Wer oft die Schlüssel verlegt, Termine übersieht oder sich nicht an den Vortag erinnert, der könnte an einer beginnenden Demenzerkrankung leiden.

„Demenz ist eine anhaltende bzw. fortschreitende Beeinträchtigung des Gedächtnisses, des Denkens oder einer anderen Hirnleistung, wie zwischenmenschliches Verhalten, Handlungsplanung, Orientierung und Verarmung der Sprache“, erklärt Dr. Birgit Meister, die als in Lebring niedergelassene Neurologin oft mit der Frage nach Demenz („ohne Geist sein“) konfrontiert wurde.

Dr. Birgit Meister ist in Lebring niedergelassene Neurologin.

Der Diagnose dienen kognitive standardisierte Tests, Laboruntersuchungen, cerebrale bildgebende Verfahren, sowie die körperliche Untersuchung und diagnostische Ergänzung durch eine Nervenwasseruntersuchung mittels Lumbalpunktion. 130.000 Österreicher, vor allem über 65-Jährige, leiden daran. Bis 2050 wird eine Verdoppelung befürchtet.

Wann ist man gefährdet?

Als Riskofaktoren gelten Einsamkeit, fehlende soziale Kontakte, Schwerhörigkeit, Medikamente (Schlaftabletten, lange Einnahme von Säureblockern), Stress, große seelische Belastungen oder Vitamin D Mangel. „Diabetes und Bluthochdruck-Patienten erkranken zumeist um zwei Jahre früher an einer vasculären Demenz. Rauchen oder Luftverschmutzung steigern das Demenzrisiko um 92%“, warnt Dr. Meister.

Therapeutische Möglichkeiten bieten Medikamente, regelmäßige Bewegung, Turneinheiten, Förderung sozialer Kontakte, kognitives Training sowie eine Musik- und Tanztherapie.