Im Bezirk Leibnitz gibt es drei gemeinnützige Beschäftigungsprojekte, welche das Ziel haben, arbeitslosen Menschen mit vielen Problemlagen für eine gewisse Zeit einen Arbeitsplatz zu bieten, welcher ihnen den Einstieg in die „normale“ Arbeitswelt erleichtern soll.

Eines davon ist der Tiergarten Leibnitz, beheimatet im sogenannten „Jägerhaus“ unterhalb vom Schloss Seggau. Das barocke, stark renovierungsbedürftige und unter Denkmalschutz stehende Jägerhaus wird nach ökologischen Richtlinien und unter fachlicher Anleitung saniert.

Gemeinsam mit 19 vom AMS Leibnitz zugewiesenen Personen (Transitkräfte) wird dies in mühevoller Arbeit durchgeführt, wobei immer auf die historisch gewachsene Bausubstanz Rücksicht genommen wird.

Ein Beispiel, wie aufwendig sich diese Arbeit gestaltet:

Die Wand- und Gewölbeflächen sind mit historischem Verputz und Färbelungen ausgestattet, die erhalten bleiben sollen. Tapeten und Fassungsschichten ohne historische Bedeutung bzw. mit zu hoher Oberflächenspannung werden abgenommen. Abschließend wird eine Lasur auf Kalkbasis aufgetragen. Der sperrende und dadurch dem darunterliegenden, barocken Putz schädigende Zementputz auf der Fassade muss abgenommen werden. Die freigelegten Putzflächen werden mit reinem Kalkmörtel in traditioneller Handwerkstechnik ausgebessert bzw. neu verputzt.

Auf der unmittelbar angrenzenden 1,2 ha großen Wiesenfläche wird der Tiergarten geschaffen, gestaltet und gepflegt. Schwerpunkte sind die artgerechte Tierhaltung von alten Nutztierrassen (Schafe, Ziegen, Hühner), die Bodenbearbeitung, Bepflanzung und Pflege des Geländes, der Anbau von Futtermittel sowie die Verarbeitung und der Vertrieb von Erzeugnissen. Die lebenden Tiere im Garten sollen als Klimabotschafter zur Bewusstseinsbildung fungieren.

„Unter der Leitung von Fr. Dr. Irmtraud Pribas ist
der ‚Tiergarten‘ ein Vorzeige-Beschäftigungsprojekt“

Anneliese Scheucher, Geschäftsstellenleiterin AMS Leibnitz

Das Projekt wird mit finanzieller Unterstützung vom Arbeitsmarktservice Steiermark, dem Land Steiermark und der ST:WUK (Steirische Wissenschafts-, Umwelt- und Kulturprojektträger GmbH) gefördert. Das Schloss Seggau stellt das barocke Jägerhaus zur Generalsanierung und die Wiesenflächen zur Verfügung.