Mit einer steiermarkweiten Info-Kampagne holt die Landwirtschaftskammer nun die Bäuerinnen und Bauern als „stille Alltagshelden“ der sicheren Lebensmittelversorgung vor den Vorhang und stellt deren Leistungen in den Mittelpunkt. 

Sichere Versorgung mit heimischen Lebensmitteln

„Nur mit heimischen Lebensmitteln ist – auch in Krisenzeiten –  eine sichere Versorgung möglich. Sie sollte in der Bundesverfassung verankert werden und die Herkunftskennzeichnung ist endlich umzusetzen“, verlangt LWK-Präsident Franz Titschenbacher. Die Corona-Pandemie habe, so der Präsident, den großen Wert der heimischen Land- und Forstwirtschaft deutlich ins Bewusstsein gerückt. „Unsere Bäuerinnen und Bauern gehören zur systemsichernden Berufsgruppe, die bäuerlichen Familienbetriebe sind krisenfest und sie versorgen die Bevölkerung verlässlich mit hochwertigen, regionalen Lebensmitteln“, unterstreicht Titschenbacher. Im Gegensatz dazu habe sich, so der Landwirtschaftskammerpräsident gezeigt, wie verwundbar und brüchig internationale Lieferketten wären. Um diese neue vertrauensvolle Partnerschaft zwischen heimischen Bäuerinnen und Bauern und der Bevölkerung zu stärken, wolle die Landwirtschaftskammer mit einer steiermarkweiten Info-Kampagne auf die systemrelevante Arbeit der Bäuerinnen und Bauern aufmerksam machen.

Verbindliche, lückenlose Herkunftskennzeichnung

„Verbindliche, lückenlose Herkunftskennzeichnung auf den Tellern der Großküchen und bei verarbeiteten Lebensmitteln ist endlich umzusetzen. Sie ist der Schlüssel dafür, dass heimische Lebensmittel nicht durch Billigstimporte ausgetauscht werden“, ergänzt Vizepräsidentin Maria Pein. Die Herkunftskennzeichnung sei eine faire Chance für Konsumenten, bei der Auswahl der Speisen und Lebensmittel und für die Bäuerinnen und Bauern um eine sichere Versorgung zu gewährleisten. „Es ist ein Gebot der Stunde, dass in öffentlichen Einrichtungen, wie Schulen, Spitälern, Pflegeheimen, Kindergärten oder beim Bundesheer endlich mehrheitlich heimische Lebensmittel verwendet werden“, verlangt die Vizepräsidentin. 

Während noch vor zehn Jahren das in Österreich verzehrte Kalbfleisch zu zwei Drittel aus heimischer Haltung stammte, ist es heute gerade noch ein Drittel. „Immer höhere, auch klimaschädliche Importe können doch nicht die Antwort sein. Diese belasten unsere Bauern und bringen sie unter immer höheren Druck“, meint Pein.

Alltagshelden vor den Vorhang

„Wir holen Bäuerinnen und Bauern als Alltagshelden der sicheren Lebensmittelversorgung vor den Vorhang und machen die Bevölkerung in der ganzen Steiermark auf Plakaten und Transparenten, in den sozialen Medien, mit Videos und im Internet auf diese eminent wichtige Leistung aufmerksam“, betont Kammerdirektor Werner Brugner. Ferner sei, so Brugner, die steirische Land- und Forstwirtschaft ein wichtiger Wirtschaftsmotor und sichere fast 62.000 Arbeitsplätze vor allem im ländlichen Raum. Wer bewusst regionale Lebensmittel einkauft, schaffe zusätzliche Arbeitsplätze im Land. „Heimische Lebensmittel werden zu höchsten Standards nachhaltig hergestellt, haben kurze Transportwege und schonen die Umwelt“, führt Kammerdirektor aus.

Brückenfunktion zu Konsumenten

„Unsere Bäuerinnen sind Botschafterinnen für heimische, regionale Lebensmittel und sie üben eine wichtige Brückenfunktion hin zu den Konsumenten aus“, ergänzt Landesbäuerin Gusti Maier. Bei speziellen Schul-Aktionen brächten sie, so Maier, jährlich rund 8.000 Volksschüler mit der Land- und Forstwirtschaft in Verbindung. Das Projekt „Schule am Bauernhof“ ermögliche die Verlegung der Klassenzimmer auf Höfe. „Die 70 ausgebildeten Seminarbäuerinnen vermitteln bei Kochkursen die Vorzüge heimischer, regionaler Lebensmittel. Ein gutes Drittel der steirischen land- und forstwirtschaftlichen Betriebe wird von Bäuerinnen geführt“, weiß die Landesbäuerin.