Jeder kennt das Sprichwort. Das gilt jetzt vor allem auch für dringende medizinische Behandlungen chronischer Krankheiten wie Krampfadern. Trotz Pandemie und gebotener Vorsicht sollen Patientinnen und Patienten medizinische Betreuung in Anspruch nehmen, um Ärgeres zu verhindern, erklärt Dr. Salama von der LBCL Chirurgie- & Venenpraxis im Kindermann Zentrum Leibnitz.

Wie wichtig ist es denn, bei Venenerkrankungen gleich zu einer Ärztin oder einen Arzt zu gehen?

Dr. Salama: Verspätete Behandlungen, gerade bei chronischer Venenschwäche, kann unangenehme Folgen haben! Mit Fortdauer der Venenerkrankung steigt das Risiko für Komplikationen. Wer so lange mit dem Arztbesuch wartet, bis Schmerzen auftreten, Hauttätowierungen sichtbar werden oder es gar zu einem offenen Fuß kommt, riskiert Komplikationen, zusätzliche Behandlungsmaßnahmen und Extra-Kosten.  

Welche möglichen Komplikationen können das nun beispielsweise sein?

Dr. Salama: Krampfadern stehen wegen der Blutansammlungen bereits unter starkem Überdruck. Venen können reißen, wenn das betroffene Bein eine Verletzung oder ein Trauma erleidet, was wiederum zu Blutungen führen kann. Reißt nur die Vene und bleibt das Hautgewebe intakt, sieht man Blutergüsse. Ist auch das Hautgewebe beschädigt, kann es zu starken Blutungen durch die Haut kommen, was eine angemessene ärztliche Behandlung erfordert.

Wie ist das eigentlich bei schmerzhaften Geschwüren auf Haut und Venen?

Dr. Salama: Übermäßiger Venendruck und Flüssigkeitsansammlungen unter der Haut können zu einer Schwellung des Bereichs führen, was möglicherweise zur Bildung eines sehr schmerzhaften Geschwürs führt. 

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Krampfadern und Blutgerinseln?

Dr. Salama: Krampfadern sind einer der Hauptrisikofaktoren für die Bildung von Blutgerinnseln (tiefe Venenthrombose). Wenn ein Rückfluss von Blut auftritt, verklumpen die Blutzellen mit größerer Wahrscheinlichkeit und bilden in den Venen Blutgerinnsel. Das kann zu anhaltender Schwellung und Schmerzen in den Beinen führen. Wird das Blutgerinnsel längere Zeit nicht behandelt, kann es sich lösen und lebensbedrohlich sein.

Wie bemerkt man Enzündungen?

Dr. Salama: Eine akute Thrombose und Entzündung von oberflächlichen Venen (Thrombophlebitis) wird durch die langfristige Entzündung der Venen im Bein gekennzeichnet und kann sehr schmerzhaft sein. Möglicherweise bemerkt man Rötungen, Schwellungen oder ein Wärmegefühl.

Was passiert, wenn Venen nicht optimal funktionieren?

Dr. Salama: Chronische Veneninsuffizienz ist eine anhaltende Schädigung der Venen, die zu einer Beeinträchtigung der Blutversorgung führt. Dies kann dazu führen, dass die Haut Sauerstoff, Nährstoffe und Abfallprodukte nicht mehr richtig austauschen kann, was schwerwiegende Folgen haben kann. Chronische Veneninsuffizienz kann venöse Geschwüre, Krampfadern-Ekzeme (harte, schuppige Haut) oder Blasen verursachen.

Krampfadern sind auch in schweren Fällen heilbar und es stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Die einzige dauerhafte Lösung für Krampfadern ist eine Operation. Wichtig ist dabei die Wahl des richtigen chirurgischen Verfahrens. Wir raten bei chronischer Venenschwäche zu einer frühen Behandlung. Davon profitiert auch der Patient dank kürzerer Rekonvaleszenz, weniger Kosten und guten Ergebnissen. Dies gilt jedoch auch für andere Bereiche. Auch bei bekannten Enddarmleiden, wie fortgeschrittenen  Hämorrhoiden, bestehen bei verspäteten Behandlungen, egal mit welcher Methode auch immer, schlechtere Prognosen im Vergleich zu einer früheren medizinischen Versorgung des Problems.

LBCL Chirurgie und Venenpraxis
Dr. Mohamed Salama

M.B.B.CH, Msc, Facharzt für Chirurgie
Kindermann-Zentrum
Dechant-Thaller-Straße 37/2/02, 8430 Leibnitz
www.lbcl.at