Das Jahr 2021 neigt sich dem Ende zu. In unserem Jahresrückblick fassen wir die wichtigsten Geschehnisse, die das Land und unsere Region in den letzten zwölf Monaten beschäftigt haben, zusammen.

Das Jahr 2021 ist stark von der Corona-Pandemie und hierzulande auch von politischen Beben, die in einem Wechsel an der Regierungsspitze gipfeln, geprägt. Mit Ausnahme der Sommermonate ist das öffentliche Leben enorm eingeschränkt. Die Impfung gibt zunächst Hoffnung, die im Herbst allerdings von der relativ geringen Impfbereitschaft im Land getrübt wird. Auch in Sachen Klimaschutz hat sich einiges bewegt.

Jänner

Das Jahr 2021 beginnt mit einem „harten“ Lockdown, der bereits am 26. Dezember 2020 startete und bis 24. Jänner gelten sollte. Am 17. Jänner kündigt die Bundesregierung mit der Begründung der zunehmenden Ausbreitung neuer Virusmutationen aus Großbritannien und Südafrika allerdings die Verlängerung des Lockdowns bis zunächst 7. Februar an. Ab 25. Jänner gilt FFP2-Maskenpflicht im Supermarkt. 

Tourismusreform

Auf Antrag von Tourismuslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl hat die Steiermärkische Landesregierung am 21. Jänner indes eine neue Struktur für den steirischen Tourismus beschlossen. Aus 96 Tourismusverbänden und neun Regionalverbänden werden ab 1. Oktober elf Erlebnisregionen. 

Februar

Zu Beginn des Jahres startet die Impfkampagne der Bundesregierung, die allerdings von Lieferproblemen des Impfstoffs überschattet wird. Die in der ersten Phase in der Steiermark zur Verfügung stehenden 35.000 Impfdosen sollten ab Jänner an BewohnerInnen und Personal in Senioren- und Pflegewohnheimen sowie an Beschäftigte in den steirischen Krankenhäusern verimpft werden. Die zweite Phase sollte sich ab Februar auf infrastrukturkritisches Personal und Personen über 65 Jahre konzentrieren. Die Organisation des Impfstarts läuft mancherorts noch holprig ab. Mit dem Impfstart entbrennt eine Debatte um die Einhaltung der Impfordnung und vorgezogene Impfungen mancher BürgermeisterInnen des Landes. 

Vorbildliches Wagna 

Nicht so in der Marktgemeinde Wagna, wo der Impfstart gut organisiert und geordnet abläuft. Anfang Februar erhalten hier bereits 25 über 80-Jährige die von Pflegeheim-Impfungen übrig gebliebenen Impfdosen. 

März

Mit dem Ende des sechswöchigen harten, dritten Lockdowns kommt es zu vorsichtigen Lockerungen. So darf der Handel wieder aufsperren, ebenso Museen, Büchereien und körpernahe Dienstleister. Für Kunden gelten Eintrittstests. Öffnungen in den Bereichen Gastronomie, Sport und Kultur bleiben aus. In den Schulen kehrt man zum Präsenzunterricht zurück. Die Testkapazitäten werden massiv aufgestockt. Ab 1. März werden in ganz Österreich gratis Antigen-Tests in Apotheken zur Verfügung gestellt, die auch Selbsttestungen ermöglichen. Am 19. und 20. März werden vom Land Steiermark die ersten Impfungen für das Personal im elementarpädagogischen und schulischen Bereich durchgeführt. Etwa zur gleichen Zeit sorgen Meldungen über mögliche Nebenwirkungen des Impfstoffs von AstraZeneca für Verunsicherung bei Impfwilligen. 

Klimaneutralität 

Am 9. März wird im Umweltausschuss des Parlaments ein Entschließungsantrag zum Klimavolksbegehren angenommen. „Damit ebnen wir den Weg zur Klimaneutralität bis zum Jahr 2040. Gemeinsam mit der Wirtschaft werden wir die Transformation vorantreiben und die heimische Wertschöpfung und die Arbeitsplätze absichern“, zeigt sich der südsteirische NRAbg. Joachim Schnabel zufrieden.

