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Der Bischof am „Hanstag“: "Weihnachten muss ausgekostet werden!"

Am 27. Dezember 2023 riefen die Kirchenglocken vieler südsteirischer Pfarrkirchen vor allem WeinbäuerInnen und WeinfreundInnen unter den Gläubigen in die Gotteshäuser. An diesem besonderen Festtag zu Ehren des Apostels Johannes wird in den katholischen Kirchen traditionell der erste Wein des Jahres von den Geistlichen als „Johanneswein“ gesegnet. In der Wallfahrtskirche Frauenberg war es sogar Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl höchstpersönlich, der den „Johanneswein“ der Leibnitzer Weinbauern gesegnet hat. 




Legende mit langer Tradition


Diese schon seit Jahren im Weinland gepflegte Tradition geht der Überlieferung nach darauf zurück, dass der Apostel Johannes aus einem vergifteten Becher mit Wein getrunken haben soll, ihm aber das darin befindliche Gift nichts anhaben konnte, weil er den Wein vorher gesegnet hatte. In der Steiermark  heißt daher der 27. Dezember in Erinnerung an den Heiligen Johannes „Hanstag“.


Die fruchtbare Zusammenarbeit in Sachen Wein zwischen der Landesweinbauschule Silberberg und dem Bischöflichen Weingut Seggau hat sich bewährt. So hatten am Gedenktag des Evangelisten einmal mehr Direktorin Mag. Andrea Kager-Schwar von Schloss Seggau und Dir. Ing. Reinhold Holler vom Bildungszentrum für Obst- und Weinbau sowie die Komturei Steiermark der Österreichischen Weinbruderschaft zur Johannesweinsegnung mit anschließender Johannisweinverkostung eingeladen. Gemeinsam deshalb, weil eben seit dem Jahr 2020 das 35 Hektar umfassende Landesweingut Silberberg auch die 8 Hektar großen Weingärten des Bischöflichen Weingutes bewirtschaftet und aus den Trauben in Silberberg Seggauer Wein vinifiziert.



Heilige Messe in der Wallfahrtskirche


„Weihnachten kann nicht lange genug ausgekostet werden!“, betonte Bischof Krautwaschl am Beginn des Gottesdienstes, den er gemeinsam mit Stadtpfarrer Mag. Anton Neger und Diakon Franz Holler in Frauenberg zelebrierte. „Die Welt ist Gott nahe! Wir alles sind nahe bei ihm und von ihm erfüllt. Wenn aus Trauben Wein entsteht, so wird das göttlich-menschliche Miteinander sichtbar. Der Glaube ist bereichernd wie ein Schluck guten Weines“, brachte es Krautwaschl auf den Punkt, was am Johannestag so groß gefeiert wird. Der Bischof segnete den von den Kirchgängern mitgebrachten Johanneswein, der schließlich mit nach Hause in die Weinkeller getragen und auf die Weinfässer aufgeteilt wird. Dem in der Kirche gesegneten Johanneswein wird nämlich besondere Kraft zugedacht. Er soll nicht nur edle Tropfen noch besser machen, sondern auch Haus und Hof der Weinbauern vor allerlei Gefahren und Unheil schützen.


Wein zu segnen, zu trinken und zu genießen sei, so der Bischof bei der Weinsegnung in Frauenberg ein Zeugnis für die Großartigkeit der Schöpfung, der Welt, des Menschen und des Schöpfers, der das alles ermögliche. 



Schauplatzwechsel in den Silberberger Rotweinkeller


Der Segnung des Johannesweins folgt traditionell die Hansweinkost, bei der die Weinbauern und Ehrengäste gemeinsam im Keller den neuen Weinjahrgang verkosten. Die an die Segensfeier in der Wallfahrtskirche Frauenberg  anschließende Weinverkostung, bei der zur Begrüßung Silberberger Brut Sekt 2019 eingeschenkt wurde, machte im Silberberger Rotweinkeller so richtig Appetit auf den neuen Weinjahrgang.


Sie sorgten für ein besonderes auskosten des Weihnachtsfestes im Silberberger Rotweinkeller: v.l. Kellermeister Andreas Lobe, Abteilunsvorstand Önologe Karl Menhart, Bischof Krautwaschl, Dir. Reinhold Holler & Co.


v.l. Kellermeister Lobe, Önologe Menhart und Dir. Holler


Direktor Holler begrüßte zur Hansweinkost im ehemaligen Schulkeller mit wechselvoller Geschichte zahlreiche Ehrengäste. Darunter u.a. Altlandeshauptmann Hermann Schützenhöfer, Weinhoheit Marlene Prugmaier, NRAbg. Bgm. Joachim Schnabel, LAbg. Gerald Holler, LAbg. Bernadette Kerschler, Bezirksbäuerin Daniela Posch, den Leibnitzer Bgm. Michael Schumacher, Steiermarks Weinkomtur Hans Mehrl, BH Dr. Manfred und Roswitha Walch, Anton Gumpl, Landesweinbaudirektor Werner Luttenberger, Georg Regele, Abteilungsleiter Mag. Franz Grießer und LSI Johannes Hütter sowie zahlreiche WeinbäuerInnen.


