Leibnitz Aktuell Online

Aus Klärschlamm wird Naturgas

Juni 12
08:40 2015

Bei der Kläranlage in Straß wird eine Naturgasanlage errichtet. Aus dem Klärschlamm wird ab 2016 energieautark Biomethan – natürliches Gas – gewonnen, und es wird dann in das Gasnetz der Energie Steiermark eingespeist werden.

Das Projekt wurde durch die konsequente Zusammenarbeit der Gemeinden des Abwasserverbandes Leibnitzerfeld-Süd ermöglicht. Nun erfolgte gemeinsam mit Landesrat Johann Seitinger die Dachgleichen-Feier im neu benamten Umweltkompetenzzentrum Leibnitzerfeld-Süd.

„Noch mehr Versorgungssicherheit bei Energie ist zukünftig vonnöten“, gab sich der Landesrat überzeugt, dabei sei auch die regionale Wertschöpfung von großer Bedeutung. Und: Das Projekt sei ein europäisches Vorzeigebeispiel auf dem Weg zum Klimaschutzziel.

„Das Besondere an der Biomethan-Anlage ist nicht nur, dass sie als erste in der Steiermark Biomethangas in Erdgasqualität in die Energie Steiermark einspeist, sondern auch eine energieautarke Verwertung des Klärschlamms ermöglicht“, erläuterte Edmund Kohl als Geschäftsführer der Betreibergesellschaft NGS Naturgas GmbH, die sich im Eigentum des Abwasserverbandes befindet. Der getrocknete Klärschlamm kann als Düngekohle – mit den Nährstoffen Stickstoff, Phosphor und Kohlenstoff – in der Landwirtschaft verwendet werden.

Bedenken etwaiger Geruchsbelästigungen versuchte Bürgermeister Reinhold Höflechner von Straß zu zerstreuen. Tatsächlich habe sie die bisherige „sogar verringert“. – Der stellvertretende Abwasserverbandsobmann Karl Wratschko sagte in Richtung der 12,5 Millionen-Euro Baukosten, dass man nicht leichtfertig mit dem Geld umgehe, denn „wir fünf Bürgermeister“ – vor der Gemeindefusionierung waren es zehn – „haften mit unserem Privatvermögen“.

Den Vollbetrieb erwartet man sich ab Herbst 2016. Man sieht darin die absolute Kreislaufwirtschaft von der Wasserversorgung über die Abwasserentsorgung bis nun hin zur Abfallwiederverwertung durch Gewinnung des Naturgases und Verwertung der Klärschlammreste. Dahinter steckt natürlich ein enormer baulicher und technischer Aufwand, was die relativ hohen Baukosten leichter verständlich werden lässt. – Die Anlage ist jährlich auf rund 20.000 Tonnen Klärschlamm ausgerichtet – etwa 6.000 Tonnen kommen aus eigener Produktion, 14.000 Tonnen aus anderen Regionen. Aus dem erzeugten Biomethan wird der Gasbedarf von etwa 12.000 Haushalten gedeckt. Der große Klärschlammbedarf wird mit Rentabilitätsgründen erklärt.

Anton Barbic

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