Im Zuge eines Presstermins am Donnerstag im Marktgemeindeamt von St. Veit in der Südsteiermark wurden die Schwerpunkte der Klima- und Energie Modellregion „Grünes Band Südsteiermark“ präsentiert.

Die Marktgemeinde St. Veit in der Südsteiermark fungiert als neuer Träger der KEM-Region „Grünes Band Südsteiermark“*, dessen Weiterführung vom österreichischen Klima- und Energiefonds nun bis Jänner 2023 genehmigt wurde. Anlässlich dessen wurden die neuen Inhalte und das neue Team vorgestellt.

Vollständiger Verzicht auf fossile Energie

Während die Stadtgemeinde Mureck als ehemaliger Träger der KEM-Region nun eigene Wege geht, machen die beiden gut vernetzten Gemeinden St. Veit in der Südsteiermark mit Bgm. Gerhard Rohrer und Amtsleiter Mag. Ing. Manfred Lechner sowie Straß in Steiermark mit Bgm. Reinhold Höflechner und AL Josef Rauscher gemeinsam mit Modellregionsmanager DI Christian Luttenberger voller Motivation weiter und haben sich hohe Ziele gesteckt.

Die beiden steirischen Gemeinden kooperieren als KEM-Region sehr eng, um dem langfristigen Ziel – der 100-prozentige Ausstieg aus fossiler Energie – näher zu kommen. Dazu zählt auch eine Bewusstseinssteigerung für die Themen Energieeffizienz und erneuerbare Energie, Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu erreichen.

Umfassendes Maßnahmenpaket

Ingesamt zwölf neue Energie- und klimabewusste Maßnahmen wurden ausgearbeitet und sollen in den kommenden Jahren umgesetzt werden: Die verstärkte Information über und die Nutzung von „Naturgas Steiermark“, die Erarbeitung und öffentliche Anwendung zukunftsorientierter Gemeinde-Richtlinien, die Weiterbildung von Gemeindebediensteten und Funktionären, die Einführung von Energiemanagementsystemen durch Einsetzung von Energiebeauftragten, die Einführung einer Energiebuchhaltung und von Wärmesteuerungskonzepten in öffentlichen Gebäuden, die Unterstützung des hochwertigen Bauens, Sanierens und der Black-Out Vorsorge im öffentlichen Bereich, die Forcierung von Solarthermie Nutzungen in der Lebensmittelproduktion und bei der Heizwerksoptimierung Lichendorf sowie das richtige und sinnvolle Heizen mit regionaler Biomasse.

Hierzu soll es auch mehrere Informations- bzw. Schwerpunktveranstaltungen zur Information der Bevölkerung geben. Anhand praxisnaher Beispiele soll gezeigt werden, wie man richtig heizt und Haushalte können Messungen durchführen. Zudem sollen kostenlose Energie- und Förderberatungen angeboten werden, insgesamt zwölf Förderberatungstage sind geplant.

Energieraumplanung

Die ressourcenschonende Entwicklung von kommunalen Baugebieten (etwa durch eine zentrale, alternative Energieversorgung), die Optimierung regionaler Mobilität (Stichwort: regioMOBIL), Öffentlichkeitsarbeit und BürgerInneneinbindung, Info-Veranstaltungen über die regionale Lebensmittelproduktion und die Grundlage des Bodens, um damit auch bei Landwirten ein Umdenken zu erreichen, sowie Klima- und Energieunterricht an Schulen runden das Maßnahmenpaket ab.

Um die Vorhaben auch umsetzen zu können, bedarf es einer Kooperation mit regionalen Unternehmen. Diese – AWV Leibnitzerfeld Süd, Südbau Hoch- und Tiefbau, Röck GmbH, Naturpark Südsteiermark, um nur wenige zu nennen – sollen in alle genannten Maßnahmen operativ und aktiv eingebunden werden.

Ein gemeinsames Ziel im Auge

„Die Arbeit wird bestimmt nicht weniger, aber wir machen sie mit Freude“, erklärte der zuständige Amtsleiter Mag. Ing. Manfred Lechner. Über die gute Zusammenarbeit schon in den letzten Jahren zeigten sich beide Gemeindechefs dankbar. „Jetzt gilt es, viele kleine Mosaiksteinen in die richtige Position zu bringen. Das Wichtigste ist, dass wir vom Reden und Denken ins Tun und Handeln kommen“, so Bgm. Rohrer.

„Straß und St. Veit haben schon immer ein sehr gutes Miteinander, die Zusammenarbeit hat stets sehr gut funktioniert“, pflichtete Bgm. Höflechner bei und erklärte: „Auf unsere Landschaft zu schauen, war schon immer unsere Motivation. Es gibt viele Player, aber wir haben alle ein Ziel: unsere schöne Gegend so gut es geht zu erhalten. Wir wollen weg von fossiler Energie. Wir haben in der Gemeinde nur mehr gasbetriebene Fahrzeuge, das Gas erzeugen wir selbst. Bald sollen auch alle öffentliche Gebäude energieautark sein.“


*) Das Grüne Band Südsteiermark…

…ist eine von 96 Klima- und Energie-Modellregionen (KEM’s) Österreichs, die sich eine saubere Energiegewinnung aus Sinne, Wind, Wasser und Bioenergie der Region zum Ziel gesetzt haben, statt weiterhin von teuren Öl- und Gasimporten abhängig zu sein. Die KEM Grünes Band Südsteiermark besteht aus einer Kooperation der beiden Gemeinden Straß und St. Veit, als Modellregionsmanager fungiert DI Christian Luttenberger.

Weitere Informationen: klimaundenergiemodellregionen.at