In der von den beiden Vorzeigegemeinden St. Veit in der Südsteiermark und Straß in Steiermark gebildeten Klima- und Energiemodellregion (KEM) „Grünes Band Südsteiermark“ stellt man sich dank bereits getätigter zahlreicher Infrastrukturmaßnahmen auf ein mögliches Blackout-Szenario ein!

Das Thema „Blackout“ (Unterstützung des hochwertigen Bauens, Sanierens und der Blackout-Vorsorge im öffentlichen Bereich) ist, laut Bgm. Reinhold Höflechner, nur eine von zwölf Maßnahmen der beiden KEM-Modellgemeinden, die innerhalb von drei Jahren unter der Regie von Modellregionsmanager DI Christian Luttenberger von der Energieregion Oststeiermark GmbH realisiert werden soll. Die Klima- und Energiemodellregion (KEM)“Grünes Band Südsteiermark“ hat sich dank ihrer Gemeindeverantwortlichen einen kräftigen Schritt weiter auf ein mögliches Blackout-Szenario eingestellt! Während der im Jänner 2023 zu Ende gehenden 1. Phase sind bereits kürzlich in nicht weniger als sechs öffentlichen Gebäuden der beiden KEM-Marktgemeinden Photovoltaikanlagen mit Stromspeicher errichtet und auch schon in Betrieb genommen worden. So in St. Veit in der Südsteiermark im Gemeindeamt und im Veranstaltungszentrum im Berg (ZIB St. Nikolai ob Draßling). Und in Straß in der Steiermark im Marktgemeindeamt, im „Haus der Musik und Kultur“ in Spielfeld, im Neubauer-Kultursaal Straß und im Rüsthaus der FF Straß.

Die Kraft im Süden

„Mit der Kraft im Süden haben wir für unsere über 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner in den beiden Gemeinden insgesamt sechs Sicherheitsinseln für die Bevölkerung für den Blackout-Fall aufgebaut, die Strom, Licht und Wärme im Falle des Falles bereitstellen können und zum anderen das Energiesparen generell. So reduziert etwa die neue Photovoltaik- und Stromspeicheranlage im Haus der Musik in Spielfeld massiv den Stromverbrauch, sodass die Heizkosten der mit Strom betriebenen Wärmepumpe beinahe auf Null gehen werden“, freut sich Bgm. Höflechner.
Diese vorzeitig getroffene Vorsorge ist auch höchst an der Zeit, wie man mittlerweile weiß. „Denn laut Experten des Bundesheeres soll der Eintritt eines Blackouts bis 2025 sehr hoch und die massiv steigende Anzahl von Abweichungen von der Netzfrequenz von 50 Hertz im europäischen Verbundnetz ein klares Zeichen dafür zu sein, sich im öffentlichen und privaten Bereich eigenverantwortlich und ernsthaft auf einen zweiwöchigen Not- und Krisenbetrieb vorzubereiten und einzurichten“, betont KEM-Manager DI Christian Luttenberger.

Der Modellregionsmanager berichtete im Rahmen der Vorstellung der KEM Maßnahme davon, dass mit einem europaweiten Blackout nicht nur ein Strom- sondern auch massiver Infrastruktur- und Versorgungsausfall einhergehen würden, die sich laut Experten über mindestens zwei Wochen ziehen könnten.

Sicherheitsinseln für den Blackout-Fall

Im Rahmen eines Pressefrühstücks haben im „Haus der Musik und Kultur“ in Spielfeld, wo auch eine von vier Sicherheitsinseln in der Marktgemeinde Straß in Steiermark samt Photovoltaikanlage und Stromspeicher eingerichtet wurde, (v.l.n.r.) DI (FH) Roland Bauer, Bgm. Reinhold Höflechner (Straß), Ing. Werner Grassl, Amtsleiter Friedrich Deutschmann, Bgm. Gerhard Rohrer (St. Veit) und Modellregionsmanager DI Christian Luttenberger das Projekt zur tatkräftigen Blackout-Vorbereitung eingehend präsentiert.

