Sepp Fast, bekannter Musiker, Komponist und Gründer des „Original Berglandecho“ und Träger zahlreicher Auszeichnungen, ist dieser Tage im 85. Lebensjahr verstorben. Gelegenheit, auf eine große Musikerkarriere zurück zu blicken, war er doch einst sogar der meist gespielte volkstümliche Komponist Österreichs.

„Jo, mir sah mit Radl do!“

Eine als Melodie für einen volkstümlichen Schlager adaptierte alte amerikanische Volksweise hat Sepp Fast in Österreich mit seinem Text und Instrumentalteil im Jahr 1971 besonders bekannt gemacht. In dem Schlager „Ja, mir san mit’m Radl da“ beschreibt Sepp Fast in der Mundart die Freuden des Radfahrens und „schwamm“ damit seinerzeit am Beginn der „Fit mach mit“ Aktion mit dem von ihm 1962 gegründeten Volksmusik-Ensemble „Das Original Berglandecho“ auf einer klingenden Erfolgswelle. Fast hatte die Melodie des US-amerikanischen Gospels „Just Over in the Glory Land“ irgendwo gehört und sie nicht mehr aus dem Ohr. bekommen, sodass er unter Verwendung einer Volksweise den Text komponiert und die Melodie entsprechend adaptiert hat.

Der seinerzeitige bei Polydor auf Vinyl gepresste Hit weist, auf damaligen Wunsch der Plattenfirma, L. Staringer als Urheber aus. Sepp Fast hatte unter dem Pseudonym L. Staringer an die 600 Lieder getextet und komponiert, weil man damals bei Polydor meinte, dass sein bürgerlicher Name nicht wirklich gut klinge.

Ein Leben für die Musik

Dem am 19. Februar 1938 in Ratten geborenen und in Birkfeld aufgewachsenen Komponisten und Volksmusiker Sepp Fast war eine musikalische Karriere schon in die Wiege gelegt, entstammt er doch einer überaus musikalischen Familie. So spielte er bereits mit sechs Jahren Klavier, später auch Bassgeige, Akkordeon und Saxophon sowie Klarinette.

Von 1957 bis 1964 war Fast bei der Militärmusik Steiermark als Klarinettist und Stabführer tätig. Zudem war er Jahrgangsbester im Hochsprung und trug den Rang eines Oberstabswachtmeisters. Gleichzeitig begann er 1959 mit der Zusammenstellung einer Fünf-Mann-Gruppe, die 1962 als „Das Original Berglandecho“ an die Öffentlichkeit trat. Es sollte bis 2002 bestehen und war vor allem auf Hochtzeiten, Zeltfesten und Konzerten zu hören. In den 60-er Jahren gab es die allererste Tonbandaufnahme mit dem Titel „Der Almsee“, dem zahlreiche LP´s und Singels folgten.

Fast wurde in Klavier, Violine, Klarinette (Klassik Ausbildung am Konservatorium in Graz bei Prof. Steinwidder, wo er unter anderem Mozart Klarinetten Konzerte als Solist spielte) und Bassgeige ausgebildet.

Übersiedlung nach Leibnitz

Als Fast 1964 den Wehrdienst abgeleistet hatte, holte ihn Anton Tischler als Kapellmeister zur Stadtkapelle Leibnitz. Fast arbeitete anfangs noch bei der Sparkasse Leibnitz, wo er seine spätere Gattin kennen lernte. Bald wechselte Fast zum Finanzamt Leibnitz. Doch selbst ein einjähriger Sonderurlaub hatte ihn nicht davon abgebracht, länger beim Finanzamt zu bleiben. So gab er seinen bürgerliche Arbeit auf und widmete sich seiner beruflichen Karriere als Musiker.

Große musikalische Erfolge

Im Jahr 1972 erhielt Sepp Fast sogar die goldene Schallplatte für 100.000 verkaufte Tonträger. Im Jahr 1973 ging Fast mit seinem „Berglandecho“ auf eine mehrmonatige Tournee nach Montreal, wo auf einer großen Bühne gespielt wurde. Am Tag zuvor waren auf derselben Bühne die Rolling Stones aufgetreten. Interessantes Detail „Das Original Berglandecho“ soll sogarmehr Zuschauer als die Rolling Stones gehabt haben.

„Das Original Berglandecho“ feierte mit Fast außerdem erfolgreiche Auftritte in Zürich, Bern oder im Nobelski-Ort St. Moritz und es war derart beliebt, dass es damals gleich Fanclubs in Österreich, der Schweiz und Deutschland mit tausenden Mitgliedern gab. Im Jahr 1977 war Fast der meist gespielte volkstümliche Komponist Österreichs. Dafür bekam er die „Goldene Rose“ verliehen. 1979 bekam Fast die Hermann Löns Medaille in Bronze und 1987 sogar in Gold. Im Jahr 1990 wurde Fast das Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark verliehen.

Omnipräsent im TV und Radio

„Das Original Berglandecho“ und Fast hatten unzählige Fernsehauftritte u.a. bei Heinz Conrad, im Musikantenstadl, in der Sendung „Lustige Musikanten“, in der „Weißblauen Hitparade“, „Im Krug zum grünen Kranze“, bei „Heimatmelodie“, „Die Musik kommt“, „Zum blauen Bock“, „Drehscheibe“, bei Marianne und Michael und mehr. Fast wurde sogar zum Sieger der alpenländischen Musikantenparade gewählt. Als Komponist, Arrangeur und Texter hatte sich Sepp Fast erfolgreich der volkstümlichen Musik verschrieben und schuf über 700 Eigenkompositionen und nahm mehr als 30 Langspielplatten und 60 Singles auf.

Sepp Fast lebte bis zuletzt selbständig zu Hause in Leibnitz in der Schmiedgasse und hat sich immer gefreut, wenn seine Familie zu Besuch kam oder gemeinsam gefeiert werden konnte.