Nach 15 Jahren Vorarbeit ist es nun fix, dass Österreich, Slowenien, Kroatien, Ungarn und Serbien gemeinsam das weltweit einzige 5-Länder-Schutzgebiet der UNESCO gründen. Die Steiermark wird Teil des neuen 5-Länder-Biosphärenpark „Mur-Drau-Donau“ werden.

Der internationale Koordinierungsrat der UNESCO hat dem Antrag zugestimmt. Damit entsteht mit 930.000 Hektar Fläche in fünf Ländern eines der global bedeutensten Großschutzgebiete und ein weiterer grenzüberschreitender Biosphärenpark. Die Steiermark ist mit den Gewässern, Au-, Kultur- und Naturlandschaften entlang der Mur Teil des Parks. Gemeinsames Ziel ist ein einzigartiges Gebiet für Natur-Tourismus, Erholung, Sport, kulturellen Austausch, attraktive Freizeitgestaltungsmöglichkeiten, Bildung und nachhaltige Regionalentwicklung.

Die interessante und vielfältige Murlandschaft zwischen Mureck und Bad Radkersburg ist der steirische Beitrag zum neuen 5-Länder-Biosphärenpark. Groß ist daher die Freude bei den Protagonisten aus der Südsteiermark, wie hier beim traditionellen Sprung in die Mur in Mureck. (Foto).

Einzigartiger Wasserlebensraum

Das künftig unter einem gemeinsamen internationalen Dach vereinte 700 Kilometer lange und 930.000 Hektar große Flussschutzgebiet beginnt an der steirischen Grenzmur bei Spielfeld. Nach der Einmündung der Mur in die Drau in Kroatien erstreckt sich die Flusslandschaft entlang der Drau bis zum Zusammenfluss mit der Donau bei Osijek und umschließt die Donauauen im Dreiländereck Kroatien-Serbien-Ungarn. Die Kernzone von rund 280.000 Hektar ist von einer Übergangszone im Ausmaß von rund 650.000 Hektar umgeben, und für nachhaltige Land-und Forstwirtschaft sowie Tourismus vorgesehen. Im zukünftigen 5-Länder Biosphärenpark leben und arbeiten rund 900.000 Menschen.

Die verstärkte Sicherung und Pflege dieses grenzüberschreitenden Lebensraumes kommt natürlich ganz besonders der biologischen Vielfalt der Tierwelt, insbesondere der Vogelwelt, zugute, womit der Lebensraum für Eisvogel, Flussuferläufer, Uferseeschwalbe, Schwarzstorch und Seeadler deutlich aufgewertet wird. Der gesamte Biosphärenpark ist zweieinhalb mal so gross wie alle österreichischen Nationalparks zusammen.

Bemerkenswerte biologische Vielfalt

Auch Biber, Fischotter und der fast ausgestorbene Glattdick – eine Donaustörart – stehen für die bemerkenswerte biologische Vielfalt der Region. Dreizehn Schutzgebiete unterschiedlicher Größe und Kategorie bilden ein Netzwerk entlang der Flüsse. Darunter sind der Naturpark „Kopački Rit“ beim Donau-Drau-Zusammenfluss, der Regionalpark „Drau-Mur“ in Kroatien, das Naturreservat „Gornje Podunavlje“ in Serbien, der Nationalpark „Donau-Drau“ in Ungarn sowie zahlreiche Natura-2000-Gebiete in Slowenien und Österreich.

Die ausgedehnten Fluss- und Aulandschaften sind nicht nur für den Erhalt der Artenvielfalt wichtig. Sie stellen auch seit jeher die Lebensgrundlage der Menschen vor Ort dar. Außerdem sichern natürliche Flüsse günstige Grundwasserbedingungen und erhöhen die Selbstreinigungskraft des Wassers – beides unabdingbare Voraussetzungen für sauberes Trinkwasser, gesunde Wälder und nachhaltige Landwirtschaft. Den Menschen dienen die Flüsse und Auen als natürlicher Hochwasserschutz sowie als attraktiver Ort für Freizeitaktivitäten wie Baden, Angeln und Kanufahren.

