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Kooperation & Investition in Transportleitungen: Trinkwasserversorgung gesichert

vor 1 Stunde
3 Min. Lesezeit

 

Im Rahmen einer Pressekonferenz der Leibnitzerfeld Wasserversorgung standen die Leistungsfähigkeit der regionalen Trinkwasserversorgung, langfristige Investitionen, Kooperationen zwischen Versorgern und der Wechsel in der Geschäftsführung im Mittelpunkt. Die Wasserversorgung wird als öffentliche Daseinsvorsorge verstanden, die auch unter klimatischen, technischen und finanziellen Herausforderungen sicher, resilient und leistbar bleiben soll.


Im Geschäftsjahr 2025 wurden mit 12 Brunnenanlagen insgesamt 3,9 Millionen Kubikmeter Trinkwasser gefördert – die bisher höchste Fördermenge. „In Silberberg fließen rund 2,7 Millionen Euro in die Erweiterung und Erneuerung der Transportleitung“, laut dem Leibnitzer Bürgermeister Daniel Kos. In Gabersdorf werden ebenso rund 1,6 Millionen Euro in die Erneuerung einer rund 3,5 Kilometer langen Transportleitung investiert. Zu den jüngeren Vorhaben zählt auch die Fertigstellung der stationären Notstromversorgung.


Kostengünstiger Trinkwasserpreis

Der Wasserpreis steigt von 1,98 Euro auf 2,06 Euro pro 1.000 Liter und gilt per 1. Jänner 2027. „Trotz umfangreicher Investitionen würde ich den Wasserpreis als kostengünstig und als notwendige Grundlage für eine leistbare Daseinsvorsorge bewerten. In den kommenden Jahren sind Investitionen von rund 44 Millionen Euro geplant, insbesondere für das Jahrhundertprojekt Transportleitung Steiermark Süd“, so der Doyen der Leibnitzerfeld Wasserversorgerung Geschäftsführer Franz Krainer, der mit Ende des Jahres seinen wohlverdienten Ruhestand antritt. Laut Bgm. Kos, Eigentümervertreter der Leibnitzerfeld Wasserversorgung sei eine sichere Trinkwasserversorgung keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis kontinuierlicher Arbeit und langfristigen Investitionen. Das Trinkwasser bezeichnet Kos als günstiges Lebensmittel, das rund um die Uhr in guter Qualität direkt aus dem Wasserhahn zur Verfügung steht. Als finanzielle Einschränkung nennt Bgm. Kos, dass die gemeinnützige GmbH derzeit nur begrenzt Rücklagen bilden kann. Eine gesetzliche Lösung soll ermöglichen, Tarifsprünge durch frühzeitige Vorsorge in Zukunft abzufedern.


16 Jahre Verantwortung: Franz Krainer zieht Bilanz

Mit Jahresende 2026 geht Dir. DI Franz Krainer nach 16 Jahren als Geschäftsführer der LFWV in den Ruhestand. In dieser Zeit wurde die Infrastruktur der LFWV umfassend ausgebaut und modernisiert und damit die langfristige Versorgungssicherheit des Unternehmens gezielt gestärkt. „Zu meinen wichtigsten Projekten zählen unter anderem die Erneuerung der Transportleitung Stiefingtal, die Transportleitung Kitzeck sowie die Errichtung unseres größten Brunnens, Haslach 4, der 2018 in Betrieb ging. Im Jahr 2016 wurde der Betriebsstandort zukunftsorientiert erweitert, erneuert und umgebaut“, so Direktor Franz Krainer. Zu den besonderen Meilensteinen in der Entwicklung der LFWV zählen die Zertifizierung als „ÖVGW Zertifizierter Wasserversorger“ als erster steirischer Wasserversorger sowie die Verleihung des steirischen Landeswappens anlässlich des 111-jährigen Bestehens. Im Sommer 2026 wurde der Verband „Transportleitung Steiermark Süd“ in Leibnitz gegründet. „Dieses Jahrhundertprojekt wird die Trinkwasserversorgung in unserer Region für die kommenden Generationen absichern“, meint Krainer abschliessend, dessen jahrzehntelanges Wirken auch von Seiten des Leibnitzer Bürgermeister Kos und HR Johann Wiedner, Obmann des Steirischen Wasserversorgungsverbandes gewürdigt wird. Sein Nachfolger DI Martin Bauer kündigt Kontinuität bei der Wasserversorgung in bester Qualität an und möchte zugleich neue Impulse im Bereich der Digitalisierung setzen.


Sichere Trinkwasserversorgung durch Kooperation

Die Wasserversorgung der Leibnitzerfeld erstreckt sich auf 29 Gemeinden in 4 politischen Bezirken. Die überregionalen Verbindungs- und Transportleitungen ermöglichen es, Wasser zwischen wasserreicheren und wasserärmeren Gebieten zu übertragen und bei Betriebsausfällen auszuhelfen. Der Sommerverbrauch kann durch Hitze und Gartenbewässerung deutlich steigen. Über Jahrzehnte hinweg wurden Studien und Pläne des Landes in enger Abstimmung mit den Wasserverbänden und Gemeinden erarbeitet. Sie bildeten die Grundlage für den Ausbau jener Infrastruktur, die heute eine sichere öffentliche Wasserversorgung ermöglicht und auch im heißen und trockenen Jahr 2026 dazu beigetragen hat, die Versorgung zu gewährleisten. Die geplante Transportleitung Steiermark Süd soll das bestehende Netz entlasten, Reserven schaffen und über mehrere Monate zusätzliche Wasserzufuhr ermöglichen. Eine Inbetriebnahme wird für etwa 2032 oder 2033 angestrebt.

 

„Die Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte zeigen, dass Versorgungssicherheit nur mit einem gemeinsamen Verständnis für langfristige Lösungen gewährleistet werden kann“, unterstreicht HR DI Johann Wiedner, Obmann des Steirischen Wasserversorgungsverbands.

 

Kooperationen bringen darüber hinaus Vorteile bei Betriebsstörungen, Blackout-Situationen und Qualitätsproblemen sowie beim Wissens- und Erfahrungsaustausch, bei der Bewusstseinsbildung und in der Interessenvertretung.

 

von Guido Jaklitsch

 

Foto: Jaklitsch, Leibnitz Aktuell

 

 

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