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Naturpark Südsteiermark: „Wir haben einen Plan!“


Den "Managementplan Naturpark Südsteiermark" präsentierten (v.l.n.r.) Kathrin Lendl, Obmann Bgm. Reinhold Höflechner, Naturschutzlandesrätin Ursula Lackner, Anna Luidold, Birgit Großschedl und GF Matthias Rode.


Unter dem Motto „Wir haben einen Plan!“ präsentierten die Verantwortlichen des Naturpark Südsteiermark zusammen mit Naturschutzlandesrätin Ursula Lackner im Grottenhof einen umfassenden „Managementplan“. Darunter ist ein Wegweiser zu verstehen, wohin man in Zukunft gehen möchte.


Naturpark Obmann Bgm. Reinhold Höflechner und Obmann-Stellvertreter Bgm. Gerhard Hartinger sowie Naturpark GF Matthias Rode haben gemeinsam mit Naturschutzlandesrätin Ursula Lackner die wichtigsten Naturparkprojekte der Vergangenheit und für die kommenden Jahre vorgestellt, die in einem großen Beteiligungsprozess mit der Bevölkerung und ExpertInnen entstanden sind. Fazit: Die Vielfalt der Kulturlandschaft im Naturpark begeistert nicht nur die SüdsteirerInnen und viele Gäste, sie ist vielmehr ein Hotspot der heimischen Artenvielfalt und wichtiger Faktor bei der Klimawandelanpassung.


Steigendes Bewusstsein um Wert der Kulturlandschaft


Das Bewusstsein um den Wert der südsteirischen Kulturlandschaft steige in der Bevölkerung und die Sorge um ihren Erhalt sei daher auch groß. "Nicht von ungefähr haben sich knapp 200 Personen an der Erstellung des Managementplans beteiligt und ihre Anliegen und Ideen für zukünftige Projekte deponiert. Wir Bürgermeister und unsere Bürgermeisterin der 15 Gemeinden sind dankbar für den Einsatz und die eingebrachte Zeit und begrüßen die neuen Schwerpunkte rund um die Themen Biodiversität und Klimawandelanpassung“, unterstreicht Obmann-Stv. Bgm. Gerhard Hartinger.


"So können können etwa strukturreiche Weingärten ausgestattet mit Hecken und Blühflächen oder Flachwasserbiotopen, als auch die Renaturierung von Feuchtwiesen wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere sein. Gleichzeitig haben sie aber auch das Potenzial das Wasser bei Dürrperioden länger in der Region zu halten, als auch bei Extremniederschlägen als Rückhaltespeicher die Hochwasserpegel zu entspannen" Zusätzlich sollen laut aber auch der Flächenverbrauch reduziert werden und die heimischen Familienbetriebe gestärkt werden!", weiß Naturpark GF Rode. 


Beispiele für erfolgreiche Naturparkprojekte


„Wir haben es in den letzten Jahren geschafft, die Kulturlandschaft nachhaltig weiterzuentwickeln. So wurden etwa in den letzten fünf Jahren 12.000 Streuobstbäume gesetzt, und mit den Gemeinden pressen wir unseren Naturpark Opflsoft, um die Wertschöpfung zu steigern. Über das Projekt Landschaftspflege erhalten wir knapp 40 ha Blumenwiesen und zur Aufwertung der Strukturen pflanzen wir Hecken und legen Blühflächen neu an. Das alles wollen wir fortführen und die neuen Themen engagiert angehen“, erklärt Obmann Bgm. Reinhold Höflechner.


Auch der Naturpark Südsteiermark hat einen Zukunftsplan


Aktuell werden in allen sieben Naturparken Österreichs Managementpläne erstellt, die Teil eines umfangreichen Entwicklungsprozesses sind.

“Den steirischen Naturparken gelingt ein spannender Brückenschlag. Sie leisten aktive und wirksame Beiträge zum Erhalt der Artenvielfalt und zum Klimaschutz, sperren die Menschen aber nicht aus, sondern integrieren sie in einen gesunden Kreislauf nach dem Muster der Natur. Mit dem neuen Fördermodell für Naturparke sichern wir diese Arbeit nachhaltig ab. Der heute vorgestellte Managementplan ist eine weitere wichtige und gute Grundlage, damit diese Arbeit auch in den nächsten Jahren fortgesetzt werden kann. Ich danke allen Beteiligten für ihren Einsatz für den Erhalt und die Weiterentwicklung der vielfältigen Natur- und Kulturlandschaft in der Südsteiermark“, meint dazu Naturschutzlandesrätin Lackner.

Die damit verbundene Botschaft laute, so Lackner, "Wir können etwas tun!" und damit ist für die Landesrätin der Managementplan auch "ein Antiskepsis-Programm für alle!"


Bioversität & Landnutzung im Naturpark Südsteiermark


Laut dem Geschäftsführer des Naturpark Südsteiermark sind für den Naturschutz Netzwerke nötig und vor allem für die Bevölkerung, die hier lebe und sich an dem einmaligen Beteiligungsprozess Managementplan beteiligt habe. "Es sind dabei spannende neue Themen aufgeworfen worden, wie etwa die Biodiversitätskrise. So sollen etwa für den Weinbau wichtige Umzäunungen von Weingärten auch den Weinbauern nützen und Günstlinge in den Weingarten getragen werden", berichtet GF Rode.

Man müsse, so Rode, auch auf Quellen und Bäche achten, die wichtige Lebensräume für Tiere und Insekten sind. Aber auch bei der Flächenversiegelung müsse man genauer hinschauen, weil neue touristische Angebote Flächen verbrauchen.

"Die Südsteiermark ist eine beliebte touristische Destination, darf aber kein Vergnügungspark werden! Es geht trotz touristischer Entwicklung um den Erhalt des Landschaftsbildes mit einer vielfältigen Hügellandschaft", warnt der Naturpark-Geschäftsführer.


 "Schützen durch nützen"


Die Umweltlandesrätin hat in diesem Zusammenhang auf das Naturpark-Motto "Schützen durch nützen" verwiesen. Denn nur über ein intaktes Öko-System gebe es, so Lackner, einen so wichtigen funktionierenden Naturschutz. "Wir alle brauchen saubere Luft und sauberes Wasser. Der Boden muss etwas hergeben. Da braucht es auch Systeme, damit etwa die Bestäubung funktioniert. Der Managementplan beschreibt, wie wir Naturschutz in der Steiermark bestreiten. Für ein starkes Öko-System müssen wir hochwertige Lebensräume vernetzen", gab LR Lackner zu bedenken und verweist darauf darauf, dass sich das Naturschutzbudget seit 2020 verdoppelt habe und heuer zehn Mio. Euro betrage.


Foto: Heribert G. Kindermann, MA

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