Der Mensch ist biologisch gesehen ein basisches Wesen. Das Blut ist basisch und muss auch ständig basisch bleiben, ansonsten kann dies lebensbedrohende Auswirkungen haben, wie Dr. Horst Grubelnik erklärt.

Die Zellen werden von basischem Blut versorgt. Das menschliche Leben entwickelt sich neun Monate lang in einem basischen Fruchtwasser. Unser Körper besteht zu 80 % aus Basen und zu 20 % aus Säuren. 

Eine latente Übersäuerung des Körpers durch falsche Ernährung mindert etwa die Durchlässigkeit des Bindegewebes für Nährstoffe und Abbauprodukte – sichtbar wird diese Gewebeschwächung etwa durch Cellulite. Übersäuerung bedeutet aber auch eine dauerhafte Belastung der Nieren und kann langfristig die Knochenschwäche Osteoporose auslösen. 

Bei falscher Lebensweise kann das Zusammenspiel von Säuren und Basen aus dem Gleichgewicht geraten. Dies geschieht zumeist aus drei Gründen: vermehrte Säureaufnahme, gesteigerte Säureproduktion und/oder verminderte Säureausscheidung

Es kommt nämlich nicht darauf an, wie sauer etwas schmeckt oder wie viel Säure ein Produkt von Natur aus enthält, sondern darauf, in welche Stoffe Verdauung und Stoffwechsel dieses Lebensmittel zerlegen: Wenn der Körper mehr basische als saure Produkte daraus gewinnt, zählt ein Lebensmittel zu den Basenbildnern. Werden bei der Verdauung allerdings mehr saure als basische Bestandteile daraus gewonnen, handelt es sich um sogenannte Säurebildner.

Einige Erkrankungen sind auf Störungen das Säure-Basen-Haushalts zurückzuführen – wer übersäuert, ist für bestimmte Krankheiten anfälliger. Am bekanntesten ist die Gicht, bei der Einlagerungen von Harnsäurekristallen in den Gelenken entstehen, sich entzünden und schmerzen. Es ist auch zu vermuten, dass Erkrankungen wie chronische Entzündungen, Geschwüre, Hautkrankheiten und auch Harnsteine im Umfeld einer Übersäuerung des Gewebes leichter entstehen können. 

Als Säurelieferanten gelten: Zucker und zuckerhaltige Süßwaren, Brot aus Weißmehl, Eier, Käse, Fisch und Lebensmittel mit Phosphat (z.B. Fastfood, Softdrinks) Nudeln, Kaffee, schwarzer Tee, Alkohol, Fleisch, Wurstwaren und ganz besonders Fleischsuppen.

Zu den Basenlieferanten zählen: Kartoffel, Gemüse, Obst, rohe Milch, diverse Käsesorten sowie die meisten Kräuter. Spitzenreiter bei den Basenlieferanten sind alle dunkelgrünen Blattsalate. Auch Trockenfrüchte – hier besonders Datteln, Feigen und Rosinen – zählen zu den Top-Basen-Bildnern.

Neutrale Lebensmittel sind: Wasser, Butter, kalt gepresste Öle, Walnüsse

Mit ausgewogener Ernährung übersäuert man nicht

Grundsätzlich gilt: Kombinieren Sie – vorzugsweise fettarmes – Fleisch oder Fisch mit einer großen Gemüse- oder Kartoffelportion. Denn ca. 250 g Obst oder Gemüse gleichen die Säurebildung aus, die von 100 g Fleisch, Fisch oder Getreide entsteht. Mit ausgewogener Ernährung übersäuert man nicht! Falls möglich, auf den Morgenkaffee verzichten, gegebenenfalls trinken Sie allerdings ein großes Glas Wasser nach. Frisches Obst, Vollkornmüsli, verdünnte Obstsäfte, Honig und Dörrobst sind zudem eine interessante Abwechslung

Zur Wiederherstellung des Säure-Basen-Gleichgewichtes, also zur Entsäuerung, und zur Neutralisierung der anfallenden Stoffwechselgifte, kann Basenpulver eingenommen werden. Eine regelmäßige Einnahme im Sinne einer Vorbeugung zur Übersäuerung ist sicherlich nicht sinnvoll.

Dr. Horst GRUBELNIK, Sportmediziner, gibt laufend Tipps, wie Sie Ihre Gesundheit erhalten, aber auch verbessern können.