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Die leise Rückkehr der europäischen Wildkatze

  • la6098
  • 6. Aug. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 7. Aug. 2025

Zum Internationalen Tag der Katzen im Fokus: Die europäische Wildkatze – eine scheue, elegante, doch immer noch wenig bekannte Tierart, die in naturnahen, heimischen Wäldern zuhause ist.
Zum Internationalen Tag der Katzen im Fokus: Die europäische Wildkatze – eine scheue, elegante, doch immer noch wenig bekannte Tierart, die in naturnahen, heimischen Wäldern zuhause ist.

Anlässlich des Internationalen Tags der Katzen am 8. August macht der Naturschutzbund auf eine immer wenig bekannte Tierart aufmerksam, die auf leisen Pfoten nach Österreich zurückkehrt: Die europäische Wildkatze (Felis silvestris).

 

Sie gilt als scheue Waldbewohnerin, die lange Zeit vom Menschen verfolgt wurde. In Österreich wird seit etwa 20 Jahren gezielt nach Wildkatzen gesucht und Expert: innen sind sich einig - Die Wildkatze breitet sich, von unseren Nachbarländern kommend, auch hierzulande wieder aus. Ohne typischen Merkmale und die Verhaltensweisen der Wildkatze zu wissen, kann man sie leicht mit einer Hauskatze verwechseln.

 

„Genetisch können Haus- und Wildkatze eindeutig voneinander unterschieden werden. Allerdings sind sie nahe genug miteinander verwandt, um hybridisieren zu können und furchtbare Nachkommen zu zeugen“, sagt Naturschutzbundexpertin Katharina Neugebauer. Die Wildkatze ist an ein Leben abseits von Menschen angepasst und ihr dichtes Fell schützt sie vor der winterlichen Kälte. Durch eine Vermischung mit Hauskatzen können solche überlebensnotwendigen Anpassungen verloren gehen. Auch die Übertragung von Krankheiten kann zu einem Problem für die Wildkatze werden.

 

Gemeinsam für die Wildkatzen

Der Naturschutzbund unternimmt seit 2009 große Anstrengungen, um der Wildkatze in Österreich auf die Spur zu kommen. Alle Wildkatzen-Sichtungen werden in einer Datenbank gesammelt. So können Aussagen über die Verbreitung, den Lebensraum und die Entwicklung über die Zeit gewonnen werden. Besonders wichtig ist die Zusammenarbeit  mit weiteren Widkatzenexperten: innen um österreichweit an möglichst viele Daten zu kommen. Der Naturschutzbund bekommt immer wieder auch Wildkatzen-Meldungen von interessierten Naturbeobachter: innen, die ebenfalls ein wertvoller Beitrag zum Schutz und zur Erforschung der Wildkatze sind.

 

Was Wildkatzen brauchen

Wildkatzen brauchen naturnahe, strukturreiche Wälder. Besonders gerne halten sie sich in der Nähe von Gewässern oder an Waldlichtungen auf. Hier finden sie auch ihre bevorzugte Nahrung - Mäuse. Der Sommer ist die Zeit der Jungenaufzucht. „In der Niederösterreichischen Wachau konnten im Jahr 2021 erstmals Wildkatzen-Junge mit einer Fotofalle dokumentiert werden. Weitere Hinweise auf Reproduktion gibt es aus Kärnten und dem Südburgenland“, freut sich Neugebauer. Um ihre Jungen zu schützen, nutzen Wildkatzen gerne Felsen, Baumhöhlen oder ungenutzte Fuchs- oder Dachsbauten.


 



Wildkatzengebiete in Österreich

In den wärmeren Gebieten Österreichs hat man wohl höhere Chancen einer Wildkatze zu begegnen. Um die Wildkatze von einer Hauskatze zu unterscheiden, sollte man sich vor allem den Schwanz und den Rücken anschauen. Eine Wildkatze ähnelt einer großen, getigerten Hauskatze. Sie hat jedoch einen schwarzen Aalstrich, der nicht in den Schwanz übergeht, einen buschigen Schwanz mit schwarzen Ringen, der stumpf endet, vier Nackenstreifen und zwei Steifen an den Schultern.

 

Der Naturschutzbund bittet, jeden Verdacht auf eine Wildkatzensichtung auf seiner Wildkatzen-Meldestelle zu teilen: Mit jeder geteilten Beobachtung leistet man einen wertvollen Beitrag zum Schutz und zur Erforschung dieser wunderbaren und Faszinierenden Tierart!


Fotocredits: © Thomas Stephan

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