April

Der Zeitraum ist von der dritten Pandemiewelle sowie der Ausweitung von Massentests und Impfungen geprägt. Während im Osten des Landes aufgrund der dramatisch steigenden Infektionszahlen von 1. bis 11. April eine „Osterruhe“ gilt, verbringt der Rest Österreichs Ostern im sogenannten „Lockdown light“ – es gelten nächtliche Ausgangsbeschränkungen. Wien und Niederösterreich verlängern die strengen Maßnahmen bis zum 3. Mai. 

Am 13. April tritt Rudolf Anschober als Gesundheitsminister zurück. Am 19. April wird Wolfgang Mückstein als sein Nachfolger angelobt. 

Baustopp 

Im Zuge der Leibnitzer Gemeinderatssitzung vom 31. März wurde von der SPÖ gemeinsam mit den Grünen und dem Bürgerforum Leibnitz ein vorübergehender Baustopp für Leibnitz verhängt. Bis zum Herbst möchte man das bestehende Leitbild für die Stadt Leibnitz um verschiedene Qualitätskriterien erweitern und so lange keine weiteren Großbauten genehmigen. Mittlerweile wurden Ausnahmen beschlossen, ein neues Leitbild liegt bis dato aber nicht vor.

Mai

Aufgrund der sinkenden Infektionszahlen und des Impffortschritts können am 19. Mai bundesweite Öffnungsschritte stattfinden – allerdings nur mit Einhaltung der 3G-Regel. Die Gastronomie kann nach mehr als sechs Monaten Pause wieder öffnen. Am 17. Mai wurden laut Gesundheitsministerium österreichweit bereits 4.056.335 Impfdosen verabreicht, was bedeutet, dass knapp 38 % der impfbaren Bevölkerung (16+) damit bislang zumindest die erste Dosis erhalten hat. 

„Boden für Alle“ 

Bei ihrer Klausur Ende Mai hat die Steiermärkische Landesregierung ihre neu erarbeitete „Agenda weiß-grün 21 plus“ präsentiert – ein ergänzender Aktionsplan zum bereits bestehenden Regierungsplan mit gezielten Maßnahmen, um den Aufschwung der Steiermark nach der Corona-Krise einzuläuten und dem Klimawandel den Kampf anzusagen. U.a. sehen die Maßnahmen vor, mit ökologischen Neubauten und klimaschonenden Sanierungen die Bodenversiegelung zu bremsen. 

Um jenes Thema dreht sich auch die im Mai im Alten Kino Leibnitz eröffnete Ausstellung „Boden für Alle“. Im Zentrum dieser steht der Boden als wertvolle Ressource und die zunehmende Versiegelung desselben. Die Ausstellung „Boden für Alle“ möchte das Bewusstsein für die Problematik wecken und den zunehmenden Bodenverbrauch veranschaulichen – zu diesem Zeitpunkt angesichts des geltendes Baustopps auch ein viel diskutiertes Thema in der Region.

Juni

Nach einer langen Pause melden sich Kulturschaffende endlich auf der Bühne zurück. LeibnitKULT. sorgt ab Juni wieder für ein buntes und abwechslungsreiches Kulturangebot. Außerdem wird verkündet, dass der im Vorjahr erfolgreich veranstaltete KulturSommer #gemeinsam Leibnitz/Wagna im heurigen Sommer eine Neuauflage feiert.

Öffentliches Leben erwacht 

Am 24. Juni wird die Steiermark von der Corona-Kommission als einziges Bundesland in Österreich mit „sehr geringem Risiko“ bewertet und stellt die Corona-Ampel damit auf grün. Österreich führt zu dieser Zeit den „Grünen Pass“ ein. Er gilt gewissermaßen als „Eintrittsschein“ für die Teilhabe am öffentlichen Leben. Kanzler Sebastian Kurz erklärt die Pandemie für Geimpfte für beendet.