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Im Fluss der Zeit unterwegs mit Oldtimern in Passau und Steyr

  • vor 3 Stunden
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Im ihren chromblitzenden Oldtimern unternahmen fünf Tage lang Anfang Juli unter der Führung von Petra Videcnik und Heinz Konrad 11 Mitglieder des Leibnitzer Oldtimer-Club ihre traditionelle Sommerausfahrt. Ziel der gemeinsamen Zeitreise mit sieben Oldtimern über eine Gesamtstrecke von 900 km war die Drei-Flüsse-Stadt Passau.


Zu den Höhepunkten der klassischen Sommerausfahrt zählten ein Fotohalt bei der Schlögener Donauschlinge und Mittagessen im Hotel Donauschlinge, das WM-Spiel Österreich gegen Spanien im Kino des Scharfrichterhauses, der Besuch der mit 1.051 Metern längste Burg der Welt in Burghausen und nicht zuletzt die am Zusammenfluss von Enns und Steyr entstandene Stadt Steyr mit Schloss Lamberg.


Faszinierende Drei-Flüsse-Stadt Passau

Als Tor zum Südosten vereint Passau die Schönheit ihrer einmaligen Lage an gleich drei Flüssen (Donau, Inn, Ilz) mit dem historischen Reichtum einer Runde 2.000-jährigen Geschichte. Für einige Tage war das Hotel Atrium in Passau der Stützpunkt für allerlei Aktivitäten.

Das Zusammentreffen an der bekannte Ortspitze erweist sich als ein einzigartiges Naturschauspiel, da die Flüsse aus drei Himmelsrichtungen kommen und aufgrund ihrer unterschiedlichen Herkunft verschiedene Wasserfarben aufweisen, bis sie sich endgültig vermischennund als Donau nach Osten strömen.



Im Rahmen einer “Dreiflüsse”-Stadtrundfahrt mit dem Schiff und einem geführten Stadtrundgang in der historischen Altstadt entdeckten die Südsteier:innen die Sehenswürdigkeiten von Passau. So einen Blick auf die Burganlage Veste Oberhaus, auf den Innkai, in das Scharfrichterhaus (Restaurant mit bayerisch-österreichischer Küche und Kino), den Dom St. Stephan mit der größten gerade renovierten Domorgel der Welt und weiter in der historischen Innenstadt über den bischöflichen Residenzplatz sowie vorbei am Wittelsbacherbrunnen.



Zuletzt war auch das beeindruckende Glasmuseum Passau mit rund 15.000 ausgestellten Gläsern von Kaisern und Königen aus der europäischen Glasgeschichte einen Besuch wert.

Für das Fußball-Weltmeisterschaftsspiel zwischen Österreich und Spanien wurde für die Südsteirer:innen eigens das Kino im Restaurant Scharfrichterhaus geöffnet. Das 16-WM-Finale war für die Oldtimerfreunde dank Riesenleinwand ein faszinierenden Erlebnis, das man nicht so schnell vergessen wird.


Die längste Burg der Welt

Am zweiten Tag bei den bayerischen Nachbarn war die Burg Burghausen, mit einer unglaublichen Länge von 1.051 Metern die längste Burg der Welt, das Ziel einer Zeitreise ins Mittelalter.

Historische Bedeutung hat imposante Burg Burghausen mit der Wehranlage am Eggenberg als landesherrliche Burg der bayrischen Wittelsbacher. Bei der Burgbesichtigung schritten die südsteirischen Oldtimerfreunde mit Burgfräulein Persy durch die sechs gewaltigen Burghöfe und erfuhren, dass man 130 Jahre lang an der Burg gebaut habe, etwa 200 Menschen hier lebten und aufgrund des ausgeklügelten Verteidingssystems nur 25 Soldaten zur Verteidigung der niemals angegriffenen oder gar eingenommenen Burg ausgereicht hätten.



In der Altstadt von Burghausen kamen die Südsteier:innen im Bayrischen Hof in den Genuss typischer bayerischer Weißwürste. Danach stand die Besichtigung des farbenprächtigen Stadtplatzes auf dem Besuchsprogramm, der als einer der schönsten mitteleuropäischen unter Denkmalschutz stehenden Platzanlagen gilt. Farbenfrohe Giebelhäuser mit Renaissance-, Barock und Rokokofassaden stehen in Burghausen Spalier mit grandiosem südländischen Flair. Die Stadtpfarrkirche St. Jakob im romanischen Stil mit barockem Zwiebelturm und kostbaren Grabsteinen ist die größte Kirche Burghausens.Die frühbarocke Fassade der Josefskirche am anderen Ende des Stadtplatzes ist ein weiteres kirchliches Juwel von Burghausen.

