Leibnitzer Autorin Cornelia Schlögl schreibt über Führung, Klarheit und die „Nettigkeitsfalle“
- 29. Mai
- 2 Min. Lesezeit

Mit ihrem neuen Buch „Schluss mit nett – Führung braucht Eierstöcke!“ legt die Leibnitzerin Cornelia Schlögl ein Führungsbuch vor, das sich an Frauen richtet, die Verantwortung tragen, Verantwortung übernehmen wollen oder im Berufsalltag immer wieder erleben, dass Kompetenz allein nicht automatisch zu Sichtbarkeit führt. Der Titel ist bewusst zugespitzt, der Inhalt aber deutlich breiter angelegt: Es geht um Klarheit, Kommunikation, Grenzen, Selbstführung und die Frage, warum viele Frauen im Job zu oft in der Rolle der Verlässlichen, Ausgleichenden und Angepassten landen.
Schlögl ist HR-Expertin, Führungskraft und Autorin und bringt jahrzehntelange Erfahrung aus der Unternehmenspraxis mit. Ihr beruflicher Weg führte sie von der Buchhaltung über Rechnungswesen und Controlling bis in leitende Funktionen im Personal- und kaufmännischen Bereich. Das Buch liest sich nicht wie ein abstrakter Ratgeber über moderne Führung, sondern wie eine Auseinandersetzung mit Situationen, die viele Frauen aus Meetings, Projektverantwortung, Teamleitung oder Entscheidungsrunden kennen.
Wenn Nettsein zur beruflichen Falle wird
Im Mittelpunkt steht ein Muster, das Schlögl als „Nettigkeitsfalle“ beschreibt. Gemeint ist damit nicht Freundlichkeit, Empathie oder ein respektvoller Umgangston. Gemeint ist jene Form der Selbstzurücknahme, die im Berufsleben oft unauffällig beginnt: klare Aussagen werden abgeschwächt, Grenzen zu spät gezogen, Konflikte zu lange geglättet, eigene Leistungen zu leise vertreten. Aus Rücksicht wird Anpassung, aus Verlässlichkeit wird Überlastung, aus Kompetenz wird Unsichtbarkeit.
Genau hier setzt „Schluss mit nett“ an. Das Buch will Frauen nicht dazu auffordern, härter, lauter oder kälter zu werden. Schlögls Ansatz zielt vielmehr auf mehr Präsenz ohne Selbstverrat. Sie beschreibt, wie Frauen Gespräche klarer führen, Entscheidungen vertreten, Aufgaben delegieren und Grenzen setzen können, ohne sich dabei in eine Rolle pressen zu lassen, die nicht zu ihnen passt.
Führung mit Klarheit statt Selbstzurücknahme
Führung wird in diesem Buch nicht als große Bühne verstanden, sondern als Alltag: als Summe aus vielen Gesprächen, Entscheidungen, Reibungen und Momenten, in denen Haltung sichtbar wird. Schlögl richtet den Blick auf jene Situationen, in denen Frauen zwar längst Verantwortung tragen, sich aber dennoch zu oft zurücknehmen, relativieren oder für ihre Klarheit rechtfertigen.
Der provokante Untertitel „Führung braucht Eierstöcke“ ist dabei weniger als Kampfansage zu verstehen, sondern als bewusster Bruch mit weichgespülten Karrierefloskeln. Schlögl schreibt für Frauen, die führen wollen, ohne sich ständig beweisen, entschuldigen oder erklären zu müssen. Zugleich ist das Buch auch für Männer in Führungspositionen lesenswert, weil es den Blick auf jene Strukturen schärft, in denen bestimmte Stimmen schneller Gewicht bekommen als andere.
Besonders interessant ist das Buch auch deshalb, weil es einen regionalen Bezug hat. Cornelia Schlögl lebt in Leibnitz und bringt damit eine südsteirische Stimme in eine Debatte ein, die weit über die Region hinausreicht. Female Leadership, moderne Unternehmenskultur und die Sichtbarkeit von Frauen in Führungsrollen sind längst keine Randthemen mehr. Sie betreffen Familienbetriebe ebenso wie größere Unternehmen, öffentliche Institutionen, Selbstständige, Vereine und Organisationen, in denen Verantwortung verteilt und Entscheidungen getroffen werden.
Eine Leibnitzer Stimme für modernes Female Leadership
„Schluss mit nett – Führung braucht Eierstöcke!“ ist im Mentoren-Media-Verlag erschienen, umfasst 260 Seiten und verbindet persönliche Erfahrung mit praxisnahen Impulsen für den beruflichen Alltag. Wer ein Führungsbuch sucht, das weibliche Klarheit ernst nimmt, ohne Härte als Ideal zu verkaufen, findet darin eine direkte, alltagsnahe und bewusst unbequeme Lektüre.
Es ist ein Thema, das nicht nur Frauen in Chefetagen betrifft, sondern alle, die Arbeit, Verantwortung und Zusammenarbeit zeitgemäßer denken wollen.
https://www.corneliaschloegl.at/buch/



