Die weitreichenden Pläne für die Elektrifizierung und den Ausbau der GKB-Bahninfrastruktur im Großraum Graz und der Weststeiermark nehmen erste Formen an, wie LH-Stv. Anton Lang und GKB-Generaldir. Mag. Franz Weintögl informieren. 

Der Ausbau des Mobilitätsangebotes im Großraum Graz und in der Weststeiermark sei, sowohl aus ökologischen als auch ökonomischen Gründen, notwendig und zukunftsweisend, erklärten die Verantwortlichen am Montag (13.1.) im Zuge einer Pressekonferenz. Nach den bereits erfolgten Fahrplanausweitungen im Dezember, könne die GKB mehr Mobilität für die Region nur im Rahmen einer Elektrifizierung des Streckennetzes, bei gleichzeitigem Ausbau der Bahninfrastruktur, umsetzen.

Durch eine Ergänzung des laufenden Investitionsübereinkommens zwischen Bund, Land und GKB, werden nun allein im Jahr 2020 mehr als 28 Millionen Euro investiert, darin sind 8 Millionen Euro für erste Maßnahmen zur Elektrifizierung der GKB-Strecken reserviert. Zum Vergleich: In den Jahren 2015 bis 2019 wurden insgesamt 22 Millionen Euro eingesetzt. Parallel dazu soll der Ausbau der Stellwerks- und Sicherungstechnik fortgesetzt und an einer umfassenden und sicheren Gesamtlösung für alle Eisenbahnkreuzungen in der Landeshauptstadt gearbeitet werden. 

GKB-Generaldirektor Mag. Franz Weintögl hält fest: „Die Elektrifizierung und der Ausbau der Schieneninfrastruktur der GKB eröffnen, in Kombination mit der mehrfachen Anbindung an die Hochleistungsstrecke der Koralmbahn, neue Möglichkeiten für den Personen- und Güterverkehr unseres Unternehmens im Zentralraum Graz und in der Weststeiermark. Unser Ziel ist es, ein umfassendes Mobilitätsangebot für die Menschen und die Wirtschaft in der Region zu schaffen“. 

Landesverkehrsreferent LH-Stv. Anton Lang ergänzt: „Bequeme Anschlüsse zum Fernverkehr und zum – auch innerstädtischen – Nahverkehr, bringen eine nachhaltige Verbesserung der öffentlichen Mobilität im Großraum Graz und in der Weststeiermark. Die Elektrifizierung der GKB wird die S-Bahn Steiermark und den öffentlichen Verkehr in unserem Bundesland noch attraktiver machen, außerdem leistet dieses Projekt einen großen Beitrag zur Umsetzung der Klima- und Energiestrategie des Landes Steiermark.“ 

Inbetriebnahme ab 2025 

Grundlage für das Mobilitätskonzept der GKB ist demnach die Elektrifizierung des 91 Kilometer langen Streckennetzes der GKB. Insgesamt sollen mehr als 133 Kilometer Strecken- und Bahnhofsgleise mit einer elektrischen Oberleitung überspannt werden. Außerdem sei die Errichtung eines etwa 1,2 Kilometer langen, zweigleisigen Abschnitts zwischen der Wetzelsdorferstraße und der Grottenhofstraße in Graz vorgesehen. Die reine Bauzeit für diese Maßnahmen würden etwa vier Jahre betragen, wobei die Dauer von Behörden- und Vergabeverfahren noch nicht einberechnet sind.  

In der ersten Phase soll der Bereich vom ÖBB-Bahnhof in Wettmannstätten bis zum Bahnhof Wies-Eibiswald der GKB elektrifiziert werden, danach sollen in einer zweiten Ausbauphase der Rest des GKB-Streckennetzes in der Weststeiermark und in Graz Umgebung bzw. Graz folgen. Die Inbetriebnahme soll voraussichtlich bis 2025 bzw. 2026 bzw. bei der 2. Phase bis 2028 erfolgen.

Parallel dazu erfolgt zeitgerecht die Neubeschaffung von elektrischen Schienenfahrzeugen und die Errichtung der dafür notwendigen Infrastruktur. 

Angebotsausweitungen folgen 

Die Investitionen in die Infrastruktur der GKB haben das Ziel, einen durchgängigen 30-Minuten-Takt zwischen der Weststeiermark und Graz zu ermöglichen, so würde sich etwa die Fahrzeit von Voitsberg in die Landeshauptstadt auf rund 30 Minuten reduzieren. Auch sei eine dichtere Haltestelleninfrastruktur zwischen Graz und Lieboch angedacht. Die GKB erwartet sich, auf Basis von Expertisen, eine annähernde Verdoppelung der aktuellen Fahrgastzahlen. 

Regionalentwicklung und Klimaschutz 

Die Elektrifizierung der GKB bringe viele Vorteile für die Bevölkerung und die Unternehmen in der Steiermark. „Der Ausbau und die langfristige Aufwertung regionaler Mobilität ermöglichen Bevölkerungswachstum und erleichtern Betriebsansiedlungen, durch neue Arbeitsplätze entsteht nachhaltige Wertschöpfung in der Region. Außerdem kommt es durch die Elektrifizierung der GKB zu einer massiven Reduktion der Luftemissionen. Allein in den ersten 30 Jahren würde dies – wenn der Zielfahrplan umgesetzt wird – eine Ersparnis von 480.000 Tonnen CO2 (16.000 Tonnen CO2 pro Jahr) bedeuten“, heißt es in einer Aussendung der GKB.

Im Bild (v.l.): GKB-Prok. Mag. Gerald Klug, Landesverkehrsreferent LH-Stv. Anton Lang und GKB-Generaldirektor KR Mag. Franz Weintögl