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Johannes Gepp erinnert sich: Wie reagierte Österreichs Natur auf die totale Sonnenfinsternis 1999

  • vor 1 Tag
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Der Ökologe Johannes Gepp hatte im August 1999 im Rahmen des Institutes für Naturschutz in Graz ein Dutzend Personen zur Beobachtung der Auswirkungen der Sonnenfinsternis in verschiedenen Landschaften ausgesandt. Die Beobachter berichteten, dass Tiere im Wesentlichen so reagierten, als ob sie überrascht wären, dass es bereits plötzlich Nacht wird. Hunde waren beunruhigt. Dabei bewegten sich Rinder in Richtung Stallungen, Ziegen legten sich nieder und Hügel bauende Ameisen zogen sich in die Bauten zurück. Vögel flogen zu Beginn der Finsternis überschnell geradlinig in Richtung ihrer Nester oder Nachtschlafplätze. Stadttauben setzten sich auf beleuchteten Laternenmasten oder liefen im Stadtinneren verwirrt in beleuchtete Geschäfte, trotz der darin sich befindlichen Menschen. Stockenten schlugen mit den Flügeln, quakten, flogen auf oder sprangen ins Wasser, um Inseln anzuschwimmen. Teichfische tauchten in die Tiefe. Hähne liefen in die Stallungen und krähten bei Wiedererhellung. Manche Beobachter stellten in den Übergangsphasen zwischen völliger Dunkelheit und dem Hellerwerden ein leichtes grünliches Flimmern fest, einzelne vermeinten, dieses unerklärliche Lichterspiel wanderte blitzartig schnell über die Landschaft in Richtung Westen.



Weitere Details:

Die letzte totale Sonnenfinsternis in Österreich wurde in der Steiermark und im Burgenland am 11.08.1999 beobachtet. Die Sonnenfinsternis 1999 dauerte in ihrer Totalität nur 2,4 Minuten.

 

Diesmal, am 12.08.2026 wird die partielle Sonnenfinsternis in Wien immerhin 89% der Sonne abdecken.

 

Johannes Gepp vom Steirischen Naturschutzbund beobachtete 1999 mit gut einem Dutzend in der Steiermark verteilter Mitarbeiter das Verhalten der Tierwelt.

 

Mit beginnender Verdunklung gab es anfangs wenig Reaktionen, nur einzelne Rinder begannen, von den Wiesen aus, in Richtung Stall sich zu orientieren. Bei zunehmender Dunkelheit waren einzelne Rinder sogar im Laufschritt, den Stall suchend.

 

Ganz ähnlich verhielten sich im Grazer Stadtgebiet die Stadttauben: manche flogen in kerzengeraden Flug in 20-30 m Höhe in Richtung ihrer Nächtigungsquartiere und das außerordentlich schnell.

 

In der Annenstraße waren die Tauben von der Dunkelheit so überrascht, dass sie bei offenen Geschäftstüren in das Innere der ebenerdigen Geschäfte liefen und zwar mitunter ungeniert zwischen den dortigen Menschen.

 

Bei einzelnen Hügeln von Waldameisen fehlten bei der einsetzenden Dunkelheit plötzlich die oberflächlichen Ameisengruppen.

 

In Graz vom Dach des Unfallkrankenhauses aus gesehen, war der Augenblick der völligen Verdunklung tatsächlich von einem schon öfter beschriebenen Dahinwandern grünlicher Lichtphänomene begleitet. Genauer beschrieben lief ein nur wenige Meter breites, helles Lichtband mit rasender Geschwindigkeit von Ost nach Richtung West über die Landschaft und das innerhalb von Sekundenbruchteilen.

 

Bei der am 09.04.2024 in den USA beobachteten Sonnenfinsternis wurde von Zoos gemeldet, dass sich die Tiere schlafen legen wollten. Aus Missouri wurde während der Sonnenfinsternis am 21.08.2026 gemeldet, dass Glühwürmchen zu leuchten begannen. Nach anderen Beobachtungen können Vögel oder Grillen entweder aufhören, zu singen, oder sie beginnen erst recht mit ihrem nächtlichen Gesang.


Fotocredit: Heribert Kindermann
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