Leibnitz Aktuell Online

Wer wen wo wählt

Wer wen wo wählt
April 14
12:02 2015

Nicht überall haben die Wähler bei den Gemeindewahlen für klare Machtverhältnisse gesorgt – noch wenige Tage bleiben für Verhandlungen, bis sich die Gemeinderäte neu konstituieren.

Durchatmen und verschnaufen hieß es für die einen, die bei den Gemeindewahlen am 22. März eindeutige Machtverhältnisse erreichen konnten – Atem holen und verhandeln hieß und heißt es hingegen für jene, die keine Mehrheit zur Wahl eines Bürgermeisters im Gemeinderat haben. Und: Die Uhr tickt, denn in den nächsten Tagen sind überall die konstituierenden Sitzungen der neuen Gemeindeparlamente angesetzt.
Ein ganz besonderer Fall ist Arnfels: Dort konnte der Berufsschullehrer und frühere ÖVP-Gemeindekassier Karl Habisch auf Anhieb fünf Mandate erreichen – pikant: Da Habisch keine Mitstreiter auf seiner Liste nominiert hatte, kann er nur eines der fünf Mandate besetzen. Der neue Gemeinderat besteht daher aus elf statt 15 Mitgliedern. „Die Verhandlungen sind gut im Laufen, es läuft gut“, sagt der Senkrechtstarter. Es soll bereits fixe Zusagen von SPÖ (3), FPÖ (1) und Zukunft Arnfels (1) zur Wahl von Habisch geben. Damit wäre Josef Gaber, der für die ÖVP ebenfalls fünf Mandate geholt hat, sein Bürgermeisteramt los.
Spannend wird es auch in Kitzeck: Dort lautet die Frage, ob sich ÖVP-Bürgermeisterin Ursula Malli, erst kurz im Amt, retten kann. Sie hat drei Mandate verloren (nun sechs) und muss verhandeln – mit der Liste Heinz (4), der SPÖ (3) oder der FPÖ (2). Mallis Vorteil: Sie kann theoretisch mit jeder der kleineren Fraktionen eine Bürgermeistermehrheit schaffen.
Ein wahres Erdbeben hat es in Tillmitsch gegeben – die SPÖ musste den historischen Verlust von 42,88 Prozentpunkten hinnehmen. Neuer Bürgermeister wird ziemlich sicher Erich Macher, der mit allen Fraktionen geredet hat: Die SPÖ (4), die FPÖ (4), Wir für Tillmitsch (4) kommen als Koalitionspartner in Frage. Macher zu LEIBNITZ AKTUELL: „Aufgrund der Gemeindeordnung ist der Verhandlungsspielraum ja gering, aber man kann ja über den Vorsitz in Ausschüssen vorhandene Kompetenzen bei anderen Fraktionen berücksichtigen.“
Konsequenzen aus der schweren Wahlniederlage der ÖVP hat es bereits in Wildon gegeben: Bürgermeister Gerhard Sommer hört auf. „Der Wähler hat entschieden, ich gehe ohne Groll.“ Ihm folgt der langjährige Bürgermeister von Weitendorf, das nun mit Wildon und einem Teil Stockings fusioniert wurde, nach: Politprofi Franz Plasser braucht zu seiner Wahl aber die Unterstützung von SPÖ oder FPÖ. „Wir sind schließlich die stimmenstärkste Partei. Wir haben mit beiden Parteien gesprochen und werden bis Ende April eine gute Lösung finden“, sagt Plasser. Aber: Nach der Mandatsverteilung könnten sich SPÖ und FPÖ gemeinsam mit den Grünen oder der Bürgerliste auf einen Ortschef einigen. Wie man hinter den Kulissen hört, soll die Versuchung dazu recht groß sein.
Heiß geht es auch in der neuen, großen Thermenstadt Bad Radkersburg politisch zu: Man schwitzt nicht nur in der Therme der Parksauna, sondern auch bei den Fraktionssitzungen. Die ÖVP hat nach dem Wechsel von Gerhard Sommer zu Heinrich Schmidlechner, früher Ortschef im eingemeindeten Radkersburg Umgebung, die absolute Mandatsmehrheit verloren: Die SPÖ stellt nun fünf und die Bürgerliste vier Gemeinderäte, FPÖ und Grüne jeweils einen Mandatar. Schmidlechner: „Wir haben noch eine zweite Gesprächsrunde, in wenigen Tagen gibt es eine Lösung.“ Sein Vorteil: Rein rechnerisch geht es sich mit jeder Fraktion aus.

Martin Link

 

Teilen

Ähnliche Artikel

Stoarker Betrieb

Wir san a stoarker Betrieb

Newsletter




Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen