MURFELD. Mit dem „Big Jump“ in die Mur bei der Rollfähre in Weitersfeld ging das dreitägige GlaMUR „Genuss am Fluss“ Festival spektakulär und genussvoll in ein großes Finale. Dem Veranstalter, dem Verein „GlaMUR – Genuss am Fluss“ ist es eindrucksvoll gelungen, Slowenien und Österreich, Bad Radkersburg, Gornja Radgona, Tischen und Weitersfeld sowie die Menschen dieser Region an der Mur und die Sinne der Besucher zu verbinden, zu beleben und zu bewegen. Die Mur, zusammen mit Drau und Donau das längste Fließgewässer Europas, trennte lange als Grenzfluss steirische und slowenische Nachbarn. Der Verein „GlaMur – Genuss am Fluss“ beweist mit dem jüngsten Festival, dass die Mur zum „Genussfluss“ werden kann, der Nationen und Menschen verbindet.
Verbindender, regionaler Gedanken
Der Verein „GlaMur – Genuss am Fluss“ unter Obmann Georg Pock mit rund 200 Mitgliedsbetrieben in 16 steirischen und slowenischen Gemeinden entlang der Mur sorgt mit einem grenzüberschreitenden Leader-Projekt für eine neue „Bewusstseinsbildung für die Regionalwirtschaft“. Spürbar und erlebbar wurde das Anliegen beim dreitägigen GlaMUR Festival von Bad Radkersburg und Gornja Radgona über Tieschen bis nach Murfeld. Da gab es viel zu sehen, zu verkosten und zu genießen. Besondere Konzerte, leuchtende Projektionen, herzhafte Kulinarik nicht nur beim Sommerweinfest am Engelhof in Tieschen, sondern und zum Finale auch einen erfrischenden Sprung in die Mur.
UNESCO-Biosphärenpark „Mur-Drau-Donau“
In Österreich wird die Mur entlang der österreichisch-slowenischen Grenze flussabwärts von Spielfeld an den UNESCO-Biosphärenpark „Mur-Drau-Donau“ zwecks grenzüberschreitenden Schutz der Flussauen angeschlossen. Die Auen entlang Mur, Drau und Donau sind nicht nur Lebensraum für Fauna und Flora, sondern auch bedeutende Trinkwasserreservoirs für die Region, bieten Hochwasserschutz und sind Erlebnis- und Erholungsraum für Menschen.
Willkommenstor zum UNESCO-Biosphärenpark
Gerade am Platz an der Mur bei Weitersfeld, wo durch Flussbauten aus der Zeit der Monarchie und alter Papierfabrik die Landschaft einen ganz speziellen, prägenden Charakter aufweist, möchte Vereinsobmann Pock ein Projekt gemeinsam mit Slowenien andenken, dass für mehr Wahrnehmung der Besonderheit der Murauen in Slowenien und Österreich sorgen soll. „Hier kann das Willkommenstor zum Biosphärenpark entstehen. Ein Ort der Zusammenarbeit“, so Pock, der es mag, Grenzen zu überschreiten.
Die geheimnisvolle Welt der Mur
Welches Juwel und welcher Diamant die Murauen sind, den es noch zu polieren und zu schleifen gilt, damit er noch heller leuchtet, zeigte auch eine bemerkenswerte Ausstellung „Die geheimnisvolle Welt der Mur, das reichste Flussfischbiotop Europas“ im Rahmen des „Big Jump“. Fischexperte, Fotograf und Mur-Enthusiast Marjan Gaber hat für die Ausstellung 40 Fotografien angefertigt. Weitere Fotos steuerten Dr. Metka Povz und Peter Valic bei. Alle 69 Beiträge haben erklärende Texte in slowenischer, deutscher und englischer Sprache. Die Ausstellung soll Neugier und Bewusstsein für die reiche Artenvielfalt der Mur wecken und den Erhalt dieses natürlichen Lebensraumes fördern.
Zwischen der ehemaligen Staustufe Cersak und Oberschwarza und der Murbrücke bei Mureck ist die Mur der Lebensraum für 65 Fischarten, drei Krebsarten und des Neunauges. Anderswo ist dieser Artenreichtum aufgrund massiver menschlicher Eingriffe zerstört worden. Nun gilt es, das Bewusstsein für diesen unschätzbaren, unersetzlichen Naturreichtum in diesem Murabschnitt noch zu stärken.
„Big Jump“ in die Mur
Der Genuss am Fluss als grenzenloses Projekt mit viel „GlaMur“ war dann der „Big Jump“ in den Genussfluss bei dem auch Murfeld-Bgm. Werner Grassl und zahlreiche weitere jüngere und ältere Protagonisten dem Beispiel von Obmann Georg Pock folgten und vom Sandstrand bis zur Bootsanlegestelle in der Mur schwammen. „Diese Aktion, die heuer zum dritten Mal am Sandstrand der Mur über die Bühne geht, dient vor allem der Bewusstseinsbildung. Wir haben hier nämlich zwischen Spielfeld und Bad Radkersburg nicht nur einen einzigartigen Naturraum, sondern auch die Österreich weit zweitgrößte Au. Nach Zeiten politischer Querelen wird das Projekt Biosphärenpark die Regionen und Bezirke Leibnitz und Südoststeiermark enger zusammenschweißen“, hofft Pock.