LEIBNITZ. Der jüngste Weltspartagsempfang der Raiffeisenbank Leibnitz zum Auftakt der aktuellen Spartage stand unter dem Motto „Stärkung der Mitte“. Als Gastreferent beschäftigte sich Mag. Justus Reichl, der sich nach 17 Jahren als Benediktiner im Stift Göttweig „für ein anderes Leben“ entschieden hatte, in seinem Impulsvortrag mit der Frage „Was Genossenschaft bedeutet“.

Begrüßung durch Gastgeber

Doch zunächst bekräftigte Gastgeber Vorstandsdirektor Mag. (FH) Andreas Draxler, dass die seit 1897 bestehende Raiffeisenbank Leibnitz als Genossenschaft für Regionalität und Nachhaltigkeit stehe. „Das bedeutet im Bankgeschäft eine vertrauensvolle Kundenbeziehung und, dass unsere Kunden auf die Meinung der Mitarbeiter der Raiffeisenbank Leibnitz Wert legen“, definierte und betonte Draxler die Kraft der Idee von Friedrich Wilhelm Raiffeisen.

Die Kraft der Idee

Mag. Reichl, der aktuell für die Stabstelle Genossenschaft – Strategien und Perspektiven im Österreichischen Raiffeisenverband verantwortlich ist, verstand es in seinem kurzweiligen Referat mit sehr klaren, verständlichen Worten, den Stellenwert und die Wichtigkeit von Genossenschaften in der heutigen Zeit in den Fokus zu rücken. „Raiffeisen ist innovativer wie manche glauben möchten. Aber Raiffeisen und Kirche haben ein Imageproblem“, betonte der Vortragende und überraschte, dass die Genossenschaftsidee, mehr denn je in unsere Zeit passe,

„Die Werte von Raiffeisen haben eine lange Tradition. Fördern und Helfen, insbesondere gemeinschaftliches Unterstützen waren stets Triebkraft im genossenschaftlichen Verbund von Raiffeisen. Die Kraft der Idee ist ein Anker für die Menschen in der Region“, erläuterte Mag. Reichl und erinnerte an die Gründung von Selbst- und Nothilfevereinen als Folge der Verarmung der ländlichen Bevölkerung. „Die Darlehensvereine waren eine Erfindung von Friedrich Wilhelm Raiffeisen als Mittel zur Selbsthilfe in der Not“, wusste der aus Wien nach Leibnitz angereiste Innviertler zu berichten. „Was dem Einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele, heißt nichts anderes als, dass wir uns selbst helfen müssen. Doch in dem zum Vollkaskostaat gewordenen Österreich knistert es im Gebälk“, warnte der Gast aus Wien.

„Die Kraft der Idee von Raiffeisen ist moderner denn je und wir leben seine Idee auch heute. Unsere Welt braucht diesen Spirit zur Stärkung der Mitte. Denn die gesunde Mitte muss stark bleiben!“, so Mag. Reichl. Die Raiffeisenbank Leibnitz brauche es, weil sie die Mitte stärke. „Sie steht als autonome, eigenständige Bank, die den Mitgliedern gehört, für Regionalität, Subsidiarität, Solidarität, Eigentum, Eigenverantwortung und Mitverantwortung. Das sind die Urprinzipen einer genossenschaftlichen Bank“, brachte es der Vortragende auf den Punkt.

Überall in Österreich

„Genossenschaften zeigen, dass es möglich ist, wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung zu vereinbaren“, zitierte Mag. Reichl den früheren UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon. Das beweise Raiffeisen überall in Österreich. „Raiffeisen ist mit 15.000 ehrenamtlichen Funktionären und 60.000 Mitarbeitern in 4300 Betriebsstandorten der größte private Arbeitgeber in Österreich. Raiffeisen hat zwei Millionen Mitglieder und vier Millionen Kunden“, wartete der Vortragende mit bemerkenswerten Zahlen auf.

„Wir fördern die Gemeinschaft und die Region“, rief dann noch zum Abschluss des informativen Abends Vorstandsdirektor Mag. (FH) Draxler in Erinnerung und lud die Besucher zu heimischer Kulinarik regionaler Partner ein.