top of page

Mobilität der Zukunft: Land stellt Mobilitätsstrategie vor


Präsentation der „Mobilitätsstrategie Steiermark 2024+“: Alfred Nagelschmied (Abteilung 16), LR Simone Schmiedtbauer, LH-Stv. Anton Lang und Landesbaudirektor Andreas Tropper (v.l.). Foto: © Land Steiermark/Isabella Zick


Mit der Vorstellung der „Mobilitätsstrategie Steiermark 2024+“ stellen Verkehrsreferent LH-Stellvertreter Anton Lang und Landesrätin Simone Schmiedtbauer die Weichen für die Zukunft der steirischen Mobilität. Die Strategie bildet die Grundlage für die steirische Mobilitätspolitik und forciert damit auch Faktoren wie Klimaneutralität, soziale Teilhabe, Wohlstand und Lebensqualität.


In den vergangenen 15 Jahren seit Veröffentlichung des letzten „Steirischen Gesamtverkehrskonzeptes“ hat sich die steirische Mobilität maßgeblich verändert. Neue Herausforderungen wie demografischer Wandel, technischer Fortschritt und klimapolitische Vorgaben machen es notwendig, Mobilität neu zu denken und innovative Lösungen zu schaffen. Die „Mobilitätsstrategie Steiermark 2024+“ bildet den Grundstein für zukünftige Investitionen und Maßnahmen in der Verkehrsinfrastruktur in der Steiermark.


"Effizient und umweltfreundlich bewegen"


„Die Mobilität in der Steiermark und die Anforderungen der Menschen haben sich in den letzten 15 Jahren stark verändert. Unser Ziel ist es, dass sich jede und jeder in der Steiermark sicher, effizient und umweltfreundlich bewegen kann. Gleichzeitig müssen wir den Wirtschaftsstandort Steiermark durch unsere Verkehrsinfrastruktur noch besser unterstützen“, erklärt Verkehrsreferent LH-Stellvertreter Anton Lang, „unsere ‚Mobilitätsstrategie 2024+‘ legt die Basis für eine lebenswerte und zukunftsfähige Steiermark und für die Mobilität unserer künftigen Generationen.“


„Die ‚Mobilitätsstrategie 2024+‘ bildet die Grundlage für den weiteren Ausbau unserer Verkehrsnetze und für ein gutes Miteinander aller Verkehrsteilnehmer – von der Schiene über das Auto bis hin zu Geh- und Radfahrern. Unser Ziel ist eine vielfältige Mobilität am Puls der Zeit. Davon profitieren unsere heimische Wirtschaft, unser Tourismus, unsere Umwelt und unser Klima und nicht zuletzt alle Steirerinnen und Steirer“, sagt Landesrätin Simone Schmiedtbauer.


Leitziele und Megatrends


Das Land Steiermark hat für die „Mobilitätsstrategie Steiermark 2024+“ drei Leitziele festgelegt, die für die Sicherung der Mobilität der Menschen in der Steiermark und der Erreichbarkeit der Standorte zentral sind:

  • Im Sinne der Transformation in Richtung Klimaneutralität bekennt man sich dazu, ein umweltschonendes, energie- und ressourceneffizientes Verkehrssystem zu schaffen.

  • Um Lebensqualität zu verbessern und Wohlstand zu sichern, muss das Mobilitätssystem alle wirtschaftlichen und nicht-kommerziellen Aktivitäten des alltäglichen Lebens berücksichtigen.

  • Für bessere soziale Teilhabe liegt der Fokus auf barrierefreier Zugänglichkeit und inklusiver Mobilitätsplanung. So werden die Bedürfnisse verschiedener Bevölkerungsgruppen – Kindern, Jugendlichen, Senior:innen, Menschen mit Beeinträchtigung – erfüllt.

Die ambitionierten Ziele der Mobilitätsstrategie werden unterstützt durch aktuelle Megatrends wie veränderte Mobilitätsnachfrage aufgrund des demografischen Wandels, Konzentration des Bevölkerungswachstums auf den Steirischen Zentralraum oder Phänomene der Digitalisierung wie Homeoffice oder Online-Einkauf.


Ausbau des Öffentlichen Verkehrs


Zu den Kernpunkten der Mobilitätsstrategie zählt die Weiterentwicklung des regionalen Bahn- und Busverkehrs. Um langfristig eine Veränderung des Modal Split zugunsten aktiver Mobilität und öffentlicher Verkehrsmittel zu erreichen, müssen Angebote und Infrastruktur für Fuß-, Rad- und Öffentlichen Verkehr massiv verbessert werden.

