Bereits vor Beginn der Gansl-Saison, die ihren Höhepunkt zu Martini am 11. November hat und sich neuerdings bis rund um Weihnachten fortsetzt, sind die steirischen Weidegans-Bauern weitgehend ausverkauft!

Inzwischen ziehen bereits 42 steirische Ganslhalter 7.500 Gänse auf und haben darin eine wichtige, saisonale Nische für ihren landwirtschaftlichen Betrieb gefunden. „Steirische Weidegänse sind sehr beliebt. Die Steirerinnen und Steirer schätzen die besonders zarte Qualität durch die Weidehaltung, die Frische und Regionalität“, weiß Präsident Franz Titschenbacher. In der Landgastronomie und in ausgewählten Fleischerfachgeschäften haben sich tragfähige Partnerschaften zwischen Bauern, Wirten und Fleischern entwickelt.  „Heuer sind die steirischen Weidegänse bereits weitgehend vergriffen“betont Margit Fritz, Obfrau der steirischen Weidegansbauern.

Besonders tierfreundliche Haltung

Die steirischen Weidegänse ernähren sich vorwiegend vom grünen Gras ihrer Gänseweiden und etwas Getreide. Daher wachsen sie wesentlich langsamer als importierte Schnellmastgänse. Während die heimischen Weidegänse fünf bis sieben Monate auf den Weiden verbringen können, sehen die ausländischen Schnellmastgänse nie eine Weide und werden nur kurze Zeit im Stall gemästet. Die Weidefläche der steirischen Weidegänse ist großzügig – pro Hektar werden etwa 100 bis 120 Tiere gehalten. Die steirischen Ganslbauern halten im Durchschnitt 178 Tiere am Hof. Von den 42 steirischen Ganslhaltern sind sieben biozertifiziert, sie halten 725 Bio-Weidegänse. 

Import dominiert den Markt

In Österreich werden nach wie vor überwiegend ausländische Gänse vor allem aus Ungarn, Polen, Frankreich, Tschechien und der Ukraine verzehrt. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt in Österreich bei 0,21 Kilogramm. In den vergangenen Jahren hat Gänsehaltung ständig zugenommen. „Auch in Zukunft ist mit leichten Steigerungen zu rechnen. Ziel ist es, den Selbstversorgungsgrad in den nächsten Jahren von derzeit 28 auf 35 Prozent zu erhöhen“so Fritz. Die Marke „Steirische Weidegans“ hat sich zu einer hochstehenden Regionalmarke entwickelt.

Heimische Daunen

Weidegänse liefern neben Fleisch auch die begehrten Daunen. Durch die lange Haltedauer der heimischen Gänse auf der Weide können die Daunen und Federn ausreifen. Sie haben sich international zu einem gefragten Spitzenprodukt entwickelt.