Steirische Landesregierung kam mit Mitgliedern des Expertenstabs zu Sondersitzung zusammen.

GRAZ. Im Anschluss an die heutige Sondersitzung der Steiermärkischen Landesregierung informierten die Regierungsmitglieder mit den Expertinnen und Experten des Corona-Landeskoordinationsstabes über die aktuelle Situation bezüglich des Corona-Virus in der Steiermark statt. Aktuell sind in der Steiermark 19 Personen mit dem Virus infiziert.

19. steirischer Fall bestätigt

Am Mittwoch gab es einen weiteren bestätigten steirischen Corona-Fall, damit erhöht sich die Gesamtzahl der positiv auf Covid-19 getesteten Personen in der Steiermark auf 19. Der neue Fall betrifft einen Mann, Jahrgang 1972, aus Graz. Die Infektion dürfte im Zusammenhang mit einer Auslandsreise erfolgt sein. In der Südsteiermark gibt es bisher KEINEN bestätigten Fall.

Gemeinderatswahlen wie geplant

„Wir unterstützen die gestern von der Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen. Uns ist bewusst, dass viele mit den Maßnahmen, Absagen und Ausfällen zu kämpfen haben. Die gesamte Tragweite der  Auswirkungen können wir heute noch gar nicht abschätzen. Alles was wir als Politik tun können, damit die Unternehmen und Organisationen nicht dauerhaft darunter leiden, werden wir tun″, so Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer Weiters unterstrich LH Schützenhöfer, dass die Gemeinderatswahlen in der Steiermark jedenfalls wie geplant stattfinden werden: „Alle Steirerinnen und Steirer sollen die Möglichkeit haben, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Es gibt auch die Möglichkeit der vorgezogenen Stimmabgabe am kommenden Freitag sowie die Möglichkeit der Briefwahl, die die Wählerinnen und Wähler selbstverständlich ebenso in Anspruch nehmen können. Außerdem werden wir entsprechende Hygienemaßnahmen in den Wahllokalen setzen!″

„Jetzt ist von uns allen Eigenverantwortung gefragt. Halten wir als Gesellschaft in dieser schwierigen Zeit zusammen und nehmen wir vor allem auf jene Personengruppen Rücksicht, die besonders gefährdet sind″, so Landeshauptmann-Stellvertreter Anton Lang. Dier öffentliche Verkehr bleibe aufrecht, schließlich habe man einen Versorgungsauftrag. Auch bei der Nutzung von Bahn, Bus und Bim gilt es, die vorgeschlagenen Maßnahmen zu befolgen.

Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß: „Wir sind in der Steiermark immer den Weg der maximalen Sorgfalt gegangen. Wir haben einen Expertenstab eingerichtet, der hervorragende Arbeit leistet. Ziel ist es vor allem, die Geschwindigkeit der Verbreitung einzudämmen, damit unser Gesundheitssystem weiterhin so gut aufgestellt bleibt. Es gilt nun insbesondere auf ältere sowie immunschwache Menschen Acht zu geben, um Infektionen bei diesen verletzlichen Gruppen zu vermeiden.″

„Wir haben gestern bereits mitgeteilt, dass sämtliche Vorstellungen und Veranstaltungen der Bühnen Graz bis Anfang April abgesagt sind. Alle Standorte des Universalmuseums Joanneum werden im Laufe des Nachmittags geschlossen, seit 11 Uhr ist der Ticketverkauf eingestellt. Das Filmfestival ‚Diagnole′, das von 24. bis 29. März stattgefunden hätte, musste abgesagt werden. Seit 13 Uhr ist der Publikumsverkehr in der Steiermärkischen Landesbibliothek beendet. Auch alle Aktivitäten im Landessportzentrum sind bis auf Widerruf eingestellt. Für das gemeinsame Bemühen um den Schutz der besonders verletzlichen und potenziell gefährdeten Menschen möchte ich mich bei allen Betroffenen und Verantwortungsträgern aus Sport und Kultur bedanken“, ergänzte Landesrat Christopher Drexler.

Besuche in Krankenanstalten und Pflegeeinrichtungen unterlassen

Im Bemühen, die Ausbreitung des Covid-19-Virus einzudämmen, empfiehlt das Gesundheitsressort des Landes Steiermark am Mittwochnachmittag im Zuge einer Presseaussendung, auch Besuche von Angehörigen in Krankenanstalten und Pflegeeinrichtungen zu unterlassen.

Nur in Ausnahmefällen – dazu zählen Palliativbewohnerinnen und -bewohner beziehungsweise Sterbende – sollten derzeit Besuche durchgeführt werden. Auch bei diesen Besuchen sei allerdings darauf zu achten, dass es zu keinen Gruppenbesuchen kommt und nur die engsten Angehörigen zu Besuch kommen. Generell sei insbesondere strikt auf die Einhaltung der Händehygiene zu achten.

Der Vorstand der steirischen Krankenanstaltengesellschaft KAGes hat eine Empfehlung an die Leitungen der steirischen KAGes-Krankenhäuser gegeben, ein Besuchsverbot unter Berücksichtigung oben genannter Ausnahmen zu verhängen. Notwendig sei diese Maßnahme insbesondere auch zum Schutz von Älteren und bereits erkrankten Menschen. Gesundheitslandesrätin Juliane Bogner-Strauß appelliert an die steirische Bevölkerung: „Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, ist es notwendig, dass wir für einige Wochen unser soziales Leben einschränken. Dazu zählen auch Besuche von Angehörigen in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern, die es in den nächsten Wochen nach Möglichkeit zu unterlassen gilt.“

Die KAGes-Vorstände Karlheinz Tscheliessnigg und Ernst Fartek unterstreichen: „Es geht dabei um den Schutz unserer Patientinnen und Patienten und um die Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit der steirischen Gesundheitseinrichtungen. Durch Besuche sind auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt, das es in der momentanen Situation unbedingt zu vermeiden gilt.“