Für den Schienenverkehr bedeutet das den Ausbau der steirischen Hauptstrecken: Diese müssen im Zusammenhang mit dem transeuropäischen Verkehrsnetz zum Großteil internationale Funktionen erfüllen und weisen auch nach Fertigstellung von Koralmbahn und Semmering-Basistunnel etliche Schwachstellen und Kapazitätsengpässen auf. Folgende Maßnahmen werden beispielsweise gesetzt, um das hochrangige und regionale Schienennetz auszubauen:

  • Neubau Bosrucktunnel

  • Neubau Schleife Selzthal

  • Viergleisiger Ausbau zwischen Graz und Bruck sowie zweigleisiger Ausbau zwischen Werndorf und Maribor

  • Neubau Verbindungsstrecke Koralmbahn – Gleisdorf

  • Errichtung eines S-Bahn-Tunnels in der Stadt Graz


Weiters ist auch die Verbesserung und Attraktivierung der Regionalbahnen erforderlich, um abseits der Hauptstrecken eine attraktive Alternative zum privaten Pkw anbieten zu können. Für regionale Maßnahmen wie beispielsweise die Attraktivierung der Radkersburger Bahn, der Thermenbahn und der Murtalbahn ist die Kooperation mit dem Bund notwendig.


Ausweitung des Fahrplanangebotes


Durch die Eröffnung der Koralmbahn wird das Fahrplanangebot im Bereich der S-Bahn- und Regionalbahnlinien in der gesamten Steiermark ausgeweitet. Damit wird ein bedeutender Schritt in Richtung Transformation und Dekarbonisierung des Verkehrssystems in der Steiermark gesetzt.  Das künftige Angebot im Schienenpersonenverkehr in der Steiermark (Zielfahrplan 2040) sieht u. a. folgende Taktungen vor:

  • 10- bis 15-Minuten-Takt im S-Bahnnetz um Graz

  • 30-Minuten-Takt im Mur- und Mürztal, auf der Ostbahn und nach Köflach bzw. Wies-Eibiswald

  • Mindestens Stunden-Takt im Regionalbahnbereich Mindestens stündliche Verbindungen im Fernverkehr (Wien, Klagenfurt, Maribor, Linz/Salzburg)

Ebenso wird das Netz der RegioBus-Linien ausgebaut, um auch abseits der Bahnstrecken attraktive öffentliche Verkehrsmittel und eine adäquate Alternative zum privaten Pkw anzubieten. Dieses Angebot wird gemeinsam mit den jeweiligen Gemeinden laufend verbessert.

Für Bereiche, die aufgrund der bestehenden Siedlungsstruktur auch nicht mit Buslinien erschlossen sind, wird es überarbeitete und verbesserte Richtlinien zur Förderung von regionalem Mikro-ÖV geben.


Rad- und Fußverkehr


Der Rad- und Fußverkehr weißt in den steirischen Ballungszentren und Städten als Alternative zum privaten Pkw enormes Potenzial auf. Auf Basis der Rad- und Fußverkehrskonzepte wird die Infrastruktur für Radfahrer:innen und Fußgänger:innen in Kooperation mit den Gemeinden und Städten weiter ausgebaut und verbessert.


Transformation auf der Straße


Da im ländlichen Räumen der Pkw im Alltag unentbehrlich ist, liegt im Bereich der Landesstraßen der Fokus auf der ordnungsgemäßen Instandhaltung des bestehenden Netzes und der Sicherstellung der Verkehrssicherheit. Es ist langfristig das Ziel, die Verkehrsteilnehmer:innen zur Nutzung von alternativen Mobilitätsformen zu bewegen – ohne Verlust an Lebensqualität. Das ist etwa durch den Umstieg auf das Fahrrad bei kurzen Wegen oder die Kombination von Pkw und Öffentlichem Verkehr durch die Nutzung von Park & Ride und Bike & Ride möglich (intermodale Mobilität).

Für die Zukunft des Personen- und Güterverkehrs auf der Straße gilt es im Sinne der Dekarbonisierung:

  • Fahrzeuge mit alternativen Antrieben auszustatten

  • den Verkehr auf das übergeordnete Straßennetz zu konzentrieren

  • Landesstraßen sicher und gezielt auszubauen und instand zu halten


Evaluierung der Mobilitätsstrategie


Die Wirkungsziele und Indikatoren der Mobilitätsstrategie werden in Fünf‑Jahresschritten beobachtet und die Maßnahmen und Handlungsfelder gegebenenfalls adaptiert. Ein wichtiger Teil der Evaluierung ist die derzeit durchgeführte steiermarkweite Mobilitätserhebung, die ebenfalls in diesem Intervall wiederholt wird.

Comentários


bottom of page