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Die steirische Almwirtschaft plagen mehrere große Sorgen

Foto: © Lebensressort

Die steirische Almwirtschaft plagen mehrere große Sorgen
Juli 03
09:30 2019

ALMEN. Beim großen steirischen Almtag rief Agrarlandesrat Johann Seitinger (Foto) zu einem großen gemeinsamen Schulterschluss zur Aufrechterhaltung der Almen auf. Vor allem der Klimawandel, Prädatoren und umfassende Bewirtschaftungsauflagen für Hüttenbetreiber bereiten den Bauern große Sorgen.
Kein Wunder, denn die Steiermark ist mit rund 40.000 Hektar Almfläche das größte zusammenhängende Almgebiet Österreichs. Die knapp 2.000 steirischen Almen sind nicht nur ein wertvoller Natur-, Erholungs- und Kulturraum, sondern primär ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Landwirtschaft und Tourismus.

In den Bergen wird es wärmer
Der Klimawandel sowie seine dramatischen Auswirkungen machen vor der heimischen Berg- und Almlandschaft nicht halt. Im Gegenteil: Ein Ansteigen der Temperaturen in Folge des Klimawandels um nur einen Grad Celsius würde bedeuten, dass die Waldgrenze um 180 Meter nach oben wandert und damit große Almflächen einnimmt. Das bedeutet, dass große Almgebiete nicht nur massiv an Trockenheit leiden, sondern auch Wasserquellen versiegen und damit große Weideflächen verloren gehen werden.

Leidensdruck wird immer größer
Rund 100 Wolfsrudel leben aktuell im gesamten Alpenraum und geschätzte 30.000 Wölfe in ganz Europa. Das Potential, dass sich Wölfe auch in der Steiermark rasant vermehren, ist bei einer Reproduktionsrate zwischen 30 und 47 Prozent gegeben. Mehr als hundert durch Wölfe gerissene Nutztiere nur in den letzten drei Jahren, sorgten bei den steirischen Almbauern für massive Verunsicherung und einen enormen Sachschaden.

Almhüttenbewirtschaftung in Gefahr
Die heimischen Almen verfügen über einen hohen kulturellen Wert für die Gesellschaft, wenn es um die Lebensqualität und die Gesundheit geht. Die steirische Kulinarik ist eng mit der Almwirtschaft verbunden, so möchte kein Wanderer auf Almkäse, Buttermilch, Bauernbutter oder vielerlei mehr Spezialitäten verzichten. Jedoch ist ein besorgniserregender Trend zu mehr Auflagen in den verschiedensten Bereichen von der technischen Betriebsausstattung bis hin zu erforderlichen kurzzeitigen Kontrolluntersuchungen zu erkennen. Die jahrhundertealte Tradition der Bewirtschaftung von Almen, die heute noch von Natursuchenden, Bergfreunden und Wanderern so genossen wird, kommt damit unter enormen Druck.
„Wenn wir die Almwirtschaft nachhaltig retten wollen, müssen wir die Sorgen der Almbauern ernst nehmen und umgehend pragmatische Lösungen finden und in die Tat umsetzen. Für trostreiche Worte ist es zu spät“, so Seitinger.

Auch Anton Hafellner, Obmann des Steirischen Almwirtschaftsvereins, fordert umfassende Lösungen für die Almbewirtschaftung. Wenn Almen nicht mehr bewirtschaftet würden, wäre unser Landschaftsbild innerhalb weniger Jahre nicht mehr erkennbar und der hohe touristische Wert nicht mehr gegeben.

„Die Almwirtschaft ist nicht nur ein unverzichtbarer Lebensraum für die Gesunderhaltung unserer Tierbestände, sondern auch ein zunehmend wichtiger Tourismus- und Erholungsfaktor in der Steiermark geworden. Darüber hinaus stellen unbewirtschaftete Almen auch einen Hochrisikofaktor im Bereich der Schneelawinen dar, der in der Folge mit sündteuren technischen Schutzeinrichtungen gesichert werden müsste“, ergänzt der Agrarlandesrat. Auf das Almurteil eingehend dankte Agrarlandesrat Seitinger der Bundesregierung für die rasche Umsetzung und Beschlussfassung der notwendigen Gesetzesänderungen und Verhaltensregeln für Wanderer. Aber auch der Tourismus hat sich in Bezug auf dementsprechende Versicherungserweiterungen positiv eingebracht.

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