Das steirische Jagdparlament tagte beim 73. Landesjägertag am Samstag, dem 18. Juni 2022 in Gamlitz. Dabei definierten zahlreiche Redner die gesellschaftliche Rolle der Jägerschaft.

Als Ehrengast begrüßte Landesjägermeister Franz Mayr-Melnhof-Saurau Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, der zum Dank und als Anerkennung für seine Verbundenheit mit der Steirischen Jagd zum Ehrenmitglied der Steirischen Landesjägerschaft ernannt wurde.

Wandel von Umwelt und Gesellschaft

„Insbesondere in einer Zeit, in der sich Umwelt und Gesellschaft wandeln, leisten die Jägerinnen und Jäger einen wichtigen Beitrag für das Verständnis zwischen Mensch und Natur. Jagd im Sinn einer nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen ist nicht nur naturschutzkonform, sondern passt auch in eine sich ständig ändernde Gemeinschaft. An dieser Stelle möchte ich mich bei den rund 24.300 steirischen Jägerinnen und Jägern bedanken, die eine unverzichtbare Rolle beim Schutz von Lebensraum und Natur spielen.“, betonte LH Schützenhöfer.

Bewusstseinsbildung der Gesellschaft

Der Landesjägermeister begrüßte im Tagungssaal Schloss Gamlitz die Anwesenden und eröffnete den 73. Landesjägertag, der im Zeichen der Bewusstseinsbildung der Gesellschaft für die Natur und Wildtiere aber auch der Aufmerksamkeit auf eine moderne Öffentlichkeitsarbeit in der Jägerschaft stand und den zeitgemäßen Weg der Jagd hervorhob.

Landesjägermeister Mayr-Melnhof-Saurau erwähnte als zeitgemäßen Weg der Jagd, die für sich und ihre Leistungen werben müsse, einen guten, gesellschaftstauglichen Umgang mit dem Wildtier zu pflegen habe und diejenigen zum Vorbild habe, die ihr Wissen regelmäßig erneuern und auf den neuesten Stand bringen. „Der Schutz der Wildlebensräume ist eine der ureigensten Aufgaben der Jagd und diese Leistung ist gesellschaftlich wertvoll“, so Mayr-Melnhof-Saurau.

„Kein Problem mehr, Grenzen zu überwinden“

Leitgedanken von außen stellte als Gast ORF Moderator Tarek Leitner in Gamlitz vor.

Überraschungsgast ZIB Moderator Tarek Leitner präsentierte seine Leitgedanken zur Jagd und Naturnutzung aus der Sicht von außen. Maßlose Grenzen, keine Rücksicht und rasanter Wandel der Welt waren Kernaussagen seines Vortrags. „Das Überschreiten der Grenzen in einer Leichtigkeit und in jede Richtung geht heute einfacher als je zuvor. Wo früher noch Lawinen und Felsen natürliche Grenzen in der Natur setzten, ist es heute aufgrund der rasant wachsenden Technologien kein Problem mehr, auch diese Grenzen zu überwinden“, so Leitner.„Wir müssen jetzt ansetzten intensiv darüber nachzudenken und uns bewusst Grenzen setzten und einen ganzheitlichen gesamtgesellschaftlichen Blick zu schaffen“, forderte der Gast.

Stark wachsende Freizeitkultur

„Auch die stark wachsende Freizeitkultur, die durch neue Technologien jedem ein unberührtes Naturerlebnis zum Nachteil der Wildtiere ermöglicht, muss zum Handeln anregen. Wir müssen diese Wege im guten Dialog mit der Bevölkerung gehen und erklären. Die Steirische Jägerschaft nimmt die gesellschaftlichen Themen auf und handelt im Sinne eines praktikablen Natur- und Tierschutzes“, unterstrich Landesrat Johann Seitinger die gesellschaftliche Rolle der Jägerschaft.