Auf Antrag von Tourismuslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl (Foto) hat die Steiermärkische Landesregierung am 21. Jänner 2021 eine neue Struktur für den steirischen Tourismus beschlossen. Aus 96 Tourismusverbänden und neun Regionalverbänden werden ab 1. Oktober 2021 elf Erlebnisregionen.

„Die Verlängerung des Corona-Lockdown ist eine weitere Hiobsbotschaft für den heimischen Tourismus. Es gilt umso mehr jetzt die richtigen Weichen für einen erfolgreichen Re-Start zu stellen. Eine moderne und leistungsfähige Struktur ist dabei ein wesentlicher Schlüssel“, so LR Eibinger-Miedl. 

Seit der Präsentation der Pläne im November des Vorjahres waren im Zuge des gesetzlich vorgesehenen Begutachtungsverfahrens insgesamt 180 Stellungnahmen zu den Reformplänen abgegeben worden. Mit der Entscheidungsfindung waren 96 Tourismusverbände, neun Regionalverbände, 220 Tourismusgemeinde und etwa 70.000 beitragspflichtige Unternehmen befasst. Unter den Touristikerinnen und Touristiker bestand Einigkeit über die Notwendigkeit, moderne und leistungsfähige Strukturen für aktuelle und künftige Herausforderungen – wie beispielsweise die Digitalisierung – zu schaffen. Obwohl die Mehrheit der Stellungnahmen im Grundtenor positiv war, war auch Kritik geäußert worden, weswegen in einigen Bereichen Anpassungen vorgenommen wurden. Neben kleinen Änderungen bei den Erlebnisregionen wurde insbesondere die Zusammensetzung der Gremien adaptiert.

Die elf Erlebnisregionen

Drei Gemeinden haben den Wunsch geäußert, einer anderen Erlebnisregion anzugehören als ursprünglich geplant. Konkret werden Ebersdorf, Großsteinbach und Hartl der „Oststeiermark“ angehören (statt dem „Thermen- und Vulkanland“).

Im Hinblick auf die Entsendung von Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinden in die Tourismuskommissionen – jede Tourismusgemeinde ist mit Sitz und Stimme vertreten – wurde die Möglichkeit geschaffen, auch Personen zu entsenden, die nicht dem jeweiligen Gemeinderat angehören. Damit können künftig etwa weitere Unternehmerinnen und Unternehmer oder Personen mit langjähriger touristischer Erfahrung eingebunden werden. Die Zahl der Unternehmensvertreterinnen und -vertreter wurde von neun auf zwölf erhöht. Mit der in der Gesetzesnovelle verankerten „doppelten Mehrheit“ können Beschlüsse in der Kommission künftig nur gefasst werden, wenn sowohl in der Gruppe der Gemeindevertreter als auch in jener der Unternehmensvertreter eine Mehrheit zustimmt.

Auf vielfachen Wunsch wurde die Möglichkeit der Einrichtung von Marketingbeiräten rechtlich verankert. Mit diesen soll sichergestellt werden, dass für die Region wichtige touristische Themen entsprechend bearbeitet und vorangetrieben werden können. Außerdem können damit weitere Stakeholder in den Erlebnisregionen eingebunden werden. 

Wie es weiter gehen wird

Die für die Reform notwendigen Verordnungen sowie die Novelle des Tourismusgesetzes hat die Landesregierung ebenfalls bereits am 21. Jänner 2021 beschlossen. Die Gesetzesnovelle wird nun in den Landtag Steiermark eingebracht und im Februar im zuständigen Ausschuss behandelt.

In allen Erlebnisregionen wird nun ein strukturierter Prozess zur Zusammenführung gestartet. Diesen werden vom Land eingesetzte Koordinatorinnen und Koordinatoren unter Einbindung aller Stakeholder leiten. Dabei sollen sich die Erlebnisregionen entsprechend zusammenfinden, die gesetzlich vorgesehenen Gremien vorbereiten und Fragen zur künftigen Organisation und Positionierung klären. Die neue Struktur im steirischen Tourismus wird dann mit 1. Oktober 2021 in Kraft treten.