Zurück in Passau lauschten die südsteirischen Oldtimerfreunde abends noch den Sommernachtsklängen im Zuge des Passauer Kultursommers, wo an verschiedenen Stationen Livemusik zu hören war.


In Steyr unterwegs auf historischen Wegen

Auf der Heimreise bezogen die südsteirischen Oldie-Piloten für eine Nacht Quartier im Stadthotel Styria. Am Zusammenfluss von Enns (längster Binnenfluss Österreichs) und Steyr (entspringt in den Radtstädter Tauern, direkt in der Steyrer Altstadt unterhalb von Schloss Lemberg) ist eine Stadt entstanden, die auch für die Steiermark besondere Bedeutung hat. Das historische Wappen in Grün zeigt einen silbernen, rot gewaffneten und gehörnten, flammenspeienden, aufgerichteten Panther. Das ursprünglich zur blau-weißen Gruppe der bajuwarisch-karantanischen Pantherfamilie zählende Fabeltier ist das Wappenschild der nach ihrem Leitnamen als Otokare bezeichneten Marktgrafen, der späteren Herzöge der Steiermark, die ihren Stammsitz in Steyr hatten. Marktrgraf Ottokar III. von Steyr hat dieses Hoheitszeichen im Jahr 1160 zu seinem offiziellen Schildwappen gewählt, das seither das steiermärkische Landeswappen bildet.



Bei einer Stadtführung mit Herrn Schimel wandelten die Südsteirer:innen auf den überall sichtbaren Spuren einer glorreichen Vergangenheit. Vorbei am Schloss Lamberg führte der stadtspaziergsng hinauf auf den Taborturm.


Stationen des Stadtspaziergangs

In der dreischiffigen, dem Heiligen Ägidius und Koloman geweihten Stadtpfarrkirche spielte schon auf der nach seinen Anleitungen hin erweiterten Chrisman-Orgel der Komponist Anton Bruckner sehr häufig.



Der ellipsenförmige Steyrer Stadtplatz glänzt mit zahlreichen mittelalterlichen Bürgerhäusern, die in verschiedenen Epochen adaptiert wurden. Das Bummerlhaus (Stadtplatz 32) gilt als Wahrzeichen der Stadt und das Rathaus (Stadtplatz 27) als einer der bedeutendsten Rokoko-Bauten von Österreich.


Die Burg der Grafen von Steyr

Die erste urkundliche Erwähnung der „Stirapurhc“ datiert aus der Zeit um 980. Der Bergfried bildet bis heute einen Teil von Schloss Lemberg, das nach einem Stadtbrand 1727 von den Grafen Lambert als Barockschloss errichtet worden war. Es steht heute im Eigentum der Republik Österreich.


Die Barockkirche St. Michael mit Bürgerspital ist ein markanter zweitürmiger Barockbau. Den Giebel zwischen den Türmen ziert ein Fresko des Heiligen Michael mit dem Sturz der gefallenen Engel. Im früheren Kloster ist heute das Bundesrealgymnasium untergebracht. Das Bürgerspital entstand um 1300 als Armenkrankenhaus und beherbergt heute ein Weihnachtsmuseum.


Der Tag in Steyr klang am Abend in der Altstadt musikalisch und kulinarisch bei Benzingesprächen gemütlich aus.


Zurück in die Steiermark

Am 5. und letzten Tag der jüngsten Zeitreise erfolgte nach dem Frühstück die gemeinsame Heimreise in Richtung Südsteiermark mit einem letzten gemeinsamen Mittagessen bei der Klammwirtin in Laufnitzdorf, Gemeinde Frohnleiten.



Nach einer insgesamt 900 km langen Fahrt waren alle Teilnehmer:innen in ihren kleinen und größeren Oldtimern wieder mit unvergesslichen Erlebnissen im Gepäck wohlbehalten zu Hause angekommen.


Fotocredit: Heribert Kindermann, MA
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