Antrag zur Zusammenlegung der Volksschulen Retznei und Ehrenhausen zurückgewiesen!
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Marktgemeinde hat nicht alle notwendigen Unterlagen innerhalb der Frist eingebracht – Bildungsdirektion weist Antrag zurück.

Die geplante Zusammenlegung der Volksschulen Retznei und Ehrenhausen ist vorerst offenbar gescheitert! Die Bildungsdirektion wies den Antrag der Marktgemeinde Ehrenhausen an der Weinstraße zurück. Der Grund: Benötigte Unterlagen als Grundlage für die Fusion wurden nicht rechtzeitig eingebracht. Gleichzeitig sprach sich der Gemeinderat in der jüngsten Sitzung am 6. Juli 2026 mehrheitlich für den Erhalt der Musikvolksschule Retznei aus.
Schließung der VS Retznei?
Die Marktgemeinde Ehrenhausen an der Weinstraße wollte mit Gemeinderatsbeschluss der Bürgermeisterpartei den Standort der VS Retznei mit dem Verweis des Bürgermeisters vor allem auf Kostengründe auflassen. Die aktuell 56 Kinder sollten künftig mit dem kommenden Schuljahr 2026/27 in der VS Ehrenhausen unterrichtet werden.
Vorgeschichte und Antragsprüfung
Der Antrag auf Zusammenlegung war im Mai bei der Bildungsdirektion Steiermark eingelangt. Diese forderte jedoch die Gemeinde dazu auf, fehlende Unterlagen bis zum 3. Juli nachzureichen. Laut Bildungsdirektion fehlten am Ende weiterhin ein vollständiger Finanzierungsnachweis, eine zureichende Stellungnahme zum Brandschutz sowie der Nachweis über die Anhörung des gesetzlich vorgeschriebenen Schulausschusses.
Die Bildungsdirektion wies den Antrag daher am 7. Juli 2026 zurück. Bildungslandesrat Stefan Hermann erklärte, dass eine Zusammenlegung nur unter Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben möglich sei. Auch der musikalische Schwerpunkt und das pädagogische Konzept der Schule hätten erhalten bleiben müssen.
Brisante Gemeinderatssitzung am 6. Juli 2026
Bürgerliste, SPÖ und FPÖ stimmten im Gemeinderat mit acht zu sechs Stimmen für die Aufhebung des vorangegangenen Zusammenlegungsbeschlusses. Letztlich sprach sich die Mehrheit für den Erhalt der VS Retznei und weiterhin die Aufnahme von Kindern auch aus anderen Schulsprengeln aus.
Befangenheit von Mandataren?
Bgm. Johannes Zweytick sieht laut den Aussendungen des Elternvereins und der NEOS bei vier Mitgliedern des Gemeinderats eine mögliche Befangenheit bei der jüngsten Abstimmung, weil deren Kinder die VS Retznei besuchen. Der Elternverein, die SPÖ, die Grünen und die NEOS sprechen sich schon längere Zeit mit Nachdruck für den Erhalt der Schule aus. Sie fordern vor allem Klarheit für die Kinder, Eltern und Lehrkräfte. Der Elternverein hatte die geplante Zusammenlegung in den vergangenen Monaten wiederholt kritisiert.
Auch Volksanwalt Christoph Luisser schaltete sich ein und bemängelte eine fehlende Einbindung der Betroffenen in den Entscheidungsprozess. In der ORF-Sendung „Bürgeranwalt“ vom 6. Juni 2026 sprachen sich Volkanwalt Dr. Luisser und Vertreter:innen des Elternvereins gegen die Schließung der VS Retznei aus. Auch seitens der Landesparteiorganisationen von Grünen und NEOS wurde die Schließung kritisiert und die Fortsführung der VS Retznei am bisherigen Standort verlangt-
Die VS Retznei wurde für ihr pädagogisches Konzept mit einem Staatspreis ausgezeichnet. Trotz der Zurückweisung des Antrags seitens der Bildungsdirektion Steiermark ist die Zukunft des Standorts allerdings noch nicht endgültig geklärt. Offen ist vor allem, zu welchem Ergebnis die Prüfung durch die Gemeindeaufsicht kommen wird und ob die Gemeinde zu einem späteren Zeitpunkt einen neuen Zusammenlegungsantrag stellen könnte.
„Die letzte Entscheidung liegt nun bei Bildungslandesrat Stefan Hermann, an den der Elternverein appelliert, die Verfahrensfehler der vergangenen Monate zu benennen und mit einer endgültigen Entscheidung Rechtssicherheit zu schaffen!“, hofft Annemarie Güttinger seitens des Elternvereins der VS Retznei.



