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Schwarze Sesselkleber

Schwarze Sesselkleber: Christine Koller und Karlheinz Hödl

Schwarze Sesselkleber
April 14
11:33 2015

Fast die Hälfte der Stimmen des Jahres 2010 verloren, um mehr als 17 Prozentpunkte eingebrochen, allein in der Stadt Leibnitz zwei Mandate verloren – der Abend des 22. März war für die Leibnitzer Volkspartei viel schwärzer, als es sich selbst die ärgsten Schwarzseher in der ÖVP vorstellen mochten. Der Abstand zum Wahlsieger SPÖ und Bürgermeister Helmut Leitenberger ist von summierten 287 auf 1.530 Stimmen im neuen Leibnitz geradezu explodiert.

Für die Parteiführung rund um Spitzenkandidat Karlheinz Hödl und Stadträtin Mag. Christine Koller war das Desaster allerdings kein Anlass, ihre Funktionen zur Verfügung zu stellen. Insider berichteten sogar von Überlegungen, als gewählte, aber wohl wilde Kandidaten ihre Gemeinderatssitze annehmen zu wollen. Im Rahmen einer ÖVP-Vorstandssitzung ließen sich Hödl und Koller jedenfalls krankheitshalber entschuldigen,  mehr als 30 Parteifunktionäre warteten vergeblich. Koller wurde, so wird gemunkelt, eine Stunde vor der Sitzung in einem Leibnitzer Cafe gesichtet. Seither ignorieren Hödl und Koller einen nahezu einstimmigen Vorstandsbeschluss, der sie zum Rücktritt auffordert. Delikat: Nur freiwillig können Hödl und Koller ausscheiden. Wenn sie wollen, haben sie laut Wahlrecht ihren Gemeinderatssitz sicher. Ein zweiter Anlauf, die Zerreißprobe zu beenden, war für den Tag des Redaktionsschlusses von LEIBNITZ AKTUELL geplant. Ob sich die erfolglosen Wahlkämpfer nunmehr ergeben, war weiter ungewiss – als erster Nachfolger auf der Brücke des lecken schwarzen Schiffes wurde wiederholt Stadtparteiobmann Gerhard Pürstner – sein Rücktrittsangebot lehnte die Partei ab – genannt. Er soll auch endlich die Integration der Seggauberger ÖVP über die Bühne bringen.
Offiziell entspannt sieht Bezirksparteiobmann Peter Tschernko trotz allem die Vorgänge in seiner Leibnitzer Stadtpartei. „Die Ortspartei ist autonom und muss ihre Entscheidungen selbst treffen. Der Aufbau eines neuen Teams ist einfach ein Prozess, der Zeit braucht.“ Der oberste Schwarze im Bezirk Leibnitz verweist auf erfolgreiche Gegenbeispiele wie St. Nikolai im Sausal, wo die ÖVP die Gemeinde umdrehen konnte – allerdings erst nach 25 Jahren mit einem roten Bürgermeister.

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