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„Jede Frau zählt!“ – Neuer zam-Standort in Leibnitz eröffnet

vor 1 Stunde
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Renate Frank (Geschäftsführerin zam Steiermark) und Barbara Maierhofer (Regionalleiterin zam Leibnitz) bei der feierlichen Eröffnung des neuen Standorts
Renate Frank (Geschäftsführerin zam Steiermark) und Barbara Maierhofer (Regionalleiterin zam Leibnitz) bei der feierlichen Eröffnung des neuen Standorts

Gender Pay Gap, fehlende Lohntransparenz oder hohe Teilzeitquote – es sind viel zitierte Schlagworte, die für zahlreiche Frauen in Österreich jedoch reale wirtschaftliche Konsequenzen haben. Das Zentrum für Ausbildungs-Management (zam) setzt sich in Leibnitz daher seit mehr als 20 Jahren für mehr Chancengleichheit von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt ein. Am neuen Standort, der heute feierlich eröffnet wurde, soll dieses Engagement künftig weitergeführt und ausgebaut werden.


„Es geht bei zam vor allem darum, Frauen am Weg in den und am Arbeitsmarkt selbst zu unterstützen“, erklärt Yvonne Popper-Pieber, Landesgeschäftsführerin des AMS Steiermark, vor den zahlreichen Gästen der Eröffnungsfeier. Denn Frauen seien im Berufsleben nach wie vor mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert: Sie verdienen im Schnitt weniger als Männer, arbeiten häufiger in Teilzeit oder in schlechter bezahlten Branchen oder sind in Führungspositionen und wichtigen Entscheidungsfunktionen unterrepräsentiert. Eine zusätzliche Herausforderung stelle die Doppelbelastung durch Erwerbsarbeit und Care-Arbeit dar. Kinderbetreuung, die Pflege von Angehörigen und Hausarbeit werden nach wie vor überwiegend von Frauen übernommen. Umso wichtiger seien Räume, in denen Frauen neue Wege gehen können – sei es durch einen beruflichen Neuanfang oder den Einstieg in bislang wenig von Frauen besetzte Berufsfelder. Ein solcher Raum ist nun am neuen zam-Standort in Leibnitz entstanden. Die großzügig ausgestatteten Seminarräume, ein Experimentierseminarraum, eine Küche, ein Aufenthaltsraum sowie Büros und Beratungszimmer schaffen die räumlichen Voraussetzungen für ein umfassendes und individuell abgestimmtes Beratungsangebot.



Chancen für Frauen und für die heimische Wirtschaft

Dieses Beratungsangebot wird von der zam Steiermark GmbH im Auftrag des AMS Steiermark und des Landes Steiermark umgesetzt. „Regionale Unterstützung rund um den Arbeitsmarkt gibt Frauen Sicherheit und eröffnet ihnen neue Chancen – durch professionelle Beratung, fachliche Qualifikationen und ein großes Netzwerk“, erklärt Nicole Guy, Leiterin des AMS Leibnitz. Davon profitierten jedoch nicht nur die Frauen selbst, sondern auch die regionale Wirtschaft. Angesichts des demografischen Wandels sowie Entwicklungen wie Digitalisierung und Ökologisierung stehe der Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren vor großen Herausforderungen. „Dementsprechend sollte das gesamte Arbeitskräftepotential ausgeschöpft werden“, betont Yvonne Popper-Pieber. Die gezielte Unterstützung von Frauen sei damit nicht nur ein Beitrag zu mehr Chancengleichheit, sondern auch eine Investition in die Zukunft des heimischen Wirtschaftsstandorts.


Individuelle Wege, neue Chancen

„Frauen kommen entweder über das AMS zu uns und nehmen zunächst an einem Infotag teil“, erklärt Barbara Maierhofer, Regionalleiterin des zam Leibnitz. Dort erhalten sie einen Überblick über die verschiedenen Angebote und Möglichkeiten. Anschließend können sie selbst entscheiden, ob sie eine weiterführende Beratung in Anspruch nehmen möchten. Die Infotage finden in der Regel alle zwei Wochen, meist mittwochs, statt.

Für Renate Frank, Geschäftsführerin des zam Steiermark, steht dabei vor allem die Individualität jeder einzelnen Frau im Mittelpunkt. „Jede Karriere ist individuell und von so vielen Faktoren beeinflusst“, betont sie. Jede Frau bringe ihre eigene Berufs- und Lebensgeschichte mit und stehe vor unterschiedlichen Herausforderungen. Umso wichtiger sei ein maßgeschneidertes Angebot, das auf die jeweiligen Bedürfnisse eingeht.



Ein Stück Frauengeschichte

„Mit zam wird ein gemeinsames Stück Frauengeschichte geschrieben“, so Frank abschließend. Gleichzeitig sei die Arbeit von zam nur ein kleines Puzzleteil in einem größeren Gesamtbild. Denn am Arbeitsmarkt bestünden nach wie vor zahlreiche Ungleichheiten – vom Gender Pay Gap bis hin zu unterschiedlichen Karriere- und Aufstiegschancen. Solange keine vollständige Gleichstellung erreicht sei, brauche es daher eine aktive Förderung von Frauen am Arbeitsmarkt. Gerade mit Blick auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen gewinne diese Arbeit zusätzlich an Bedeutung. Traditionelle Rollenbilder und Vorstellungen von Männern und Frauen würden insbesondere in sozialen Medien wieder stärker sichtbar und könnten die Wahrnehmung und Vorstellungen junger Menschen prägen. Umso wichtiger sei es, Frauen zu stärken, ihnen Perspektiven aufzuzeigen und sie dabei zu unterstützen, ihren eigenen beruflichen Weg selbstbewusst zu gehen.


Fotocredits: Nina Gölz

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