Der 9. Kinderbetreuungsatlas der AK Steiermark zeigt vereinzelte Verbesserungen auf. Allerdings werden diese vom zunehmenden Mangel an Betreuungspersonal überschattet. Schlechte Bezahlung und Arbeitsbedingungen führen zu einer dramatischen Personalsituation!

Drastische Zuspitzung

Die Personalsituation in der Kinderbetreuung in der Steiermark hat sich laut Recherchen der AK Steiermark in den letzten Monaten drastisch zugespitzt. Womit viele steirische Gemeinden und Einrichtungen zu kämpfen haben, so die AK Expertinnen und Experten, sei vor allem der dramatische Mangel an Betreuungspersonal, bedingt durch schlechte Arbeitsbedingungen und geringe Bezahlung. „Nicht nur die Elementarpädagoginnen brennen aus und wandern schließlich ab – auch die Kinder und ihre Eltern leiden, die Versorgung ist nicht mehr gewährleistet!“, warnen AK-Präsident Josef Pesserl und AK-Frauenreferatsleiterin Bernadette Pöcheim. Die Politik sei, so die beiden, gefordert, dringendst für bessere Arbeitsbedingungen und bessere Bezahlung für die Beschäftigten in der Kinderbetreuung zu sorgen. 

Am Foto (v.l.n.r.) präsentierten AK-Frauenreferatsleiterin Bernadette Pöcheim, AK-Präsident Josef Pesserl und Cordula Schlamadinger, Leiterin der Kinderdrehscheibe, den neuen Kinderbetreuungsatlas der AK Steiermark.

Vereinbarkeit  von Familie und Beruf

Dabei hat sich die Situation bis vor kurzem teilweise positiv entwickelt, wie der mittlerweile 9. AK-Kinderbetreuungsatlas zeigt: Von 286 steirischen Gemeinden erfüllen 153 (2021: 144) die Kriterien für die „Kategorie A“: „Für diese Kategorie müssen eine Betreuungseinrichtung für Kinder unter drei Jahren, ein Ganztageskindergarten und eine Nachmittagsbetreuung für Volksschulkinder vorhanden sein“, erklärt Pöcheim. Seltener sind Gemeinden, die den zusätzlichen Kriterien des „Vereinbarkeitsindikators für Familie und Beruf“ (VIF) gerecht werden. So haben aktuell 74 Gemeinden (2021: 76) Betreuungsangebote für Kinder von null bis zehn Jahren mit Öffnungszeiten, die beiden Elternteilen Vollzeitjobs ermöglichen. Viele Gemeinden sind – teils auch in Kooperation mit Nachbargemeinden – bemüht, Ferien- und Tagesöffnungszeiten dem Bedarf von Eltern anzupassen. Doch viele dieser Angebote sind aufgrund der dramatischen Personalsituation nun akut in Gefahr. 

Wie man zum Kinderbetreuungsatlas kommt

Den Kinderbetreuungsatlas gibt es seit dem Vorjahr in digitaler und interaktiver Form: Unter kinderbetreuungsatlas.akstmk.at können alle Details zu den einzelnen Gemeinden abgerufen werden.