Brunnen-Sperren nach Grundwasserverunreinigungen in Lebring und Tillmitsch rufen die FPÖ auf den Plan. Klubobmann Mario Kunasek und der Leibnitzer Bezirksparteiobmann Gerhard Hirschmann fordern ein konsequentes Vorgehen und volle Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit. In einer schriftlichen Anfrage im Landtag stellt die FPÖ nun zur Causa 40 konkrete Fragen.

Bereits im Vorjahr waren wegen der Kontamination mit per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen zwei Brunnen der öffentlichen Wasserversorgung in der Marktgemeinde Lebring-St. Margarethen vom Netz genommen worden. Aus insgesamt 80 Brunnen und Grundwassersonden waren Proben gezogen und chemisch analysiert worden. Seit dem Frühjahr des Vorjahres ist bekannt, dass das Grundwasser im nördlichen Leibnitzerfeld durch per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) verunreinigt ist. Laut dem Umweltbundesamt könnten, so die beiden Freiheitlichen, bestimmte Stoffe doch „krebserregend und fortpflanzungsgefährdend“ sein. Als Auslöser der Verunreinigungen, die sich zwischenzeitlich auch in Hausbrunnen der Gemeinde Tillmitsch finden, steht die Landesfeuerwehr- und Zivilschutzschule in Lebring in Verdacht.

Kritik seitens der FPÖ

„Dass es scheinbar nur sehr zögerlich zu großflächigen Analysen und einer raschen Information der Bevölkerung gekommen sein dürfte, ist für uns nicht nachvollziehbar. Schließlich ist der länger andauernde Konsum von belastetem Wasser als bedenklich einzustufen – es braucht in derartigen Fällen eine rasche Informationsweitergabe an die Betroffenen“, so FPÖ-Klubobmann Mario Kunasek. „Da die Causa sehr komplex zu sein scheint, werden gleich mehrere Mitglieder der Landesregierung von uns befragt. Wir verlangen vollumfängliche Transparenz – seitens der Behörden dürfte es hier bisher zu Versäumnissen gekommen sein“, vermutet der freiheitliche Klubobmann.

Brunnenbesitzer unter die Arme greifen

„Betroffene Brunnenbesitzer dürfen nicht im Regen stehen gelassen werden! Als würde es nicht reichen, dass die Brunnenbesitzer in der Ungewissheit leben müssen, wie lange sie kontaminiertes Wasser konsumiert haben, kommt nun wahrscheinlich auch noch ein erheblicher Kostenfaktor auf die Betroffenen zu“, ergänzt der freiheitliche Leibnitzer Bezirksparteiobmann Gerhard Hirschmann, der sich um die Folgewirkungen für die Betroffenen sorgt. Die bisherigen Hilfsmaßnahmen waren für Hirschmann „nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein!“ „So gab es beispielsweise für die Gemeindebürger von Tillmitsch einmalig einen Gutschein über einhundert Euro für Trinkwasser. Nun ist jedoch für alle Betroffenen Haushalte ein Anschluss an das öffentliche Wassernetz angedacht, welcher mitunter extrem kostspielig werden dürfte. Auch hier wollen wir wissen, wie das Land Steiermark gedenkt, den Brunnenbesitzern unter die Arme zu greifen. Diese sind schließlich unverschuldet zum Handkuss gekommen“, so Hirschmann weiter.

Darüber hinaus gelte es, so Hirschmann, sicherzustellen, dass künftig keine weitere Belastung von der Feuerwehr- und Zivilschutzschule als vermutetem Verursacher ausgehen werde. Wie konkret dies sichergestellt werden soll, soll ebenfalls Gegenstand der Anfrage der Freiheitlichen sein. „Wir werden die Geschehnisse in Leibnitz jedenfalls weiter kritisch begleiten und stehen klar auf der Seite der Betroffenen“, betonen Kunasek und Hirschmann unisono.