Immer mehr Kommunen wollen künftig ihre Klimazukunft selbst in die Hand nehmen und schließen sich zu Klimaregionen zusammen. So auch im Sulmtal-Sausal, wo die Gemeinden Gleinstätten, Großklein und Kitzeck im Sausal nun die neue Klimaregion Sulmtal-Sausal bilden.

Was ist die Klimaregion Sulmtal-Sausal?

Bei der Klimaregion Sulmtal-Sausal handelt es sich um einen Verbund der Gemeinden Gleinstätten, Großklein und Kitzeck im Sausal, die künftig das gemeinsame Ziel verfolgen, die Energiewende in der Region voranzutreiben, die sämtliche Aspekte der Energieeffizienz zu steigern und die Region an die Auswirkungen des Klimawandels anzupassen. Dies alles vor allem, um die Region auch für zukünftige Generationen als Wohnstandort zu sichern.

Bgm. Josef Fischer (Kitzeck im Sausal), Bgm. Christoph Zirngast (Großklein) und Bgm. Elke Halbwirth (Gleinstätten) bilden die Steuerungsgruppe der Klimaregion Sulmtal-Sausal. Als Regionsmanager fungiert Rene Siener.

Die Region Sulmtal-Sausal nimmt an den beiden Programmen „Klima- & Energiemodellregion“ (kurz KEM) und „Klimawandelanpassungsregion“ (kurz KLAR!) teil. Beide Programme werden aus Mitteln des Klimafonds finanziert. Die KEM Region ist bereits gestartet worden. Die KLAR! Region befindet sich noch in der Konzeptphase, wobei eine Zusage, so Regionsmanager Siener, seitens des Fördergebers im Frühjahr 2023 erwartet werde.

„Die Laufzeit ist bei beiden Programmen vorerst auf zwei Jahre angelegt, wobei dann wieder jeweils um drei Jahre verlängert werden kann“, erläutert Siener. Schwerpunkte von KEM sind die Energiewende, die Energieeffizienz und die nachhaltige Entwicklung der Region.
Bei KLAR! geht es vor allem um die Klimawandelanpassung, die Erhaltung regionaler Biodiversität, klimafittes Bauen sowie die Stärkung der Land- und Forstwirtschaft.
„Diese Maßnahmen sollen zum einen über Bewusstseinsbildung, Öffentlichkeitsarbeit und Infoveranstaltungen umgesetzt werden, zum anderen werden gezielte Analysen in den Gemeinden durchgeführt, um beispielsweise die Beleuchtung effizienter zu gestalten oder Aktionstage angeboten, wo Häuser von Bürger*innen mittels Thermografie analysiert werden“, erläutert der Regionsmanager im Detail.

Aktuelle Situation

Die Ausgangslage für die Aktivitäten sind die von der ZAMG errechneten Klimaszenarien sowie deren Auswirkungen. Demnach würde ohne dem Ergreifen von Klimaschutzmaßnahmen im schlimmsten Fall die Temperaturen bis zum Jahr 2100 um heiße 4,5 Grad (statt nur um 1,5 Grad nach dem ambitionierten Paris Ziel) ansteigen. Die Auswirkungen des Klimawandels bedeuten für die Region Sulmtal-Sausal, dass etwa der Beginn der Vegetationsperiode statt in der Vergangenheit am 22. März in Zukunft im schlimmsten Fall bereits am 10. März beginnen wird. Auch die Anzahl der Hitzetage von bisher acht Tagen würde im schlimmsten Fall im Durchschnitt auf mindestens 15 Tage ansteigen. Der Klimawandel wirkt sich aber auch noch auf die Anzahl der Spätfrost-Tage und den maximalen 5-Tagesniederschlag aus.

Suche nach dem Modellregionsmanager

Im Frühjahr dieses Jahres begann mittels Ausschreibung die Suche nach einem Modellregionsmanager für die Klimaregion Sulmtal-Sausal. Die Gemeinden haben sich dabei für Rene Siener entschieden. Der Regionsmanager hat Studien der Umweltsystemwissenschaften und der nachhaltigen Stadt- und Regionalentwicklung an der Universität Graz absolviert und bereits zuvor in den Bereichen Verkehrsplanung und Smart Mobility, sowie in der räumlichen Analyse von u.a. Energiethemen.

Die künftigen Ziele

Die Klimaregion Sulmtal-Sausal möchte sich, so Siener, als Vorreiterregion in der Südweststeiermark etablieren, um auch noch weitere Gemeinden zu ähnlichen Maßnahmen zu  ermutigen. „Es geht stark um eine nachhaltige Entwicklung, damit die Region auch zukünftigen Generationen zur Verfügung steht. Dafür ist bestmögliche Anpassung der Region an die Auswirkungen des Klimawandels notwendig. Gemeinsam mit den Gemeinden sollen möglichst vieler Fördergelder lukriert werden, um die Vorhaben und gesteckten Ziel auch umsetzen zu können“, betont Siener.

Sprechstunden für Gemeindebürgerinnen & -bürger

Sprechstunden wird es ab Jänner 2023 nach telefonischer Vereinbarung geben. Und zwar jeden 1. & 3. Dienstag im Monat von 9 bis 12 Uhr in Kitzeck im Sausal, jeden 1. & 3. Mittwoch im Monat von 9 bis 12 Uhr in Gleinstätten und jeden 2. & 4. Donnerstag im Monat von 9 bis 12 Uhr in Großklein. 

Während der Sprechstunden können ab Jänner 2023 die Bürger*innen der drei Klimaregionsgemeinden nach Voranmeldung zu Regionsmanager Siener kommen, um Fragen zur Energieeffizienz, Energiesparen, Förderabwicklung und -einreichung zu erörtern sowie weiteren Anliegen zum Klimawandel – bzw. zur Klimaanpassung zu besprechen. Bei Bedarf sollen auch noch externe Experten hinzugezogen werden.

Workshop als Beispiel für Bürgerbeteiligung

Für interessierte Bürgerinnen und Bürger wird es am 29. November in der Zeit von 18.30 bis 21 Uhr im Gemeindeamt in Großklein einen Workshop geben. Dabei wir das Programm erklärt und werden die Bürger*innen am Wort sind, um ihre Erfahrungen hinsichtlich der bisherigen Auswirkungen zu schildern und Ideen in Bezug auf Lösungsansätze zu sammeln. Ebenso sollen spezielle Themengebiete erhoben werden, die von besonderem Interesse sind, und die KLAR!-Maßnahmen dahingehend auszurichten.
Es werden dabei die drei Bürgermeister der Klimaregion Sulmtal-Sausal, ein externer Berater und Regionsmanager Siener anwesend sein, um mit den Bürger*innen in Gruppen (je nach Anzahl der Anwesenden) zu diskutieren und innovative Lösungsansätze zu finden.