Wie sich das Zähneputzen positiv auf die Gesundheit Ihres Vierbeiners auswirkt!

Welpen kommen zahnlos auf die Welt. Wie bei uns Menschen brechen zuerst die Milchzähne durch und werden dann später durch das Erwachsenengebiss ersetzt. Mit einem Alter von etwa drei Wochen sind die ersten Milchzähne sichtbar. Zwischen 13 und 21 Wochen beginnt der Zahnwechsel bei Welpen. Zuerst werden die Schneidezähne (Incisivi) gewechselt, danach die Eckzähne (Canini) und später die Backenzähne (Prämolaren und Molaren). Das Alter, in dem ein Welpe zahnt, ist abhängig von der Hunderasse. Etwa mit sieben Monaten haben die meisten Hunde alle Zähne gewechselt. Das erwachsene Hundegebiss besteht aus 42 Zähnen. 

Um diese Zähne so lange wie möglich zu erhalten, ist es wichtig, sie zu pflegen. Denn noch immer leiden vier von fünf Hunden an einer Entzündung des gesamten Zahnhalteapparates (Paradontitis). Paradontitis ist die häufigste klinische Erkrankung unserer Fellnasen und endet oft mit dem Verlust des Zahnes. Die Vorstufe einer Paradontitis ist eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis). Diese ist meist durch Zahnbeläge und Zahnstein aufgrund schlechter Zahnhygiene bedingt. Wichtig ist, die Gingivitis unverzüglich zu behandeln, denn beim gesunden Hund verschließt das Zahnfleisch den Zahnhalteapparat. Zieht sich das Zahnfleisch zurück, kann die Entzündung weiter vordringen und den Knochen angreifen. Eine Heilung der Zahnfleischentzündung kann nur dann erfolgen, wenn der Zahnstein entfernt wird. 

Durch schlechte Mundhygiene und Futter nehmen in der Maulhöhle Bakterien überhand. Diese fördern die Anlagerung von klebenden Belägen, sogenannten Plaques, an den Zähnen. Plaque besteht aus Epithelabschilferungen der Maulschleimhaut, Speicheleiweiß und Schleimstoffen. Durch Einlagerung von Kalzium und Phosphor aus dem Speichel verkalken die Beläge und es entsteht Zahnstein. Zahnstein ist wiederum idealer Nährboden für Bakterien. Die Bakterien scheiden giftige Stoffe aus und führen zu heftigen Entzündungen von Zahnbett und Zahnfleisch. Die Folge sind fauliger Mundgeruch, Schmerzen und Zahnverlust. Weiters können diese Bakteriengifte ins Blut gelangen und für Herz- und Kreislauferkrankungen verantwortlich sein. 

Zur Bekämpfung von Plaque und damit zur Vermeidung von Zahnstein ist das regelmäßige Putzen der Hundezähne das wirksamste Mittel. Idealerweise erfolgt die Zahnreinigung täglich, da sich Zahnbelag bereits nach drei bis fünf Tagen zu Zahnstein entwickeln kann. Es sollten Zahnbürsten mit weichen Borsten verwendet werden, da das Zahnfleisch automatisch mitgebürstet wird. Zahncreme für Hunde ist nicht zwingend notwendig. Sie erhöht jedoch die Akzeptanz für das Zähneputzen, da sie hundefreundliche Geschmacksrichtungen enthält. Grundsätzlich gilt, dass jeder Hund seine eigene Zahnbürste bekommt. Andernfalls könnten krankmachende Keime mit der Zahnbürste übertragen werden. Der Hund sollte Schritt für Schritt an das Zähneputzen gewöhnt werden.

Tierarzt Mag. Manfred BRANDL ist spezialisiert auf Kleintiere und betreut diese in seiner bestens ausgestatteten Tierklinik in Kaindorf.

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