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Die Menschenrechtsorganisation Südwind gibt jungen Stimmen aus der Steiermark eine Bühne für globale Gerechtigkeit

  • 13. Juni
  • 3 Min. Lesezeit

Klimagerechtigkeit und Geschlechtergerechtigkeit sind keine Zukunftsfragen – sie sind Forderungen der Gegenwart. Und sie kommen direkt von jungen Menschen. Im Grazer Rathaus erhoben Schüler:innen aus dem BRG Kepler und dem BG/BRG Leibnitz ihre Stimmen und präsentierten ihre politischen Forderungen vor steirischen Entscheidungsträger:innen.


Die Menschenrechtsorganisation Südwind, welche in Österreich das Erasmus+-Projekt „WORLD – Unsere Welt, unser Planet“ koordiniert, arbeitete gemeinsam mit internationalen Partnerorganisationen mit über 400 Jugendlichen aus Österreich, Italien, Tansania, Uganda und Kenia gemeinsam an einem internationalen Jugendmanifest. In Workshops, Webinaren und digitalen Austauschformaten diskutierten die Jugendliche über Klimakrise, globale Ungleichheiten und Geschlechtergerechtigkeit – und entwickelten konkrete Forderungen für eine nachhaltige und gerechte Zukunft. 


"Die Klimakrise ist untrennbar mit Fragen sozialer Ungleichheit verbunden und besonders Menschen im Globalen Süden sind unverhältnismäßig stark von ihren Auswirkungen betroffen, obwohl sie am wenigsten zu ihrer Entstehung beigetragen haben. Projekte wie dieses schaffen Räume für Austausch, Bildung und politische Teilhabe, in denen junge Menschen aus unterschiedlichen Regionen ihre Perspektiven teilen und gemeinsame Forderungen entwickeln können. Ziel ist es, globale Zusammenhänge sichtbar zu machen und Jugendliche zu ermutigen, sich aktiv in gesellschaftliche und politische Entscheidungsprozesse einzubringen.“, macht Südwind-Projektleiterin Alina Lückl deutlich. 



30 junge Stimmen aus der Steiermark brachten ihre Perspektiven nun mutig ins Zentrum der Politik. Vor den Landtagsabgeordneten Sandra Krautwaschl (Grüne), Wolfgang Dolesch (SPÖ), Bettina Schoeller (NEOS) sowie der Grazer Gemeinderätin Miriam Herlicska (KPÖ) präsentierten sie ihre Anliegen – selbstbewusst, direkt und unüberhörbar.

 

Die Abholzung des Amazonas für Futtermittelproduktion aufgrund unseres hohen Fleischkonsums ist nicht vertretbar. Wir müssen unsere Konsummuster grundlegend verändern. Gleichzeitig braucht es politische Maßnahmen, die Verantwortung gerecht verteilen: Vermögenssteuern können dazu beitragen, budgetäre Spielräume zu schaffen und das Verursacherprinzip umzusetzen. Denn schließlich wissen wir, dass besonders wohlhabende Bevölkerungsgruppen überproportional zur Klimakrise beitragen – und daher auch stärker in die Pflicht genommen werden müssen.“, fordert Thomas Kürbisch, Schüler aus dem BG/BRG Leibnitz.

 

Das internationale Manifest bündelt die Stimmen junger Menschen aus fünf Ländern und richtet sich an politische Entscheidungsträger:innen auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene. Im Zentrum stehen Forderungen nach konsequentem Klimaschutz, globaler Verantwortung und der aktiven Einbindung junger Menschen in politische Prozesse.

 

Besonders deutlich wurde dabei die globale Dimension der Klimakrise: Während Jugendliche in Europa bereits Hitzewellen und Extremwetter erleben, berichten Projektteilnehmer:innen aus Ostafrika von existenziellen Folgen wie Dürreperioden, Wasserknappheit und Ernteausfällen.


 

„Ich bin mit Rechten und Chancen aufgewachsen, die für viele Menschen keine Selbstverständlichkeit sind. Es bricht es mir das Herz zu wissen, dass meine Realität für viele Menschen ein weitentfernter Traum ist. Deswegen stehe ich heute hier und spreche für all jene, die gerade nicht gehört werden.“, betont Laura Šestan, Schülerin des BRG Kepler.

 

Die Jugendlichen machten deutlich, dass die Klimakrise soziale Ungleichheiten verschärft. Frauen, junge Menschen und marginalisierte Gruppen sind besonders betroffen – und müssen daher auch Teil der Lösungen sein. 

 

Wir wollen, dass die Leistung von Frauen wertgeschätzt und gesehen wird. Care-Arbeit, welche durch die Klimakrise noch intensiviert wird, wird hauptsächlich von Frauen verrichtet. Sehr oft bleibt diese Arbeit ungesehen und unbezahlt. Wenn sich nichts ändert, werden wir genau diese Probleme auch noch haben, wenn wir erwachsen sind. Wollen wir weiterhin in diesen veralteten Mustern leben oder wollen wir endlich etwas ändern?“, so Sophia Juffinger aus dem BG/BRG Kepler. 

 

Das Projekt zeigt, warum grenzüberschreitender Austausch heute wichtiger ist denn je: Er schafft Verständnis für unterschiedliche Lebensrealitäten, stärkt globale Solidarität und macht deutlich, dass die Klimakrise nur gemeinsam bewältigt werden kann. Eines wurde an diesem Tag besonders klar: Die junge Generation ist bereit, Verantwortung zu übernehmen – jetzt liegt es an der Politik, zu handeln.

 

Südwind setzt sich als entwicklungspolitische Nichtregierungsorganisation seit 1979 für eine nachhaltige globale Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit ein. Durch schulische und außerschulische Bildungsarbeit, die Herausgabe des Südwind-Magazins und anderer Publikationen thematisiert Südwind in Österreich globale Zusammenhänge und ihre Auswirkungen. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen, Kampagnen- und Informationsarbeit, engagiert sich Südwind für eine gerechtere Welt. www.suedwind.at



Fotocredits: Südwind




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