Blick in die Welt

Global existieren derzeit über 714 Biosphärenparks in 124 Staaten. Gleich 21 davon sind grenzüberschreitend. Sie dienen nicht nur dem Schutz und der Pflege bestimmter Ökosysteme, sondern auch der ökologischen Forschung, der umweltgerechten Landnutzung und der Bildung im Bereich nachhaltiger Entwicklung. Anders als Nationalparks schützen Biosphärenparks nicht nur unberührte Natur, sondern auch vom Menschen bewohnte und oft über Jahrhunderte gestaltete Kulturlandschaften.



Graz (15. September 2021).- Nach 15 Jahren Vorarbeit ist seit heute (15.9.2021) fix: Österreich, Slowenien, Kroatien, Ungarn und Serbien gründen gemeinsam das weltweit einzige 5-Länder-Schutzgebiet der UNESCO. Der internationale Koordinierungsrat der UNESCO hat dem Antrag zugestimmt, damit entsteht mit 930.000 Hektar Fläche in fünf Ländern eines der global bedeutensten Großschutzgebiete und ein weiterer grenzüberschreitender Biosphärenpark. Die Steiermark ist mit den Gewässern, Au-, Kultur- und Naturlandschaften entlang der Mur Teil des Parks. Gemeinsames Ziel ist ein einzigartiges Gebiet für Natur-Tourismus, Erholung, Sport, kulturellen Austausch, attraktive Freizeitgestaltungsmöglichkeiten, Bildung und nachhaltige Regionalentwicklung.„Die Anerkennung des 5-Länder-Biosphäreparks ist ein wichtiges Zeichen für gelebte und aktive Nachbarschaftspolitik. Die Freude über den internationalen Beschluss ist groß, so können wir in den unterschiedlichen Bereichen – über Staatsgrenzen hinweg – noch enger zusammenarbeiten und bestehende Verbindungen weiter ausbauen. Mein großer Dank gilt allen Beteiligten, die zur Realisierung dieses weltweit einzigartigen Vorzeigeprojektes beigetragen haben“, teilte der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer mit.Für die steirische Umwelt- und Naturschutzlandesrätin Ursula Lackner ist der 5-Länder-Biosphärenpark der zweite große Erfolg binnen weniger Wochen. Im August hat das steirische Lassingtal von der Weltnaturschutzunion IUCN das Zertifikat Wildnisgebiet und damit die höchstmögliche Schutzgebietskategorie erhalten. „Mit dem heutigen UNESCO-Beschluss zeigt die Steiermark erneut international auf, wie ernst das Land den Naturschutz nimmt. Er ist entscheidend für die Zukunft der Steiermark, die auch für unsere Kinder und Enkelkinder lebenswert sein muss. Der Biosphärenpark ist ein Vorzeigeprojekt, der heutige Tag gleichzeitig ein Ende großer Bemühungen und der Anfang einer internationalen Verbundenheit.“Die Geburtshelfer des weltweit ersten UNESCO-5-Länder Biosphärenparks „Mur-Drau-Donau“ waren neben dem Land Steiermark das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus, das Nationale UNESCO MAB-Komitee und der WWF Österreich.„Wir können jetzt durch das hochkarätige 5-Länder-Bündnis noch effizienter mit unseren Nachbarn zusammenarbeiten, um einen ökologischen Hochwasserschutz mit „nature-based solutions“ voranzutreiben und gleichzeitig die wertvollen Auen- und Flusslandschaften mit ihrer einzigartigen Biodiversität zu erhalten“, freute sich Bundesministerin Elisabeth Köstinger über die internationale Beschlussfassung.Der österreichische Anteil wird durch den jungen steirischen „Biosphärenpark Unteres Murtal“ zwischen Spielfeld und Bad Radkersburg repräsentiert, eine Region, in welcher das Land Steiermark sowie das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus in den letzten Jahren mehrere Millionen Euro zur Sicherung des Hochwasserschutzes und der Auenökologie investiert haben und damit gute Startvoraussetzungen für die 5-Länder-Unterschutzstellung geschaffen haben.Patrizia Jankovic, Generalsekretärin der Österreichischen UNESCO-Kommission, hat ebenfalls lobende Worte für das einzigartige 5-Länder-Projekt: „Die Einrichtung dieses Biosphärenparks – über fünf Staatsgrenzen hinweg und unter Einbindung internationaler Expertise – kann als Sinnbild schlechthin für die Anliegen der UNESCO gelten. Die globalen Herausforderungen unserer Zeit verlangen nach gemeinsamen Lösungen auf der Basis von grenzüberschreitender Kooperation und internationalem Austausch. Der Schutz und die nachhaltige Entwicklung des besonderen Ökosystems des „Amazonas Europas“ fördert genau diese Zusammenarbeit und ermöglicht die Umsetzung zukunftsweisender, innovativer Projekte, die wesentlich zur Erreichung der Ziele der UN-Agenda 2030 beitragen.