JURSINCI. Die durch die aufblühende Natur führende Frühjahrsausfahrt des Leibnitzer Oldtimer-Club ging diesmal nach Slowenien. Die Leibnitzer Oldtimerfreunde waren dabei auf den Spuren des Automobil- und Zweiradpioniers Johann Puch unterwegs. Die von Franz Georg Bernhard und Ernest auch historisch bestens aufbereitete und perfekt organisierte Zeitreise hatte das Geburtshaus von Johann Puch und heutige Museum des Vereins Johann Puch in Jursinci (Jörgendorf, östlich von Maribor) zum Ziel.
Dort, wo der spätere Industrielle seine Kindheit verbracht hatte, war viel über die Lebensgeschichte des begnadeten Erfinders zu erfahren. Johann Puch, der slowenisch Janez Puh hieß, war am 27. Juni 1862 in Sakuschak, im damaligen Kaisertum Österreich als siebtes Kind in eine slowenischsprachigen Familie von Kleinbauern zur Welt gekommen. Schon mit nur acht Jahren verließ er das Elternhaus und begann mit zwölf Jahren eine Schlosserlehre in Pettau, später auch in Radkersburg (1877) auf seiner Wanderschaft. Ab 1885 war er bei verschiedenen Arbeitgebern beschäftigt, um sich im Fahrradbau weiterzubilden. Bald war Puch wegen seines großes Talents eine gefragten Fachkraft. Er war auch selbst als Radsportler aktiv und zählte zur Mannschaft des Grazer Radfahrer-Clubs. Der Handwerker, Industrieller und Begründer der Puch-Werke war ein ruheloser Erfinder, der deshalb mit seinen Produkten der Konkurrenz stets voraus war. Was kaum bekannt ist, war die Tatsache, dass er auch sechs Patente für Schreibmaschinen angemeldet hat. Bei einem Pferderennen erlag der Pferdefreund am 19. Juli 1914 in Zagreb einem Herzinfarkt.
Danach führte die Fahrt der Leibnitzer Oldtimerfreunde vorbei an der Burg Pettau in den Wallfahrtsort Maria Neustift. Die aus dem 14. Jahrhundert stammende prächtige Basilika mit der Schutzmantel-Madonna und 82(!) Figuren konnte eingehend bestaunt werden.
Nach der Mittagspause ging es weiter durch die Windischen Bühel bis nach Jarenina, wo im Weingut des Stiftes Admont bei Dveri Pax eine Weinprobe samt kulinarischer Begleitung zum Abschluss eines ereignisreichen Besuches bei den Nachbarn auf dem Programm stand.