Hyundai Österreich Geschäftsführer Roland Punzengruber, Taxi-Unternehmer Gerhard Kraus, die Landesrätinnen Ursula Lackner und Barbara Eibinger-Miedl (v.l.) sowie Alexander Trattner (hinten) präsentierten das Wasserstoff-Taxi, das in Wildon stationiert ist.

Der Klimawandel ist auch in der Steiermark angekommen und stellt uns vor große Herausforderungen. Das Einsparen von schädlichen Treibhausgasemissionen ist daher unerlässlich. Auch im Fahrzeugsektor braucht es eine Wende.

Südsteirischer Vorzeige-Taxiunternehmer

Die voranschreitende Forschung sieht vor allem im Wasserstoff-Antrieb eine Zukunftsperspektive für den Verkehr. Ein südsteirischer Vorzeige-Taxiunternehmer beweist, dass die Technik bereits serienreif und eine praxistaugliche Alternative ist. Gerhard Kraus aus Wildon ist seit dem Vorjahr mit dem ersten wasserstoffbetriebenen Taxi Österreichs unterwegs. „Es fährt sich wie ein normales Auto, nur eben viel klima- und umweltfreundlicher. Und das ist doch das Beste, was man über diese Technologie sagen kann“, fasst Gerhard Kraus zusammen.

Sein Ziel war es, das erste Taxiunternehmen zu sein, das zu 100 Prozent auf die Brennstoffzelle setzt. Österreich habe, so Kraus, beste Voraussetzungen dafür: Mit dem Know-how in der Forschung und der Industrie und mit den natürlichen Ressourcen Wind, Wasser und Sonne für eine umweltfreundliche Wasserstofferzeugung.

Zukunftsperspektive für den Verkehr

Die Brennstoffzelle kann die chemische Energie des Kraftstoffs Wasserstoff in Verbindung mit Luftsauerstoff direkt in elektrische Energie umwandeln. Das einzige „Abgas“ ist hochreines Wasser. Brennstoffzellenfahrzeuge verfügen über Reichweiten von etwa 600 km bei gleichzeitig hoher Nutzlast und ermöglichen das Heizen im Winter ohne signifikante Reichweitenreduzierung. Die geringe Betankungszeit von maximal fünf Minuten bei PKWs in Flotten oder Taxis ermöglichen eine hohe Flexibilität und Verfügbarkeit der Fahrzeuge.

Die Technologie

Wasserstoff wird großtechnisch mittels Stroms und Elektrolyse mit circa 70 Prozent Wirkungsgrad erzeugt. Um die Dekarbonisierung des Verkehrsektors zu ermöglichen, muss der benötigte Wasserstoff „grün“, nämlich aus erneuerbaren Energieträgern, hergestellt werden.

Die Kosten für Wasserstoff, die direkt an der Tankstelle zu bezahlen sind, hängen stark vom gewählten Erzeugungspfad ab. Derzeit betragen sie neun Euro pro Kilogramm, eine Tankfüllung mit rund sechs Kilogramm kostet damit rund 54 Euro. Wenn erneuerbare Energien und Elektrolyse in Betracht gezogen werden, könnte der Preis auf ungefähr sechs Euro pro Kilogramm reduziert werden. Einmal Volltanken für rund 600 Kilometer Reichweite käme dann auf nur mehr 36 Euro. „Die Kosten für die Errichtung einer Wasserstofftankstelle belaufen sich derzeit auf etwa eine Million Euro – durch Skaleneffekte könnten dies auf rund 400.000 Euro sinken“, erwartet der steirische Wasserstoffexperte Alexander Trattner von der TU Graz. Am Beispiel Österreich wären 40 Tankstellen erforderlich, um ein flächendeckendes Netz unter 15 Kilometern zu realisieren.