In der LBCL Chirurgie & Venenpraxis hat man sich zur Behandlung von Besenreisern und gelegentlich auch von Krampfadern dazu entschieden, die seit 150 Jahren bekannte Sklerotherapie einzusetzen. Die neuesten Entwicklungen in diesem Bereich sind moderne Techniken wie die ultraschallgesteuerte Sklerosierung oder die Schaumsklerosierung.

Warum haben Sie sich entschieden, die Schaumtherapie als unterstützende Therapiemaßnahme einzusetzen?

Dr. Salama: Die Schaumsklerotherapie hilft als unterstützende Therapiemaßnahme in Kombination mit der endovenösen Lasertherapie, die Seitenäste zu behandeln, sodass keine in ein Organ eingreifende Behandlung wie ein Aderlass notwendig wird. Wir protokollieren exakt die gesamte Behandlung mittels Schaumsklerotherapie. Eine innovative Mischung aus Kohlendioxid und Sauerstoff als medizinisches Gas sowie die Verwendung einer örtlichen Betäubung verstärken den Kontakt der erkrankten Venen mit dem Schaum und optimieren so den Effekt.

Gibt es aktuell bei der Schaumsklerotherapie noch Innovationen?

Dr. Salama: Wir haben die Forschung, was die Vorbereitung des Schaums betrifft, weiter verfolgt, um die Wirkung des Schaums nach dem neuesten Stand der medizinischen Entwicklung  zu optimieren. Entscheidend ist, dass ein Verhältnis von einem Teil flüssigem Sklerosierungsmittel zu vier Teilen Luft oder Gas als optimal für die Erzeugung eines dichten, haltbaren Schaums angesehen wird. Wir haben uns eingehend mit verschiedenen Aspekten in der pharmakologischen Struktur des Schaums befasst und seine Wirkung studiert. Wir haben nachgeforscht, welche Details wichtig für die gewünschte Wechselwirkung mit dem Körper sind. Entscheidend für die optimale und erwünschte Wirkung sind die Struktur und Stabilität des Schaums sowie eine gute, automatisierte Vorbereitung der Sklerotherapie.

Können Sie uns bitte noch im Detail genauer erläutern, worauf es ankommt?

Dr. Salama: Diese drei wesentlichen Punkte sind miteinander sehr eng verbunden und ergeben erst im aufeinander abgestimmten Zusammenwirken eine optimale Wirkung des Skleroseschaums.

Die optimale Wirkung der Anwendung beginnt bereits bei der Stabilität des Schaums und bei dessen Konzentration. Bei einer Konzentration des Sklerosierungsmittels unter 1 % vermindert sich die Wirkung des Schaums einerseits sehr rasch schon nach einer Vorbereitungszeit von wenigen Sekunden bis zu wenigen Minuten. Andererseits wiederum ist die geringe Konzentration bei der Behandlung kleinerer Besenreiser sehr entscheidend.

Eine interessante Erkenntnis einer Studie aus dem Jahr 2013 hat ferner gezeigt, dass die Automatisierung der Schaumvorbereitung mit einem Magnetrührer, bei der die Mischung der Anteile mit einer Geschwindigkeit zwischen 1500 und 4000 Umdrehungen in der Minute erfolgt, die Stabilität des Schaums stark verbessern kann und das selbst auch bei geringen Konzentrationen des Sklerosierungsmittels unter 1 %.

Bei einer automatisierten Vorbereitung des Skleroseschaums sind, im Gegensatz zur manuellen Vorbereitung, die Blasen kleiner und gleichförmiger. Das wiederum erlaubt einen besseren Kontakt mit den Venen und dem Besenreiser und zeitigt eine bessere Wirkung.

Die Vorbereitungszeit bei automatisierter Skleroseschaumherstellung ist deutlich kürzer als bei manueller Vorbereitung. Die Stabilität des automatisiert hergestellten Schaums spielt eine große Rolle, spart viel Zeit bei der Vorbereitung größerer Schaummengen und lässt zudem die Haltbarkeit von nur 1,4 Minuten auf 3 Minuten ansteigen. 

Bei den größeren Hautvenen neutralisieren der große Durchmesser der Venen sowie die Proteine des Blutes die Wirkung der Sklerosierung des Schaums. Fazit: Schaumsklerosierung gilt als Goldstandard bei der Behandlung von Besenreisern und netzförmigen Venen kleineren Durchmessers. 

LBCL Chirurgie und Venenpraxis
Dr. Mohamed Salama

M.B.B.CH, Msc, Facharzt für Chirurgie
Kindermann-Zentrum
Dechant-Thaller-Straße 37/2/02, 8430 Leibnitz
www.lbcl.at