Vorsorge in St. Veit in der Südsteiermark

„Wir bemühen uns als Gemeinde sehr, das Thema Blackout aktiv anzugehen. So wird gerade ein Notfallskonzept in Zusammenarbeit mit Feuerwehren und Bevölkerungen erarbeitet“, berichtet Bgm. Gerhard Rohrer. Der 1. Schritt sei, so der Bürgermeister der Marktgemeinde St. Veit in der Südsteiermark, die Ausstattung fast aller öffentlichen Gebäude mit Photovoltaik gewesen. Zuletzt wurden auch noch das Gemeindeamt und das ZIB St. Nikolai ob Draßling mit Photovoltaik und zusätzlich Stromspeichern versorgt, damit notwendige Infrastruktur und Kommunikationsschaltstelle, die Unterbringung von Menschen bis zum Betrieb einer Küche aufrechterhalten werden könnten. „Dafür werden rund 70.000 € investiert, aber 40 % kommen als Förderung vom Klima- und Energiefonds zurück, weil St. Veit genauso wie Straß KEM-Gemeinde ist! Der Rest von 60% wird als sehr gut angelegte Investition der Gemeinde angesehen. Und auch die Volksschule St. Nikolai wird für einen Blackout Fall entsprechend ausgestattet werden“, weiß Bgm. Rohrer.

Planung der Anlagen für ein Blackout

Die Planung der in St. Veit und Straß errichteten Anlagen lag in den Händen von DI (FH) Roland Bauer, der ein Ingenieurbüro für Elektrotechnik betreibt. Der Experte definierte ein Blackout mit einem plötzlichen, überregionalen, weite Teile Europas umfassenden und länger andauernden Strom-, Infrastruktur- sowie Versorgungsausfall.
„Das Ziel der unvermeidlichen Blackoutvorsorge besteht darin, die Handlungsfähigkeit der Infrastruktur und systemrelevanter Einrichtungen bei einem Netzverlust zu erhalten und zu sichern. Für die Systemrelevanz des Systems zur Blackoutvorsorge muss man Inselfähigkeit, Ersatzstromfähigkeit und einen Zugang mit Umschaltung für Notstromaggregate erwarten verlangen. Die Systeme müssen sofort und selbsttätig ansprechen und laientauglich hochgefahren werden können. Denn es geht darum, Zeit zu gewinnen, um Maßnahmen für einen längeren Ausfall treffen zu können“, so Bauer in Spielfeld. Unisono wird von allen Protagonisten die private, betriebliche und öffentliche Eigeninitiative in der Vorbereitung auf ein Blackout als essenziell wichtig gesehen.

Beratungstermine zu Experten-Schwerpunkten 
und zur allgemeinen Energie- und Förderberatung 

Marktgemeindeamt St. Veit in der Südsteiermark, freitags, 9 – 12 Uhr:

  • 16. September:         Schwerpunkt Photovoltaik / Stromspeicher
  • 7.Oktober:                 Schwerpunkt Solarthermie + Schwerpunkt Photovoltaik / Stromspeicher (9-12:00) im Rahmen der Veranstaltung (10:30-14:30) „Richtig (Ein)Heizen mit Biomasse“ am Vorplatz des Gemeindeamtes
  • 11. November:          Schwerpunkt Photovoltaik / Stromspeicher
  • 2. Dezember:             Schwerpunkt Solarthermie

ANMELDUNG UNTER:   0 3453 2629-11

Marktgemeindeamt Straß in Steiermark, freitags, 9 – 12 Uhr:

  • 23. September:         Schwerpunkt Solarthermie
  • 28. Oktober:              Schwerpunkt Solarthermie
  • 25. November:          Schwerpunkt Photovoltaik / Stromspeicher

ANMELDUNG UNTER:    0 3453 / 2509 – 209