“WWF-Geschäftsführerin Andrea Johannides zeigt ebenfalls ihre Begeisterung und meint: „Mit der Anerkennung des ersten fünf Länder übergreifenden Biosphärenparks der Welt schreiben wir Naturschutzgeschichte. Schon seit den 1990er Jahren engagiert sich der WWF für dieses einzigartige Projekt. Der Biosphärenpark ist ein leuchtendes Erfolgsbeispiel für grenzüberschreitenden Naturschutz, der in Zeiten der Klimakrise und des Artensterbens zur Überlebensfrage wird. Auch die Menschen werden vom Biosphärenpark profitieren und können stolz auf ihr kulturelles Erbe und ihre Landschaften im Amazonas Europas sein.“Einzigartiger Wasserlebensraum höchster Biologischer Vielfalt:
Das künftig unter einem gemeinsamen internationalen Dach vereinte 700 Kilometer lange und 930.000 Hektar große Flussschutzgebiet beginnt an der steirischen Grenzmur bei Spielfeld. Nach der Einmündung der Mur in die Drau in Kroatien erstreckt sich die Flusslandschaft entlang der Drau bis zum Zusammenfluss mit der Donau bei Osijek und umschließt die Donauauen im Dreiländereck Kroatien-Serbien-Ungarn. Die Kernzone von rund 280.000 Hektar ist von einer Übergangszone im Ausmaß von rund 650.000 Hektar umgeben, und für nachhaltige Land-und Forstwirtschaft sowie Tourismus vorgesehen. Im zukünftigen 5-Länder Biosphärenpark leben und arbeiten rund 900.000 Menschen.Die verstärkte Sicherung und Pflege dieses grenzüberschreitenden Lebensraumes kommt natürlich ganz besonders der biologischen Vielfalt der Tierwelt, insbesondere der Vogelwelt, zugute, womit der Lebensraum für Eisvogel, Flussuferläufer, Uferseeschwalbe, Schwarzstorch und Seeadler deutlich aufgewertet wird. Der gesamte Biosphärenpark ist zweieinhalb mal so gross wie alle österreichischen Nationalparks zusammen.Auch Biber, Fischotter und der fast ausgestorbene Glattdick – eine Donaustörart – stehen für die bemerkenswerte biologische Vielfalt der Region. Dreizehn Schutzgebiete unterschiedlicher Größe und Kategorie bilden ein Netzwerk entlang der Flüsse. Darunter sind der Naturpark „Kopački Rit“ beim Donau-Drau-Zusammenfluss, der Regionalpark „Drau-Mur“ in Kroatien, das Naturreservat „Gornje Podunavlje“ in Serbien, der Nationalpark „Donau-Drau“ in Ungarn sowie zahlreiche Natura-2000-Gebiete in Slowenien und Österreich.Die ausgedehnten Fluss- und Aulandschaften sind nicht nur für den Erhalt der Artenvielfalt wichtig. Sie stellen auch seit jeher die Lebensgrundlage der Menschen vor Ort dar. Außerdem sichern natürliche Flüsse günstige Grundwasserbedingungen und erhöhen die Selbstreinigungskraft des Wassers – beides unabdingbare Voraussetzungen für sauberes Trinkwasser, gesunde Wälder und nachhaltige Landwirtschaft. Den Menschen dienen die Flüsse und Auen als natürlicher Hochwasserschutz sowie als attraktiver Ort für Freizeitaktivitäten wie Baden, Angeln und Kanufahren.Global existieren derzeit über 714 Biosphärenparks in 124 Staaten, 21 davon sind grenzüberschreitend. Sie dienen nicht nur dem Schutz und der Pflege bestimmter Ökosysteme, sondern auch der ökologischen Forschung, der umweltgerechten Landnutzung und der Bildung im Bereich nachhaltiger Entwicklung. Anders als Nationalparks schützen Biosphärenparks nicht nur unberührte Natur, sondern auch vom Menschen bewohnte und oft über Jahrhunderte gestaltete Kulturlandschaften.