Das preisgekrönte Corona-Denkmal des Künstlers Werner Reiterer wurde nunmehr am 18. November im Leibnitzer Stadtpark vorgestellt.

Kulturlandesrat Christopher Drexler, Künstler Werner Reiterer und Bgm. Helmut Leitenberger (am Foto v.l.) präsentierten im Rahmen einer Feierstunde das zweite von insgesamt drei steirischen Corona-Denkmälern, die im Rahmen eines Kunst-Wettbewerbs als drei Siegerprojekte hervorgegangen sind. „Ich bin dankbar, dass dieses Kunstwerk bei uns in Leibnitz stehen darf. Das ist für uns ein wichtiges Zeichen, dass Leibnitz für Kunst im öffentlichen Raum offen ist Es ist aber auch ein Denk- und Dankmal für alle Pflegekräfte“, freute sich Bgm. Helmut Leitenberger. Der Leibnitzer Bürgermeister erinnerte auch an das Aufsehen erregende Projekt „Crash“ von Werner Reiterer aus dem Jahr 2013 als Leibnitz das Jubiläum 100-Jahre-Stadterhebung gefeiert hatte. „Es war eine tolle Werbung für Leibnitz und hat gezeigt, dass die Stadt mutig ist und Kunst polarisiert“, erinnert Leitenberger.

Die Vorgeschichte

Nach Ausbruch der Corona-Pandemie hatte das „Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark“ gemeinsam mit dem Kulturressort des Landes Steiermark, nach einer Idee der „Kronen Zeitung“, einen Wettbewerb zur Errichtung von Corona-Denkmälern in der Steiermark ausgeschrieben. Die rekordverdächtige Beteiligung von 220 Künstlerinnen und Künstlern mit Steiermark-Bezug brachte mehr als 300 Entwürfe hervor. Eine Jury hat daraus die Siegerprojekte von Wolfgang Becksteiner, Werner Reiterer und Michael Schuster ausgewählt.

Rekordteilnahme

Rekordverdächtig war auch die Teilnahme an der Präsentation. Neben Kulturlandesrat Drexler, Bgm. Helmut Leitenberger, LAbg. Bernadette Kerschler und Mitgliedern des Stadt- und Gemeinderates waren auch der Vorsitzende der Jury Ralph Schilcher, die Leiterin des Instituts für Kunst im öffentlichen Raum am Universalmuseum, Joanneum Elisabeth Fiedler, sowie Steirerkrone-Chef vom Dienst Gerald Schwaiger zur offiziellen Präsentation gekommen.

Zeitgemäßes Denkmal „Ohne Titel“

Reiterers Corona-Skulptur besteht aus einer 17.000 kg schweren Kugel aus Eisen und Schwerbeton mit einem Durchmesser von zwei Metern. Über die nächsten etwa 100 Jahre soll die Kugel nach und nach im Erdboden versinken. Die Skulptur visualisiert metaphorisch den Prozess, bei dem ein Virus in die menschliche Zelle gelangt. Durch das Eindringen der Kugel in die Erde wird der Aspekt der Erinnerung beziehungsweise des Vergessens thematisiert. Pandemie und Kugel sollen nach ihrem Verschwinden entweder im Gedächtnis unserer Nachfahrinnen und Nachfahren verankert bleiben oder in Vergessenheit geraten sein.

Ein Zeichen des Dankes“

„Wir präsentieren das besonders durchdachte Corona-Denkmal von Werner Reiterer in einer Zeit, in der die Pandemie uns wieder fest im Griff hat. Im Moment braucht es keine Erinnerung daran, wie einschneidend die COVID-Pandemie ist, welche Einschränkungen mit ihr einhergehen und vor allem welche schweren gesundheitlichen Gefahren sie mit sich bringt. Umso wichtiger ist es, ein Zeichen des Dankes zu setzen. Einen Dank an alle, die mit besonderem Einsatz tagtäglich dazu beitragen, dass wir die Corona-Pandemie bestmöglich überwinden können“, so Drexler.

„Der Wettbewerb zur Gestaltung von Corona-Denkmälern hat Künstlerinnen und Künstlern mitten in einer ganz schwierigen Phase unseres Lebens Mut gegeben. Die Corona-Denkmäler werden dafür sorgen, dass die spätere Generation sich an dieses besonders einschneidende Ereignis der COVID-19-Pandemie erinnern wird. Ähnlich, wie es die Pestsäulen im ganzen Land tun aber ganz im Gegensatz zur Spanischen Grippe, an die sehr wenig Erinnerung besteht“, meint Jury-Vorsitzende Ralph Schilcher.

„Der öffentliche Raum ist kein Wohnzimmer, sondern er ist ein Verhandlungsraum und dort ist es wichtig und wesentlich, die Probleme unserer Zeit anzusprechen und darüber zu diskutieren. Werner Reiterers Arbeit referiert sehr genau Ort, Raum und Zeit. Sie hat einerseits mit Vergessen, andererseits mit Erinnern zu tun und geht sowohl in die Zukunft als auch in die Vergangenheit“, ergänzt Institutsleiterin Elisabeth Fiedler.