Aus Freude auf den neuen Jahrgang in die Südsteiermark gekommen war Altlandeshauptmann Hermann Schützenhöfer, der sich als Fan von Assigal-Weinen outete.


v.l. Dir. Holler mit Bezirksbäuerin Posch und NRAbg. Bgm. Schnabel


v.l.n.r. Bgm. Michael Schumacher, BH Manfred und Roswitha Walch, LAbg. Bernadette Kerschler und LAbg. Reinhold Holler


Direkorin Andrea Kager-Schwar, Ordensschwester und Bischof Krautwaschl


„Nur was gut ist, kann zur Tradition werden!“, meinte Direktor Holler unter Hinweis auf die lange Tradition mit der Komturei Steiermark der Weinbruderschaft Österreich Hansweinverkostungen zu veranstalten, die in der Folge mit der Bischöflichen Weingut Schloss Seggau und Leibnitzer Weinbauern erweitert werden konnten. Um die derzeitige Anbaufläche von 100 Hektar Weingärten im Stadtgebiet von Leibnitz mit aktuell 500 Hektar von Wien zu knacken, bedürfe es aber, so Holler, einer weiteren Gemeindereform. Was Altlandeshauptmann Schützenhöfer zur umgehenden Aussage „In meinem irdischen Leben nicht mehr!“ bemüßigte Hansweinkost mit ausgewählten jungen Weinen.



Ein klassischer frischer und knackiger Silberberger Weißburgunder stand ganz am Beginn der Hansweinkost. Dem folgte als Antithese ein spezieller Kitzecker Rheinriesling des Landesweingutes sowie ein Sauvignon Blanc Gebietswein von Neo-Kellermeister Andreas Lobe.


Betont frisch, fruchtig mit grünen Reflexen präsentierte sich auch der Sauvignon blanc des Weingutes Hirschmugl von der Domäne am Seggauberg.


Abteilungsleiter Mag. Franz Grießer und Önologen Karl Menhart


Weinhoheit Marlene präsentierte eine Fassprobe des jungen Weißburgunders (everybody´s darling) ihres 7,5 Hektar großen Familienbetriebes Assigal vom Götterberg. August Assigal (seinerzeit mit 29 Jahren der jüngste Bürgermeister der Steiermark) hatte die ehrenvolle Aufgabe, den Sauvignon blanc 2023 vorzustellen, dessen Jahrgangsvorgänger dem Weingut Assigal bei der jüngsten Landesweinkost den Landessieg beschert hatte.



Das Bischöfliche Weingut Schloss Seggau bereicherte die Verkostung mit einem trinkfreudigen Welschriesling, einem reifen, saftigen Sauvignon blanc und einem typischen Gelben Muskateller.


Prominent und zahlreich vertreten waren Mitglieder der Österreichischen Weinbruderschaft mit Komtur Hans Mehrl an der Spitze.



Das Beste kommt zum Schluß


Ursula Lechenauer stellte zum Finale der Hansweinkost als besondere Zugabe und würdiger Abschluss den Seggauer Messwein 2023 vor, der vom Team von Schloss Seggau unter Beachtung kirchenrechtlicher Vorgaben ausgekostet wurde. Die Cuvée aus 40 % Weißburgunder, jeweils 20 % Muskat Ottonell und Traminer, 15 % Riesling sowie 5 % Muskateller mit vom Bischof gewünschten Zuckerspitzerl ist ein besonders edler Tropfen, der der Natur am nächsten kommt.


Kulinarisches Finale auf Schloss Seggau


Dass Weihnachten nicht lange genug ausgekostet werden kann, bewies dann auch das den Hanstag abschließende Mittagessen auf Schloss Seggau.


v.l. Dir. Reinhold Holler, Ursula Lechenauer und Bischof Wilhelm Krautwaschl


Nach einem Gruß aus der Schlossküche mit Krenmousse mit Graved Lachs im Glas wurden die Gaumen zunächst mit Topinambur-Schaumsuppe mit Vulcano-Grissini verwöhnt. Danach hatte man die Wahl zwischen Gefüllter Sulmtaler Hühnerbrust mit Natursafterl, Kohlsprossen im Parmesankörbchen und glasierten Möhren oder Kulmer Forellenfilet mit Riesling-Risotto und Asmonte, dazu gefüllte Zucchini und Süßerdäpfel-Chips. Bratapfel-Tiramisu mit Bergtopfenterrine im knusprigen Limettenmantel und dazu auch noch Zwetschken-Zimteis vollendeten den Genuss.




Aus dem Bischöflichen Weinkeller gesellten sich dazu auch noch als empfohlene Weinbegleiter Weißburgunder 2022 DAC, Riesling Kitzeck-Sausal 2020, Welschriesling Südsteiermark 2022 und Messwein 2022.



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