Der ehemalige SPÖ-Landesgeschäftsführer und Alt-Bürgermeister von Wagna, Franz Trampusch, verstarb am 21. Juli 2022 in seinem 89. Lebensjahr.

Franz Trampusch wurde am 26. Februar 1934 in der Südsteiermark als Kind des Winzerehepaares Franz und Amalia Trampusch geboren. Sein Leben wurde besonders durch Ereignisse des Jahres 1944 geprägt. Er lebte gemeinsam mit seiner Mutter und seiner Schwester im Sperrgebiet des KZ-Außenlagers Aflenz und wurde so schon als Kind Augenzeuge von vielen Hinrichtungen. 

Wertvolle Bildungsarbeit geleistet

Die dramatischen und prägenden Geschehnisse, die er hautnah miterlebt hatte, verschwieg oder verdrängte Trampusch nicht – im Gegenteil verarbeitete er diese in Dokumentationen und Gedichten und gab sein ausführliches Wissen als Zeitzeuge stets weiter, unter anderem bei Begleitungen durch den Römersteinbruch Aflenz als zertifizierter Mauthausen-Guide oder bei Zeitzeugenvorträgen. Auch der Ausbau der Römerhöhle und die Einrichtung dieser als Gedenkstätte ist Trampusch zu verdanken.

Franz Trampusch leistete schon als Kind aktiven Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime und entwickelte sich bedingt durch diese Erlebnisse zu einem politisch äußerst engagierten und aktiven Menschen. In der Nachkriegszeit war er am Wiederaufbau der Sozialistischen Jugend Steiermark beteiligt und wurde später Ehrenvorsitzender der SJ Steiermark. Nach dem Abschluss der Pflichtschule erlernte er den Beruf eines Einzelhandelskaufmannes und begann seine berufliche Laufbahn als Gemeindesekretär in Retznei.

Beachtliche politische Karriere

1960 wurde Franz Trampusch Bezirksgeschäftsführer der SPÖ und 1965 Mandatar seiner Heimatgemeinde Wagna. Im Jahr 1971 wurde er zum Landesgeschäftsführer des Österreichischen Städtebundes nach Graz berufen, gleichzeitig war er Landessekretär des Gemeindevertreterverbandes. 1972 wurde er Vizebürgermeister und im Jahre 1974 bereits zum Bürgermeister der Marktgemeinde Wagna gewählt. Von 1981 bis 1996 war Franz Trampusch Abgeordneter zum Steirischen Landtag, viele Jahre davon als Klubobmann. Außerdem war er von 1987 bis 1990 SPÖ-Landesgeschäftsführer. Während seiner Zeit als Gemeinderat und Bürgermeister von Wagna legte er den Grundstein für viele soziale Wohnbauten, für den Kindergarten Leitring und das neue Gemeindezentrum. 

Ehre, wem Ehre gebührt

Außerdem war Franz Trampusch federführend an der Planung des neuen Landesmuseums Flavia Solva und den Vorbereitungen der Landesausstellung im Jahr 2004 beteiligt. Der dreifache Familienvater war zudem Gründer und Mitglied vieler Vereine und Organisationen. Franz Trampusch war Ehrenbürger von Wagna und Metlika, Ehrenringträger des Landes Steiermark sowie der Marktgemeinde Wagna, der Stadt Leibnitz und der FF Leitring, Ehrenobmann des Pensionistenverbandes Wagna, Ehrenamtspreisträger der Volkshilfe, Ehrenpräsident des ASKÖ-Landesverbandes Steiermark, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Aflenz-Wagna und Ehrenvorsitzender der SJ Steiermark.

Für sein Werk „Kind im Stacheldraht”, in dem Trampusch seine persönliche Dokumentation über das KZ-Außenlager Aflenz darlegt, wurde er heuer im Juni mit dem Würdigungspreis vom Comité International de Mauthausen ausgezeichnet.

Trauer um einen besonderen Menschen

Landeshauptmann-Stv. Anton Lang sprach den Hinterbliebenen sein Mitgefühl aus und bedankte sich beim Verstorbenen für dessen „unermüdlichen Einsatz, sein gesellschaftspolitisches Wirken und den stetigen Kampf gegen den Faschismus“. Auch Wagnas Bürgermeister Peter Stradner trauert um Trampusch: „Er hat so unglaublich viel für unsere Gemeinschaft geleistet. Er war nicht nur unser Ehrenbürger, Bürgermeister, Parteisekretär oder Funktionär – er war vor allem auch unser Freund.“