Neo-WKO Vizepräsident Schweiggl: "Machen statt mahnen"
- la6098
- 11. Aug.
- 3 Min. Lesezeit

Seit der konstituierenden Sitzung des Wirtschaftsparlaments gehört Regionalstellenobmann Dietmar Schweiggl dem Team des Präsidiums der WKO Steiermark als Vizepräsident an. Primäres Ziel ist es, die Steiermark für Unternehmer:innen wieder attraktiver zu machen und vor allem junge Menschen zu finden, die Eigenverantwortung übernehmen.
Dietmar Schweiggl tut das seit 2003 als geschäftsführender Gesellschafter des Obst- und Gemüsehandelsunternehmens Schweiggl GmbH & Co KG als Obstveredler und Großhändler in Neudorf sowie als Geschäftsführer der Rotowash Reinigungsmaschinenfabrik GmbH in Wagna. Zum Amt als WKO Vizepräsident und südsteirischer Regionalstellenobmann kommen bei Schweiggl noch als wichtigste Funktionen jene als Obmann-Stellvertreter des Bundesgremiums des Österreichischen Agrarhandels und Obmann des Steirischen Agrarhandels.
Welche zentralen Aufgaben haben Sie als Vizepräsident? Ich vertrete die Interessen der Unternehmer:innen mit Blick auf das große Ganze – von der Standortpolitik bis zur Entlastung der Betriebe im Alltag. Ich verstehe mich als Sprachrohr für die Wirtschaft, aber auch als Antreiber innerhalb der Kammer, wenn es darum geht, strukturelle Verbesserungen umzusetzen. Das betrifft nicht nur große Themen wie Infrastruktur oder Digitalisierung, sondern auch den konkreten Alltag in kleinen und mittleren Betrieben. Hier gilt: Zuhören, verstehen und handeln – und zwar schnell!
Hat Ihre neue Funktion auch Auswirkungen auf unsere Region Südsteiermark? Ich hoffe ja, denn ich kenne die Herausforderungen und Stärken der Südsteiermark aus erster Hand. Wir brauchen endlich mehr Investitionen in die Region – sei es bei Verkehrsanbindungen, Bildungsangeboten oder Betriebsansiedelungen. Dass der Bahnausbau nach Spielfeld-Straß nun auf 2039 verschoben wurde und es beim Ausbau der A9 keine Entscheidung gibt, ist nur die Spitze des Eisbergs. Die Region darf nicht nur als Tourismusidylle wahrgenommen werden! Sie ist ein ernstzunehmender Wirtschaftsstandort mit enormem Potenzial, das gehoben werden muss. Die Regionen sind das Fundament unserer Wirtschaft – hier entstehen Arbeitsplätze, Innovationen und der unternehmerische Mittelstand, der das Rückgrat unseres Landes bildet. Dabei spielen die Regionalstellen der Wirtschaftskammer Steiermark eine zentrale Rolle, als erste Anlaufstelle für Betriebe – bei Förderberatung, rechtlichen Fragen oder wirtschaftspolitischen Anliegen. Die Nähe zu den Unternehmen ist unsere Stärke – und die möchte ich weiter ausbauen.

Wie unterstützt die WKO Mitglieder in herausfordernden Zeiten? Die Zeiten sind geprägt von Unsicherheit – hohe Energiepreise, fehlende Fachkräfte, überbordende Bürokratie. Die WKO bietet hier konkrete Unterstützung wie individuelle Beratung, Förderinformationen, rechtliche Begleitung und eine starke Interessenvertretung gegenüber der Politik. Die qualifizierten und an Fachwissen reichen Mitarbeiter:innen der WKO Steiermark bearbeiten jährlich in 12 Regionalstellen und der Zentrale in Graz über 100.000 Servicefälle für unsere steirischen Mitgliedsbetriebe. Darüber hinaus ist mir sehr wichtig, dass wir über kurzfristige Hilfe hinausdenken und strategisch investieren. In Bildung, Digitalisierung, Infrastruktur und eine moderne Wirtschaftsverwaltung. Nur diese Grundlagen sichern langfristig Arbeitsplätze und unternehmerischen Erfolg.
Wie kann die WKO gemeinsam mit Konsument:innen gegensteuern, um Leerstände im stationären Handel zu verhindern? Es braucht ein klares Bekenntnis zur regionalen Wertschöpfung – von Konsument:innen, aber auch von der Politik. Die WKO kann durch Kampagnen, Events und gezielte Standortentwicklung dazu beitragen, den stationären Handel wieder stärker zu verankern. Gleichzeitig müssen wir die Rahmenbedingungen verbessern. Etwa durch gute Verkehrsanbindungen, digitale Sichtbarkeit der Betriebe und weniger bürokratische Hürden bei Betriebsübernahmen oder Umbauten. Leerstand ist kein Schicksal, sondern oftmals nur der falschen Rahmenpolitik geschuldet.
Was ist Ihnen als WKO Vizepräsident besonders wichtig?
Wir müssen der wirtschaftlichen Realität wieder Vorrang geben. Wir brauchen weniger Bürokratie, mehr Eigenverantwortung und ein Klima, in dem Unternehmertum wieder als etwas Positives gesehen wird! Mein Motto ist: "Machen statt mahnen". Ich werde mich besonders für eine Südsteiermark einsetzen, die nicht abgehängt wird, sondern als chancenreicher Wirtschaftsraum sichtbar, erreichbar und lebendig bleibt. Wir sind, dank 6.200 Unternehmen, die über 22.000 Arbeitsplätze sichern und ausbauen sowie aktuell rund 900 Lehrlinge ausbilden, breit aufgestellt.
Lesen Sie diesen Beitrag auch in der aktuellen August-Ausgabe von Leibnitz-Aktuell!
Fotocredits: Foto Fischer





