Inklusive Bildung ist ein Menschenrecht, kein Nice-to-have
- la6098
- 8. Sept. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Die Steiermark hinkt in Sachen inklusiver Bildung hinterher, denn noch immer wird jedes sechste Kind mit Behinderung vom gemeinsamen Lernen ausgeschlossen. Die Lebenshilfe Steiermark fordert daher zum Schulstart ein klares Bekenntnis zur Inklusion statt Separation.
146.512 Schüler:innen starten am heutigen 8. September in der Steiermark in das neue Schuljahr - 833 davon in einer Sonderschule. Bereits kurz vor Jahresende 2024 sorgte das „Bekenntnis zu Sonderschulen“ der steirischen Landesregierung für Schlagzeilen. Schon damals machte die Lebenshilfe Steiermark auf die Gefahr von Rückschritten im Bildungsbereich aufmerksam. Denn diese Entwicklung steht im Widerspruch zur UN-
Behindertenrechtskonvention (UN-BRK), zu der sich Österreich vor über 15 Jahren bekannt hat und in der klar festgehalten ist, dass jedes Kind das Recht auf inklusive Bildung hat.
Zum Schulstart fordert die Lebenshilfe Steiermark nun erneut ein klares Bekenntnis zur Inklusion statt zur Separation. Es brauche endlich ein Bildungssystem, das alle Kinder mitnimmt – vom Kindergarten bis zur Universität.
Inklusive Bildung steht nicht allen offen
„Die UN-Behindertenrechtskonvention sieht ganz klar ein gemeinsames Lernen vor. Das ist der Grundstein für eine inklusive Gesellschaft: Wenn Kinder mit und ohne Behinderung zusammen die Schule besuchen, lernen sie voneinander und miteinander – so wird Inklusion von Anfang an gelebt“, betont Sandra Walla-Trippl, Generalsekretärin der Lebenshilfe Steiermark.
Forderung: Schule für alle – von Anfang an
„Inklusive Bildung ist ein Menschenrecht, kein Nice-to-have. Wir brauchen ein klares Bekenntnis zur Inklusion – nicht nur auf dem Papier, sondern in der Praxis. Unser Bildungssystem muss endlich allen Kindern gerecht werden“, erklärt Walla-Trippl. Dass dem noch nicht so ist, wurde auch im Zuge der Staatenprüfung 2023 scharf kritisiert: Österreich solle den Ausbau des segregierten Schulsystems unverzüglich beenden, so der UN-Fachausschuss.
Konkrete Forderungen
Die Lebenshilfe Steiermark fordert neben inklusiver Bildung auf allen ebenen auch barrierefreie Schulen und Lernmaterialien, sowie Inklusion als fixer Bestandteil der
Pädagogik-Ausbildung statt einer eigenen Sonderschul-Pädagogik. Dass Inklusion ab Herbst 2025 verpflichtend Teil der neuen Volksschullehrer:innen-Ausbildung ist, wird ausdrücklich begrüßt. Zudem soll ein inklusiver Bildungscampus das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung ermöglichen – in vielen Fächern miteinander, in anderen nach
ihren Stärken gefördert.
Fotocredits: K.K.





