacht, er spricht für dich.
Heli Hilflos:  Des kann schon sein, aber meistens weiß ich nix davon.
Margit: Schade, dass der Hans schon weg ist.
Heli Hilflos (murmelt): Dem gehst du genauso auf die Nerven wie mir.
Fredi: Also, wir haben kein Geld.
Heli Hilflos: Das steht aber nicht auf der Tagesordnung.
Fredi: Nein, aber es ist die Wahrheit.
Margit: Was wird dann  mit meinem Familienaudit?
Heli Hilflos:  Können wir jetzt endlich mit der Tagesordnung beginnen?
Isi: Warte! A Foto!
Heli Hilflos:  Isi, setz‘ di nieder!
Fredi: De hamma braucht.
Heli Hilflos:  I hätt eich beide net braucht! Wenn i vurher g‘wusst hätt‘, wie‘s ausgeht.
 (steht entnervt auf)
Heli Hilflos:  I muass auf‘s Häusl.
Isi: Ich auch.
Heli Hilflos: Aber net, dass du mi durt fotografierst.
Fredi: I hol sie z‘ruck.
Margit: Aber was ist jetzt mit den Familien?
Heli Hilflos:  Glei, z‘erst muaß i aufs Klo.
Margit: Können wir ja draußen reden…
Heli Hilflos:  Jo, aber net am Häusl.
Werner: Ich mache darauf aufmerksam, dass Absprachen außerhalb der Sitzung nicht rechtswirksam sind.
Heli Hilflos:   Na also, losst‘s mi schiff‘n geh‘n.
Isi: Und i hob ka Foto…


 
**** Kater Morli ****
**** Kater Morli ****