Am Sonntag, dem 24. Jänner 2021 waren die steirischen Bäuerinnen und Bauern aufgerufen, ihre Vertretung in der Landes- und in den Bezirkskammern zu wählen.  Fünf Parteien bewarben sich um 39 Sitze in der Landeskammer und um jeweils 15 Sitze in zwölf Bezirkskammern. 

Die abgegebenen Stimmen für die Landeskammer verteilen sich laut dem vorläufigem Wahlergebnis mit 70,25 Prozent (+0,54 Prozent) auf den Steirischen Bauernbund, mit 11,43 Prozent (+2,9 Prozent) auf den Unabhängigen Bauernverband (UBV), mit 6,8 (+0,13 Prozent) Prozent auf die SPÖ-Bauern, mit 6,17 (- 5,93 Prozent) auf die FPÖ-Bauern und mit 5,27 Prozent (+ 2,36 Prozent) auf die Grünen. Insgesamt waren 124.017 Personen wahlberechtigt gewesen. Die Wahlbeteiligung betrug 30,23 Prozent.

Bauernbund bleibt gestaltende Kraft

Gemäß vorläufigem Ergebnis ist der Steirische Bauernbund als stimmenstärkste Fraktion weiter die gestaltende Kraft in der Landwirtschaftskammer und in den Bezirkskammern. Mit 70,25 Prozent gewinnt er 0,54 Prozent dazu und erreicht damit 29 Mandate. Laut kammerinternen Berechnungen, die auch das zweite Ermittlungsverfahren berücksichtigen, ist das um ein Mandat weniger als 2016 (30 Mandate). Das ergibt sich mitunter daraus, dass mit der neuen Wahlordnung die Einstiegshürde bei vier Prozent liegt. Zuvor musste eine wahlwerbende Gruppe in einem Wahlkreis ein Grundmandat erreichen, was diesmal wegfiel.

Auftrag für herausfordernde Zeiten

Ich danke für das große Vertrauen und ich freue mich, dass wir mit einem großartigen Team, das die Vielfalt der heimischen Landwirtschaft widerspiegelt, auch weiterhin als bestimmende Kraft die Zukunft der steirischen Land- und Forstwirtschaft gestalten dürfen. Wir sehen das als Auftrag, mit ganzer Kraft an die Arbeit zu gehen und verlässlicher und unterstützender Wegbegleiter in herausfordernden Zeiten zu sein“, kommentiert Präsident und Bauernbund-Spitzenkandidat Franz Titschenbacher den Wahlsonntag.

Unabhängige Bauernverband im Plus

Der Unabhängige Bauernverband erreichte 11,43 Prozent und somit ein Plus von 2,9 Prozent und wird künftig laut kammerinternen Berechnungen, wie bisher, mit vier Mandaten in der Landeskammer vertreten sein. „Unser hochgestecktes Wahlziel von einer Verdoppelung der Mandate haben wir leider nicht erreicht. Jedoch gab es in einigen Bezirken enorme Zugewinne, die uns sehr freudig stimmen. Wir werden uns in Zukunft mit voller Kraft für die Bäuerinnen und Bauern einsetzen. Unser Ziel: Das landwirtschaftliche System langfristig ändern“, will Spitzenkandidat Johann Ilsinger.

Comeback der SPÖ-Bauern

Die SPÖ-Bauern – steirisches Landvolk kamen auf 6,88 Prozent der Stimmen, was einen Zuwachs von 0,13 Prozent bedeutet. Damit ziehen die SPÖ-Bauern laut Berechnungen der Landwirtschaftskammer mit zwei Mandaten in die Landeskammer ein. In der vergangenen Funktionsperiode waren die SPÖ-Bauern in der Vollversammlung der Landeskammer nicht mehr vertreten. „Ich bin mit meinem gesamten Team und mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Das Ergebnis ist ein klarer Auftrag an uns, das Wahlprogramm der SPÖ-Bauern in die Landwirtschaftskammer einzubringen und umzusetzen“, meint Spitzenkandidat Josef Moosbrugger.

FPÖ-Bauern nahezu halbiert

Die FPÖ-Bauern bringen es bei der Kammerwahl 2021 auf 6,17 Prozent und müssen damit ein Minus von 5,93 Prozent hinnehmen. 2016 waren sie mit 12,10 Prozent noch die zweitstärkste Fraktion. Sie verlieren damit nach vorläufigen Berechnungen der Landwirtschaftskammer drei ihrer bisher fünf Mandate und sind künftig nur noch mit zwei Mandaten in der Landeskammer-Vollversammlung vertreten. Große Enttäuschung über die generell geringe Wahlbeteiligung! Punktuell konnten wir Freiheitliche Bauern jedoch durchaus zufriedenstellende Ergebnisse erzielen“, so Spitzenkandidat Albert Royer.

Grüne Bauern zlegten zu

Die Grünen Bauern erreichen gemäß kammerinternen Berechnungen zwei Mandate. Sie konnten von 2,91 Prozent auf 5,27 Prozent zulegen und erreichten somit ein Plus von 2,3 Prozent. „Für die Grünen Bäuerinnen und Bauern sowie die Grünen generell ist das ein historischer Tag, weil wir als Grüne erstmals den Einzug in die Kammer schaffen. Nachdenklich stimmt uns allerdings die sehr geringe Wahlbeteiligung,“, gibt Spitzenkandidat Bundesrat Andreas Lackner zu bedenken.