Bundesländerstudie: Bereitschaft zu gemeinnützigem Testament in der Steiermark verdoppelt
- 25. Sept. 2025
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Jede fünfte Person in der Steiermark offen für ein Vermächtnis für den guten Zweck – doch große Wissenslücken bei Erbrecht und Testament bleiben.
Laut einer aktuellen Umfrage von Vergissmeinnicht – Die Initiative für das gute Testament in Kooperation mit der Notariatskammer fühlen sich fast 60% der Österreicher:innen wenig bis gar nicht über das Erbrecht informiert. Nur 31% der über 40-Jährigen haben ein Testament errichtet – in der Steiermark 32%, in Kärnten 40% (Spitzenreiter) und in Tirol nur 24%.
Interesse an Testamentsspenden wächst
Parallel dazu steigt die Bedeutung testamentarischer Zuwendungen: 2024 wurden in Österreich bereits 115 Mio. € aus Testamentsspenden verzeichnet – mittlerweile jeder zehnte Spendeneuro. In der Steiermark hat sich die Bereitschaft seit 2018 verdoppelt. Jede sechste Person über 40 kann sich vorstellen, den gesamten Nachlass einer gemeinnützigen Organisation zu hinterlassen, jede fünfte zumindest einen Teil. Österreichweit liegt Vorarlberg mit 29% Bereitschaft vorne, gefolgt von Wien mit 25%.
Informationsdefizite und Motive
Die Studie zeigt, dass nur drei von zehn Steirer:innen die gesetzliche Erbfolge kennen, noch weniger die Formvorschriften für fremdhändige Testamente. "Jährlich gibt es zahlreiche Fälle, in denen der letzte Wille wegen Formfehlern nicht erfüllt werden kann“, erklärt Markus Aichelburg, Leiter von Vergissmeinnicht. Für die Hälfte der Befragten ist das Notariat die erste Anlaufstelle. Als wichtigste Beweggründe für ein Testament nennen die Steirer:innen das gute Gefühl von Ordnung (49%) sowie die Vermeidung von Streit (42%).
Bewegende Beispiele
Ein zentrales Motiv für ein gemeinnütziges Testament ist der Wunsch, auch nach dem eigenen Leben Gutes zu bewirken. So entschied sich etwa die Steirerin Gertrude W., ihr Vermögen der Caritas Steiermark zu hinterlassen – aus Dankbarkeit für erhaltene Hilfe. Insgesamt spenden Testamentgeber:innen in der Steiermark vor allem für Tierschutz, Umweltschutz sowie Gesundheit und Soziales.
Unverzichtbare Unterstützung
Ob in der Inklusionsarbeit, im Tierschutz oder in der Pflege – gemeinnützige Organisationen sind zunehmend auf diese Form der Unterstützung angewiesen. "Testamentsspenden sind eine besondere Art, Fürsorge über das eigene Leben hinaus fortzusetzen“, betont Karl Forstner von der ARCHE NOAH.
Über „Vergissmeinnicht“
Rund 100 Organisationen aus den Bereichen Soziales, Tier- und Umweltschutz bis Kultur sind Teil der Initiative. Seit 2012 informieren sie in Zusammenarbeit mit der Notariatskammer über Erbrecht und Testamentsspenden – aktuell in der Woche des guten Testaments. Weitere Infos: www.vergissmeinnicht.at
Fotocredits: VGMN





