Auf durchwegs recht heftige und harsche Kritik in der Region stösst die Ankündigung der steirischen Umweltministerin Leonore Gewessler, den dreispurigen Ausbau der Phyrnautobahn A9 zwischen Wildon und Graz nun doch nicht durchzuführen!

Der Ausbau-Stopp der A9 gefährde nach Meinung der regionalen ÖVP-Nationalräte Bgm. Joachim Schnabel und Ernst Gödl (Foto), die Verkehrssicherheit und schwäche die wirtschaftliche Weiterentwicklung und den Güterterminal. Vielmehr fordern beide den unverzüglichen Ausbau der A9 südlich von Graz!

Großen Rückschritt für die Verkehrssicherheit

Der alleinige Beschluss von Verkehrs- und Umweltministerin Gewessler, den dreispurigen Ausbau der A9 Pyhrnautobahn zwischen dem Knoten Graz West und Wildon zu stoppen, stelle nach Meinung von NRAbg. Schnabel und NRAbg. Gödl, einen großen Rückschritt für die Verkehrssicherheit und die wirtschaftliche Weiterentwicklung für die Region südlich von Graz dar. Denn schon jetzt sei dieser zweispurige Teilabschnitt der A9 Pyhrnautobahn während der Spitzenstunden zu 100 % überlastet, wie Daten der Verkehrsstatistik der vergangenen Jahre zeigen.

 „Täglich sind die Pendlerinnen und Pendler von kilometerlangen Staus betroffen, die zu Stress und Unsicherheit auf diesem Teilabschnitt der A9 führen. Allein deshalb muss von Seiten des Bundes rasch reagiert werden und ein dreispuriger Ausbau der A9 südlich von Graz erfolgen. Die Verkehrssicherheit muss immer an erster Stelle stehen“, stellt NAbg. Gödl klar.  

Mit Abnahme der Verkehrsbelastung sei auch nach dem späteren Ausbau der Südbahnstrecke nicht zu rechnen. „Denn dank der bisher guten wirtschaftlichen Weiterentwicklung der südlichen Steiermark haben sich zahlreiche Unternehmen für diesen Standort entlang der A9 Pyhrnautobahn entschieden. Die Betriebe sind daher von einer funktionierenden und zügigen Verkehrsanbindung in den Norden bzw. in den Süden abhängig“, betont NRAbg. Bgm. Schnabel.

Entsetzen bei NRAbg. Muchitsch

Entsetzt über die Entscheidung Gewesslers zeigt sich auch der Chef der Gewerkschaft Bau-Holz, NRAbg. Josef Muchitsch. „So geht das nicht, Frau Minister! Da quälen sich jeden Tag tausende Pendlerinnen und Pendler von Spielfeld bis Graz und in Wien wird einfach die Stopp-Taste gedrückt! Da stecken Menschen, SteuerzahlerInnen, jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit im Stau und dann dieser Schlag ins Gesicht seitens der Regierung“, kritisiert Muchitsch. Nicht jede Baumaßnahme sei, so Muchitsch, automatisch klimafeindlich. Ein Ausbau der A9 vermindere sogar klimaschädliche Staus und sei enorm wichtig für die regionale Wirtschaft und die regionale Bevölkerung. 

„Steiermarkfeindlicher Kurs“ 

„Der steiermarkfeindliche Kurs der grüne Ministerin setzt auch die Verkehrssicherheit tausender Steirer aufs Spiel!“, so FPÖ-Landesparteisekretär LAbg. Stefan Hermann. LH Schützenhöfer müsse diese Entscheidung der Regierung sofort bekämpfen und entschieden dagegen auftreten.

Die Präsidenten Josef Herk (WKO Steiermark) und Stefan Stolitzka (Industriellenvereinigung Steiermark) schmerzt die Absage des A9-Ausbaus nicht nur wegen der davon zu erwartenden Schwächung des Wirtschaftsstandorts Steiermark, sondern auch, weil die Fakten laut ASFINAG für drei Spuren spreche.

„Der Stopp ist ein Wahnsinn! Ministerin Gewessler sollte auf die Experten der ASFINAG hören, die bereits vor Jahren vorausgesagt haben, dass es diesen Ausbau braucht“, meint der Leibnitzer Wirtschaftsbund Bezirksobmann Johann Lampl.