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Lions Club Leibnitz startet mit Projekt „Mein Körper gehört mir!”

  • vor 1 Tag
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Beim Eltern- und Lerhrerabend in der Volksschule Kaindorf: (v.l.) Past Governor Wolfgang Trenner, Präsident Leonhard Lückl, VS-Dir. Christine Kerngast und Past Präsident Karl Altenburger.
Beim Eltern- und Lerhrerabend in der Volksschule Kaindorf: (v.l.) Past Governor Wolfgang Trenner, Präsident Leonhard Lückl, VS-Dir. Christine Kerngast und Past Präsident Karl Altenburger.

Mit einem Eltern-, Lehrerabend hat am 12. Februar 2026 das vom  Lions Club Leibnitz finanziell federführend unterstützte dreiteilige theaterpädagogische Präventionsprogramm gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Buben in der Volksschule Kaindorf begonnen.

 

Pilotprojekt für 3. und 4. Volksschulklassen

Beim Lions Club Leibnitz haben Past Präsident Karl Altenburger und Präsident Leonhard Lückl die Projektidee von Koordinator Wolfgang Trenner und dem Zentrum für Gewaltprävention aufgegriffen. Die Lions unterstützen das theaterpädagogische Präventionsprogramm „Mein Körper gehört mir“ nach dem mit einem Eltern- und Lehrerabend begonnenen Pilotprojekt für zwei 3. und zwei 4. Klassen der VS Kaindorf an der Sulm ferner auch in den Volksschulen Leibnitz-Linden, Gamlitz, Laubegg und Gaberdorf.



Interaktives Theater

Das Programm ist ein interaktives, theaterpädagogisches, mehrteiliges Stück, mit dem wirkungsvoll dem sexuellen Missbrauch an Kindern präventiv entgegentreten werden soll. Ziel des dreiwöchigen Projekts ist es, Kindern beizubringen, dass ihr Körper ihr persönliches Eigentum ist. Sie sollen lernen, ihren Gefühlen zu vertrauen und sich selbst zu schützen, da nur sie wissen, wie ihr Körper fühlt.



„Ich habe im Jahr 2008 als Governor etwas für Kinder tun wollen und bin auf das Programm gestoßen. In Österreich haben schon über 270.000 Kinder teilgenommen und erfahren, wo Gefahren auf sie lauern. Wir wollen Kinder davor bewahren, etwas ihr ganzes Leben herumschleppen zu müssen“, so Wolfgang Trenner.

 

Auftakt in VS Kaindorf/Sulm 

„Bei dem Projekt geht es um den Schutz für ihre Kinder! Ich danke dem Lions Club Leibnitz und dem Elternverein für ihre Unterstützung als Sponsoren des Workshops, der davon lebt, dass Eltern wissen, worum es geht!“, betonte VS-Dir. Christine Kerngast.



„Unsere Arbeit steht unter dem Motto ‚Wir helfen persönlich, rasch und unbürokratisch in Not geratenen Menschen‘. Unsere 48 Mitglieder haben beschlossen, das Projekt finanziell zu unterstützen!“, so Präsident Leonhard Lückl vom Lions Club Leibnitz. 

 

Ein Abend für die Eltern 

Die (Sexual-)Pädagoginnen und Schauspielerinnen Tanja Freiberger und Stephanie Laurich spielten den Eltern die Projektteile vor. 

Die Erwachsenen lernen den Aufbau sowie die Botschaften des Workshops kennen, um später mit ihren Kindern ins Gespräch zu kommen.  



In lebensweltnahen Darstellungen, wie in der Straßenbahn oder beim Tennisspielen, haben die Schauspielerinnen den Kindern (beim Elternabend übernahmen die Eltern die Rolle der Kinder) sensibel und altersgerecht die wesentlichen Aspekte des Problembereichs sexueller Übergriffe auf Kinder klar beim Namen genannt und Belästigungen aufgezeigt.

Im Mittelpunkt standen Fragen wie: „Habe ich als Kind ein Ja- oder ein Nein-Gefühl?“, „Wenn ich tue, was eine Person will, weiß eine vertraute Person, wo ich bin?“ oder „Bekomme ich Hilfe, wenn ich Hilfe brauche?“. 


 

Theater für Kinder

In der späteren Aufführung für die Kinder werden angemessene Problemlösungen erarbeitet und im Theaterstück klar und deutlich vorgeführt, wie sich Kinder gegen sexuelle Übergriffe wehren können und welche Straegien des Hilfeholens es gibt. Durch ‚Mitmachen und Theaterspielen‘ sollen Kinder spielerisch und angstfrei mit der Thematik vertraut werden und ihr Selbstvertrauen stärken.

 

Fakten und Hintergründe

Der sexuelle Missbrauch an Kindern jeden Alters ist leider weiterverbreitet als man vermuten möchte. Manchmal trifft es bereits Säuglinge und Kleinkinder im Familienverband. Mehr als 50 % der Betroffenen sind jünger als 6 Jahre. 30 % im Alter zwischen 6 bis 10 Jahren. In etwa 80 % der Fälle sucht das Opfer die Schuld bei sich und circa 90 % der Täter:innen finden sich im Familienkreis. Lediglich 10 % sind Fremdtäter:innen.


Die Täter:innen verstecken ihre Übergriffe auch im Spiel, in der Körperpflege oder in körperlichen Untersuchungen und fädeln ‚Spiele‘ raffiniert ein. Das verwirrt ein Kind, lässt es an der eigenen Wahrnehmung zweifeln und es leidet schweigend. 


Damit Kinder das schreckliche Geheimnis für sich behalten, reden ihnen die Täter:innen ein schlechtes Gewissen ein, in dem sie zu ihnen etwa sagen: „Deine Eltern werden dir nicht glauben. Sie kennen mich und sie werden sagen, dass du schlecht und verlogen bist. Wenn du was sagst, komme ich ins Gefängnis. Die Mama und deine Geschwister werden dann böse auf dich sein. Die Mama wird sehr traurig sein, wenn sie das erfährt. Sie wird weinen, vielleicht wird sie auch krank und stirbt.”


Durchschnittlich muss laut dem Zentrum für Gewaltprävention ein von Missbrauch betroffenes Kind neun Mal bei Erwachsenen um Hilfe bitten, bevor es Hilfe bekommt. Eine wichtige Präventionsmaßnahme gegen sexuellen Missbrauch ist daher, Eltern, Lehrer:innen und Kindern geeignete Strategien zu vermitteln, die ihnen mehr Sicherheit zu geben vermögen. 




Fotocredits: Heribert G. Kindermann, MA
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