Photovoltaikanlage beim Schulzentrum eröffnet: Wildon setzt auf Sonnenenergie und Versorgungssicherheit

Die Marktgemeinde Wildon setzt einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung nachhaltiger Energieversorgung und zukunftssicherer Infrastruktur. Am Dienstag, dem 8. September 2026, wurde die neue Photovoltaikanlage beim Schulzentrum in Wildon offiziell eröffnet. Die Anlage ist Teil einer umfassenden Strategie, mit der die Gemeinde ihre Energieversorgung nachhaltiger, wirtschaftlicher und krisensicherer gestalten will.
„Gerade in Zeiten wie diesen war es wichtig, in Eigenproduktion zu investieren – auch als Gemeinde. Dieses Projekt hat für uns einen sehr hohen Stellenwert, weil es innovativ, nachhaltig und gleichzeitig wirtschaftlich sinnvoll ist“, betonte Bürgermeister Christoph Grassmug. Die neue Anlage sei dabei keineswegs als Einzelprojekt zu verstehen gewesen: „Das war erst der Anfang. Es werden weitere Anlagen folgen. Wir wollen Schritt für Schritt dafür sorgen, dass Wildon für die Herausforderungen der Zukunft gut aufgestellt ist.“
Rund 215.000 Kilowattstunden erneuerbare Energie
Den Berechnungen zufolge werden künftig rund 215.000 Kilowattstunden erneuerbare Energie pro Jahr erzeugt. Gemeinsam mit dem installierten Energiespeicher kann damit ein erheblicher Teil des Jahresverbrauchs im Schulzentrum direkt abgedeckt werden. Dazu zählen neben der Mittelschule (NMS) auch die Schulküche, Volksschule, Kindergarten, Kinderhort und Musikschule. Insgesamt können rund 78 Prozent des Jahresverbrauchs dieser Einrichtungen direkt durch die erzeugte Energie und den Speicher abgedeckt werden. Damit wird nicht nur ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Die Gemeinde reduziert zugleich ihre Abhängigkeit von externen Energiequellen und schafft langfristig eine wirtschaftlich attraktive Lösung für den Betrieb ihrer öffentlichen Infrastruktur.
Energiespeicher schafft eigenen „Netzknoten“
Eine zentrale Rolle spielt dabei der Energiespeicher. Neben der klassischen Optimierung des Eigenverbrauchs bietet das System zusätzliche Vorteile für die Versorgungssicherheit. So ermöglicht der Speicher unterbrechungsfreien Ersatzstrom in uneingeschränkter Anlagennennleistung. Gleichzeitig wurde durch die Positionierung des Speichercontainers und die Verlagerung der Hauptverteilung ein neuer „Netzknoten“ innerhalb des von der Gemeinde betriebenen Mini Grids im Schulzentrum geschaffen. Die erzeugte Energie kann damit direkt im eigenen kleinen Stromnetz verwaltet und bedarfsgerecht an die angeschlossenen Verbraucher verteilt werden. Überschüssige Energie wird darüber hinaus an weitere kleinere Stromverbraucher im Gemeindegebiet von Wildon abgegeben. Auch für besondere Situationen ist die Infrastruktur entsprechend vorbereitet: Die Anlagen im Bereich der Mittelschule und der Schulküche verfügen zusätzlich über die Möglichkeit einer Generatoreinspeisung und sind damit auch für größere Ereignisse und mögliche Ausnahmesituationen gerüstet.
Energieversorgung und Infrastruktur gemeinsam gedacht
Für Bürgermeister Grassmugg stand das Projekt beispielhaft für die künftige Ausrichtung der Gemeinde: „Wir müssen heute Entscheidungen treffen, die auch morgen noch funktionieren. Deshalb haben wir ökologische Verantwortung mit Versorgungssicherheit und wirtschaftlicher Vernunft verbunden.“ Besonders klar sei dabei die Priorität der Marktgemeinde Wildon gewesen: „Unser Fokus lag ganz klar auf unserem Bildungsstandort und auf der Wasserversorgung. Beides sind zentrale Bereiche der kommunalen Daseinsvorsorge. Wenn wir hier investierten, investierten wir direkt in die Zukunft unserer Gemeinde.“
Nächster Schritt: Photovoltaik beim Trinkwasserbrunnen
Dass die Gemeinde diesen Weg konsequent weiterverfolgt, zeigt auch ein weiteres Projekt: Beim Trinkwasserbrunnen im Langfeld werde ebenfalls auf die Kombination aus Photovoltaikanlage und Energiespeicher gesetzt, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Die Marktgemeinde Wildon stellt einen großen Teil ihres Trinkwassers selbst bereit. Entsprechend hoch sei die Verantwortung für die Betriebssicherheit dieser wichtigen Infrastruktur. Neben der Versorgungssicherheit spielt dabei auch die Wirtschaftlichkeit des laufenden Betriebs eine wesentliche Rolle.
Ähnlich wie beim Mini Grid im Schulzentrum sollte auch beim Trinkwasserbrunnen die eigene Energieerzeugung mit einem Speicher verbunden werden. Damit kann die Gemeinde ihre Energieversorgung unabhängiger gestalten und gleichzeitig die Sicherheit einer kritischen Infrastruktur stärken.
800.000,00 Euro für eine langfristige Investition in die Zukunft
Die Gesamtkosten der umgesetzten und geplanten Projekte beliefen sich auf rund 800.000,00 Euro. Bürgermeister Grassmugg verwies dabei auch auf die schwierige finanzielle Situation vieler Kommunen: „Natürlich ist das in Zeiten, in denen Gemeinden sparen müssen, viel Geld. Gerade deshalb muss man sich sehr genau überlegen, wofür man öffentliche Mittel einsetzt.“ Entscheidend sei jedoch nicht nur die Höhe der Investition, sondern deren langfristiger Nutzen. Hochgerechnet auf die kommenden zehn Jahre ergäben sich durch die mögliche Reduktion der Energiekosten erhebliche Einsparungspotenziale. Gleichzeitig werde mit den Anlagen eine effektive Versorgungssicherheit für wesentliche Bereiche der Gemeinde geschaffen. „In Zeiten, in denen das Geld knapp ist, stellt sich für uns nicht nur die Frage, ob wir Geld ausgeben. Die entscheidende Frage ist, ob das Geld, das wir ausgeben, mittel- und langfristig sinnvoll zu einer Verbesserung der Gesamtsituation beiträgt. Und genau das ist bei diesen Investitionen der Fall“, so der Bürgermeister.
Fotocredits: K.K.



